Kundenrezension

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beamer-Präsentationen mal anders, 3. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: An die Wand geworfen: Die lustigsten PowerPoint-Präsentationen von Angela Merkel bis zum Weihnachtsmann (Taschenbuch)
An die Wand geworfen ist eine kleine Sammlung an 33 skurrilen Powerpoint-Präsentationen von Gerriet Danz und Tim Wilberg. Im Inneren befinden sich keine echten Powerpoint-Präsentationen (obwohl eine Sammlung lustiger und misslungener Präsentationen auch eine interessante Idee wäre), sondern vielmehr ausgedachte Slides von mehr oder weniger lebendigen und fiktiven Charakteren. Die Frage „Was wäre wenn..?“ steht hier im Vordergrund. Die Idee hinter dem Buch ist nämlich die: Menschen, Tiere und ausgedachte Charaktere hätten garantiert auch etwas zu beamen. Ob der Betroffene nun schon längst tot ist oder niemals existiert hat, spielt dabei keine Rolle. Schließlich darf man ja ein wenig rumspinnen.

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 189
Abmessung: 206mm x 149mm x 17mm
Gewicht: 437g
ISBN-13: 9783453602861
ISBN-10: 3453602862
Preis: 9,99 €

Die Seiten sind recht dick und das Buch daher sehr griffig. Zu jeder Präsentation gibt es ein kurzes Vorwort bzw. Einleitung in das Thema und die Idee dazu. Ob nun Christoph Kolumbus, der für seinen Seeweg wirbt, Angela Merkel, die Tipps für ihren Nachfolger gibt oder ein kleines Mädchen, das versucht den eigenen Vater davon zu überzeugen, ihr ein Eis zu kaufen - via Beamer. Fast alle Sparten sind abgedeckt und in Slides umgewandelt worden. Selbst ein Huhn meldet sich zu Wort und wirbt für weniger Fleischverzehr von Hühnern.

Die dazugehörigen Folien der Präsentationen sind unterschiedlich lang, erstrecken sich aber immer so, dass 2 Slides auf eine Buchseite kommen. Das ergibt natürlich teilweise Probleme mit der Größe und Lesbarkeit einiger Vorträge. An sich wurde darauf geachtet, Schrift und Grafiken auf das jeweilige Thema abzustimmen, das funktioniert in Hinblick auf die Funktionalität (Lesbarkeit) nicht immer. Teils sind Farben schlecht gewählt, sodass man Schrift von Hintergrund schlecht trennen kann. Manchmal sind Grafiken zu klein, sodass man sie kaum erkennt oder die Schrift ist nicht sehr leserlich. Das fällt mir als Designstudentin natürlich auf, trotzdem funktioniert das Konzept größtenteils (weil man sich vieles denken kann), wenn auch etwas holprig.

Visuell gefällt mir das Buch leider nur mittelmäßig. Abgesehen von der Idee, finde ich vieles einfach schlecht oder nicht ausreichend gestaltet. Gerade bei solchen Themen kann man das Ganze visuell schön ausschöpfen. Leider wurde das nicht bei allen Präsentationen angewandt. Verschiedene Stile zu kombinieren kann gut gehen, muss es aber nicht. Manchmal wirken glänzende oder Objekte mit Textur neben einfachen Grafiken und Flächen komisch. Pfade sollte man gerade anlegen und nicht leicht verkrüppelt.

Ich hätte mir auch gewünscht, dass mehr mit dem visuellen Faktor gespielt worden wäre. Beispiel Präsentation der 10 Gebote: „7. Gebot: Du sollst nicht stehlen!“
Umgewandelt in: „7. Gebot: Du sollst nicht ste len!“
Hier wurde das H entfernt, als Verbindung zum Inhalt. So etwas finde ich witzig und überraschend. Der Leser kann etwas entdecken, was er auf den ersten Blick vielleicht nicht gesehen hat.

Natürlich soll das Buch kein Lehrbuch sein, sondern zum Lachen und Schmunzeln anregen. Dennoch hätte ich mir ebenfalls gewünscht, dass einige Grafiken und Slides besser erklärt gewesen wären. Beispiel: „So viel Huhn und Schein isst der Deutsche“ Im Jahr? Ein Leben lang? Eine kleine Anmerkung wäre nett gewesen, das ist ja bei richtigen Slides auch so üblich.

Fazit
Inhaltlich ist das Buch sehr abwechslungsreich. Verschiedene Themengebiete (Heiratsantrag, Gedanken eines Babys), interessante Personen (Einstein, Buddha) und humorvolle Situationen (Bill Clinton erklärt den Unterschied zwischen Sex und „unpassendem intimen Kontakt“) runden das Buch ab. Manchmal sind die Präsentationen etwas lustiger, manchmal etwas weniger. Das hängt vom eigenen Geschmack ab. Visuell hätte man das Ganze teils schöner und effektiver bzw. noch überspitzter gestalten können. Alles in allem ein witziges Buch im oberen Mittelfeld mit kleinen Verbesserungsmöglichkeiten im visuellen Bereich. Einen „Normalo“ wird das wahrscheinlich weniger stören, daher nehmt diesen Kritikpunkt nicht so ernst. ;)

Bücher wie „Entschuldigung, sind Sie die Wurst?“ oder „Tüte oder so was: Wie man als Kunde nervt, ohne es zu merken“ haben mir persönlich besser gefallen. Ich würde „An die Wand geworfen“ in etwa mit „Was wir tun, wenn der Aufzug nicht kommt“ vergleichen.

Weitere Infos gibt es auch auf andiewandgeworfen.de.
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