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Kundenrezension

33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unsere Reisen mit Kapuscínski, 5. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Meine Reisen mit Herodot: Reportagen aus aller Welt (Taschenbuch)
Ein wenig flunkert der Verlag, wenn er Kapuscinskis Buch über seine Reisen mit Herodot den Untertitel "Reportagen aus aller Welt" gibt. Zwar berichtet Kapuscinski auch aus Asien und Afrika, eigentlich hat das Buch aber nur ein Thema, nämlich das Reisen als solches. Daher erfahren wir auch gar nicht so viel über Indien und China, Äthiopien und dem Kongo, Länder aus denen Kapuscinski berichtet; sehr viel jedoch über die eigentümliche Faszination, die das Reisen selber ausmacht.
Anhand seiner außergewöhnlichen Biographie versucht Kapuscinski zu ergründen, was den Menschen beim Reisen wirklich bewegt: Es ist vor allem die Überschreitung der Grenze. Als junger Mann im Polen der 50er Jahre hat diese Vorstellung einen sehr realen Ursprung, denn an eine Überschreitung des Eisernen Vorhangs war zu jener Zeit nicht zu denken. Für Kapuscinski jedoch soll das Bild der Grenzüberschreitung zu einer sinnstiftenden Erfahrung des Lebens überhaupt werden. Im Grenzübergang zum Neuen und Fremden ist für Kapuscinski all unser Sein und Werden bewahrt.
Noch seinen Schilderungen der ersten Reisen nach Rom, Indien und China merkt man diese initialzündende Bedeutung an. Sie kommen einer Initiation gleich, die das Leben auf eine neue Stufe hebt. Es sind großartige Beschreibungen einer beginnenden Reisleidenschaft. Die Überschreitung der Grenze ins Fremde wird zeitlebens das Thema für Kapuscinski bleiben und er erklärt diese Leidenschaft am Beispiel des antiken Historikers Herodot, für den der Autor eine mindestens so große Leidenschaft hegt wie für das Reisen selber. Wer Kapuscinskis "Meine Reisen mit Herodot" liest, wird also nicht nur einiges über das Reisen an sich und die Reisen des Autors erfahren, sondern auch jede Menge über die Reisen des antiken Vorfahren, über die Perser, die Griechen und die Skythen, Dareios und Xerxes, ja der gesamte Perserkrieg zieht an uns vorüber. Kapuscinski sieht in Herodot überhaupt den ersten Reporter der Weltgeschichte, der von Neugier getrieben selber die Orte aufsuchte, von denen er schrieb.
"Meine Reisen mit Herodot" ist ein großartig geschriebener, biographischer Essay, bei dem man viel über das Wesen des reisenden Menschen erfährt. Es wundert einen nicht, dass Kapuscinski eine so große Fangemeinde hat.

Thomas Reuter
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.08.2012 18:59:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 22.08.2012 19:00:49 GMT+02:00
Alexander meint:
Schöne Rezension.

Es gibt neuerdings Vorwürfe gegen Kapuscinski.
"In seinen weltbekannten Reportagen legte Ryszard Kapuscinski den Helden erfundene Aussagen in den Mund. Auch die Legende, er habe Che und den afrikanischen Freiheitshelden Lumumba getroffen, stimmt nicht."
Quelle:
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/Der-Starreporter-der-es-mit-der-Wahrheit-nicht-so-genau-nahm/story/21845261?track

Wissen Sie, ob es Kapuscinski in diesem von Ihnen rezensierten Buch auch nicht so genau mit der Wahrheit nahm?
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