Kundenrezension

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3.0 von 5 Sternen Solides Standardwerk, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Space Police-Defenders of the Crown (Audio CD)
Ein neues Edguy-Album ist wie eine Wundertüte voller bizarrer positiver neuer Einfälle. Das ist nicht jedermanns Sache und manchmal übertreibt es die Gruppe auch damit, erschafft aber eine helle aufgelockerte Atmosphäre. Zu jeder Album-Veröffentlichung kommen hier die Fans aus Ihren Löchern gekrochen, geben blind und einhellig 5 Sterne, stilisieren das neue Album zu einem Meisterwerk hoch und geben dabei erstmals zu dass das vorherige Album vielleicht doch nicht ganz so den Erwartungen stand gehalten hat, wie zunächst angenommen - mit dem es natürlich bei seiner Veröffentlichung genauso gemacht wurde.

Hat man sich zuletzt bei Age of the Joker mehr dem melodischen Hardrock verschrieben und seine Powermetal-Anfangstage eher verleumdet, so wird auf Space Police eine gelungene Melange aus beiden Richtungen geboten. Los gehts furios mit dem harten Uptempo-Stück "Sabre and Torch"3/5 dessen schnöder Refrain mit den vielen Oh-oh-oh-Chören mich jedoch nicht überzeugt. Ob es jetzt genial einem Album einen Titel zu geben, der aus gleich 2 Titalsongs besteht, soll jeder selbst entscheiden, natürlich finden Titelsongs immer eine besondere Beachtung beim Hörer, und dieses mal hat man gleich 2 davon. "Space Police"4/5 ist eine gelungene Midtempohymne, die spacigen Musikelemente im Mittelteil erinnern mich an Captain Future, kein Hammer, aber ganz Ok - ob das schräge Gejodel am Ende des Solos allerdings sein muss ? Beim 2. Titelsong "Defenders of the Crown"4/5 wird das Tempo dann wieder etwas angezogen, um dann im behäbigen Manowar-typischen, vor Pathos triefenden True-Metal-Refrain zu münden - inclusive typischer Manowar/Majesty-Hintergrundchöre. Der ultraeingängige, partytaugliche, fluffige, melodische, leicht kitschige Glam-Hardrock-Song "Love Tyger"5/5 stellt dann für mich den Höhepunkt des Albums dar, locker, cool, tolle leichte knackige Riffs und ein klasse melodischer Refrain stellen den Song auf eine Stufe mit früheren Gassenhauer-Hits, wie "King of Fool","Painting on the Wall" oder "Lavatory Love Machine". Der schnelle Powermetal-Hammer "The Realms of Baba Yaga"4/5 überzeugt mich dann auch mit viel Groove und Abwechslung, obwohl der Refrain wieder nicht richtig zündet. Das Falco-Cover "Rock me Amadeus"3/5 wird dann 1:1 mit Heavy-Gitarrensound dem Original nachgespielt, auch Tobias Sammet versucht verzweifelt nach Falco zu klingen - gut, ich mochte den voluminösen Song auch schon damals, von daher ist er für mich OK, gebraucht hätte es ihn aber nicht auf dem Album - und wo bei dem Song jetzt der Gag liegt, weiss ich auch nicht. "Do me like a Caveman"3/5 wäre als typischer Rocker besser geworden als laufend dieses penetrante nervige Klavier zu hören, im Metal-Bereich haben Klaviere finde ich eh nichts verloren - trotzdem kein schlechter mitsingbarer Abgeh-Schnulzen-Song. Die Uptemponummer "Shadow Eaters"2/5 mit ihrem langsamen Mittelpart und Ihrem wirklich gelungenen Solo hätte mit einem schönen Refrain wirklich ein hartes Highlight des Albums werden können - leider ist der Refrain sehr belanglos geworden. Die obligatorische stimmungsvolle triefende Herz-Schmerz-Ballade hört diesmal auf den Titel "Alone in Myself"3/5, kann aber irgendwie ihr Potential nicht richtig ausspielen und hat auch einen seltsamen Reggae-Rythmus, finde ich. Bei dem langen epischen orientalisch angehauchten "The eternal Wayfarer" habe ich im Vorfeld oft Vergleiche zu "The Piper never Dies"3/5 vom Hellfire Club-Album gelesen, musste allerdings bedauernswerter Weise feststellen, dass diese nicht haltbar sind. Es ist ein recht keyboardlastiger majestätisch groovender epischer Deep Purple-Rocker geworden mit einem ganz netten annehmbaren Refrain, der Song ist allerdings etwas zu lang geraten, und der Kanon im Mittelteil nervt eigentlich nur - der erhoffte alles niedergroovende Oberhammer ist der Song allerdings bei weitem nicht - trotzdem ein netter Album-Abschluss.

Produziert ist das Album wieder mal top, leider wieder mal sehr Klavier/Keyboard-lastig und mit gefälligen Durchschnitts-Songs ohne Klassikerambitionen, was einen zwangsweise auf die Idee bringt, ob das hier das Ausschussmaterial der Symphonie-geprägten Avantasia ist, was einem hier dargeboten wird, letztendlich wird man sich die besseren Melodien für das erfolgreichere Produkt aufheben, was derzeit Avantasia sein dürfte, die restliche Band muss davon ja nicht zwangsweise Kenntniss erlangen, welche genialen Melodien Tobias Sammet für Edguy preis gibt und welche nicht, bei der restlichen Band handelt es sich mittlerweile doch eh nur noch um Statisten, weil Herr Sammet die ganze Gewalt bei sich alleine trägt. Hauptsongwriter Tobias Sammet hat ja mittlerweile durch dauerhaftes Musikschreiben eine gewisse Routine darin, um auch aus eigentlich schlechten Ideen, die früher der Schere zum Opfer fielen, heute auch da noch was brauchbares anhörbares herauszupressen, mit ein paar Oh-oh-oh-Chören aufgepeppt, wie zum Beispiel den ansonsten sehr durchschnittlichen Opener "Sabre and Torch". Am ehesten ist das Album vielleicht mit Rocket Ride2006 zu vergleichen. Der wildere Powermetal der Anfangstage, den sich Viele mit dem neuen Album erhofft hatten, ist leider wieder nur in Ansatzweise erkennbar, so wie er im Prinzip seit Mandrake2001 nur noch sporadisch vorhanden ist. Es ist eben ein weiteres Mainstream-Alibi-Album, dessen Höhepunkte rar gesät sind - nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Mir persönlich wäre lieber wenn die Band sich deutlicher von Avantasia abgrenzen würde und Ihren härteren keyboardloseren Wurzeln wieder mehr Freiheit geben würde, aber man versucht hier wohl ein Stück weit beide Fangruppen zu befriedigen. Kann man kaufen, muss man nicht.
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