Kundenrezension

24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen War mir deutlich zu flach, 14. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand: Roman (Kindle Edition)
Ich hatte mir viel von diesem hochgelobten Roman versprochen. Ich lese viel, ich mag Schweden und ich mag auch eine gute Portion schwarzen Humor. Ich mag sogar Finnland und finnische Geschichten, die ja auch ganz gerne ins Skurrile abdriften. Insofern hatte der Roman also bei mir beste Voraussetzungen. Dennoch hat er mich nicht überzeugen können.

Der Anfang war super. Ein Hundertjähriger, der keinen Bock mehr auf das Altersheim hat und sich vor der eigenen Geburtstagsfeier drückt, indem er aus dem Fenster klettert und sich davonmacht. Ohne Ziel oder Plan läuft er erst einmal zum Reisezentum, um mit dem Bus irgendwohin zu fahren. Dabei klaut er beinahe ohne es richtig zu wollen einen mysteriösen Koffer. Soweit so gut, daraus hätte man eine Menge machen können.

Natürlich sind bald schon Gangster hinter dem alten Mann her und er wird mehr oder weniger durch Zufall immer mehr in eine skurile Road-Movie-Geschichte geworfen, die zwischendurch mit Rückblenden auf Allans nicht minder skurile Lebensgeschichte gewürzt wird. Soweit so gut, allerdings fand ich den Humor deutlich zu flach. Krieg und Revolutionen sollen wohl als absurd dargestellt werden, indem Allan eine entscheidende Rolle in historischen Ereignissen spielt, obwohl er eigentlich völlig unpolitisch ist und nur seinen eigenen Neigungen nachgeht - namentlich: Dinge in die Luft sprengen, gut essen und saufen. Ein wenig erinnerte dieses "unfreiwillig in bedeutende Ereignisse verstrickt werden" an Forest Gump, aber da war die Hauptfigur sympathischer. Eigentlich ist Allan sowas wie ein Soziopath, der keinerlei Anteilnahme oder Gefühlsregung zeigt und der durch Zufälle und seine Vorliebe für Sprengstoff und Schnaps durchs Leben getrieben wird. Ich kann da keine tieferliegende Philosophie oder Lebensweisheit erkennen und finde daher die Hauptfigur auch nicht sympathisch.

Ob man es besonders lustig findet, dass jemand quasi "aus Versehen" in einer Kühlkammer vergessen wird und darin umkommt oder von einem Elefanten plattgesessen wird, ist dann noch eine andere Sache. Ich fand es nicht so besonders witzig, obwohl ich wie gesagt durchaus eine gute Portion schwarzen Humor vertragen kann.

Ich habe das Buch noch nicht zuende gelesen und weiß nicht, ob ich es tun werde. Ich glaube eher nicht. Da kann ich Liebhabern skuriler Geschichten eher "Der wunderbare Massenselbstmord" von Arto Paasilinna empfehlen. Der Autor wird sogar in diesem Buch erwähnt. Das fand ich wesentlich unterhaltsamer und lebensbejahender (trotz des Titels).
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.04.2014 12:22:14 GMT+02:00
zsuzsa vaczi meint:
Ihr Kommentar ist schon eine Weile her, aber vielleicht gucken Sie nochmal hier rein oder bekommen meinen per Email.
Ich denke ganz ähnlich über das Buch und mit Hilfe Ihres Kommentars kann ich meine Gedanken besser ordnen und weiterdenken.
Ja, der Anfang ist toll und mir gefällt auch die Leichtigkeit, die aus den ersten Kapiteln strömt - bis der Junge in der Kühlkammer umgebracht wird. Die große Ähnlichkeit zu Forest Gump, die viel zu flache Lebenseinstellung des Protagonisten, die ganzen Zufälle allesamt mit positivem Ausgang und obendrein, dass alle so-o-o freundlich sind (bis auf Die Bösen natürlich) hätte ich dem Autor vergeben.
Aber die spaßige Mitarbeit an der Atombombe nicht. Da bin ich total ernst geworden.
Ich finde es schön einen Roman zu lesen, der mich daran erinnert, dass wir alle das Leben etwas leichter nehmen können. Ich finde es schön, wenn Handlung und Sprache diese Leichtigkeit vermitteln, da tut sich auch eine tiefe SChicht auf, die die ganze Schönheit und Zerbrechlichkeit des Lebens in sich trägt.
Doch da darf man nichts reinmischen, was unschön und grob ist - etwa Mord oder Massenmord.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.04.2014 12:53:17 GMT+02:00
Büchertante meint:
Das stimmt. Gerade die Atombombe ist mir auch sehr gegen den Strich gegangen. Ich fand es insgesamt etwas zu zynisch mit den vielen Toden, die so locker flockig erzählt werden. Im Grunde habe ich auch nichts gegen schwarzen Humor, aber es war mir doch ein bisschen zu viel des Guten. Die Grundidee des Buches finde ich aber nach wie vor gut.

Veröffentlicht am 16.06.2014 10:08:14 GMT+02:00
kann mich voll und ganz dieser Rezension anschließen!

auch der Hinweis auf Arto Paasilinna - ich finde seine Bücher auch viel witziger und besser. ich hatte sogar manchmal das Gefühl, dass der Autor seinen Stil kopiert - was ihm aber nicht gelingt...
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