Kundenrezension

4 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kramer gegen Kramer, 21. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Rat mal, wer zum Essen kommt? (DVD)
(Leicht überarbeitete Version eines Briefes an jemanden, der den Film schon kannte)

Zur Inhaltsangabe siehe die Passagen der Amazonredaktion. Die Mischehe" spaltet in diesem Film nicht nur Familien, Geister, Gemüter, Hausangestellte, doofe Galeristinnen, sondern auch... mich. Das Positive überwiegt leicht, quantitativ eindeutig. Die letzte halbe Stunde war nicht so gut, der Rest ziemlich klasse. Aber diese letzte halbe Stunde prägt den Eindruck stark. Fange ich aber besser mit dem Positiven an.

Der Film ist über weite Strecken witzig, quietschbunt, romantisch (schöne Musik!!!), und er hat im Übrigen eine doch sehr angenehme Mischung aus Wohlig-Bekanntem und ein paar herrlich schrägen Einsprengseln, die den Rahmen der romantischen Hollywoodkomödie sprengen, und die ich dem Regisseur Stanley Kramer nicht zugetraut hätte. Wohlig-bekannt: Das sind natürlich in erster Linie Spencer Tracy und Katherine Hepburn als Eltern der Braut. Sie zeigen, dass dieser Film so ziemlich alles, bloß keine große Kunst ist. Nein, das sind keine Vollblutschauspieler, Tracy vielleicht noch ein bißchen mehr, aber die Hepburn nicht, und sie machen hier, was sie eben können und was sie schon so unglaublich oft gemacht haben, jedenfalls, wenn sie zusammen agierten. Nun ist dieses Kompliment bei weitem nicht so vergiftet, wie es scheint. Ein Crawfordfan darf sich da natürlich sowieso keine dummen Sprüche erlauben, auch sie gehört zu denen, die das was sie können, sehr sehr gut können, aber immer ein bißchen mehr star als actress sind, und solche sehe ich recht gern. Auch Tracy/Hepburn habe ich gern gesehen, letztere ist im Alter immerhin ein bißchen weniger schrill. Und sie können ihre Rollen wirklich. Im Rahmen des Korsetts liefern sie eine klasse Auslotung der Möglichkeiten, bei denen sie auch mimisch sehr filigran und subtil jenseits der "großen" Szenen glänzen können.

Also alles nur eine wenn auch gute Fortsetzung der diversen Tracy/Hepburn-Kabbeleien mit anderen Mitteln und abgeschmeckt mit einem Schuss Antirassismus? Energische Frau, grantiger Mann, der dann aber doch das Richtige erkennt und nicht nur von der Frau lernt, sondern sie auch von ihm? Das hatten wir doch alles schon... "Rat mal..." ist einerseits mehr und besser, andererseits schwächer. Das Bessere, das Überraschende, das Individuelle, das Neue zuerst. Da ist natürlich das honorige Anliegen, und auch wenn das ein bißchen bieder daherkommt, vergessen wir nicht, weder 1967 noch 2010 war und ist Farbenblindheit derart verständlich, dass es sich nicht doch lohnen würde, darüber nachzudenken und filmisch gegen Vorurteile anzugehen. Also eigentlich ein nicht nur gutes, sondern auch großes Thema. Sehr subjektiv stürze ich mich nun mal auf das Unerwartete, das Schräge, das Neue. Inhaltlich sind das so nette Details: Die eigentlich völlig zweckfreie Figur dieser lasziven farbigen Maus, die so eine Art Beatnik-Tänzchen mit dem Taxifahrer (oder war es ein Botenjunge, ein Milchmann???) hinlegt und dann angenehm aus der Geschichte verschwindet, was hier als Lob gemeint ist. Da zeigt uns der Film optisch wie akustisch wie inhaltlich, dass er in einer Zeit am Scheideweg entstanden ist, da heißt es Aufbruchstimmung, seltsame Zwischenwelt zwischen diesem eigentlich eher konservativen, edlen Heim des Ehepaares und New Hollywood. Man ahnt sie schon, die "Langhaarigen", die Hippies, die Vietnamkriegsgegner. Und diese Welt, die auch Unsicherheit bedeutet, passte recht gut zur Geschichte und zum Thema, in dem Menschen unsicher über das Anbrechen einer neuen Zeit sind. Das große Plus solcher Einsprengsel ist, dass Regisseur Kramer sie mit angenehmer Leichtigkeit serviert. Eine eklige Galeristin wird mit einer Paradeszene der Hepburn nicht nur aus der Galerie, sondern auch aus der Filmhandlung geschmissen, wunderbar. Die "Maus" schmeißt sich gar nicht an den Poitier ran, es wird nicht zu der Beziehungskrise beim jungen Pärchen kommen, wunderbar gegen die Erwartungen inszeniert. Der Mann der Kirche ist nicht der konservative alte Sack, wunderbar. Die schwarze Haushälterin ist nun gerade die größte Gegnerin der Verbindung, wunderbar. Alles Dinge, die man anders hätte erwarten können. Kramer, der nicht gerade bekannt ist für scheinbar zweckfreie, die Handlung gewiss nicht vorantreibende und schwebend leichte bis herrlich blödsinnige Einsprengsel, ist in solchen kleinen Bonbons diesmal meisterhaft. Einen muss ich einfach noch herausgreifen, diese herrlich doofe Szene mit dem Eis im Drive-In. Ich mag sie, und zwar gewaltig. Da flirtet der Tracy ein bißchen mit der Bedienung, die ein bißchen zu penetrant und sehr unerotisch Kaugummi kaut, möchte eine Erinnerung von damals noch einmal aufleben lassen (das tolle Eis! Der tolle Hecht!), die Hepburn ist nicht so angetan, und dann weiß er, Tracy, nicht, ob das nun ein ganz grässliches oder ein ganz tolles Eis war. Well... da spielen sich Dinge in seinem Geiste ab, da lässt er seine ganze Familiensituation noch einmal Revue passieren, sieht zwar schon seine offenbar schöne Jugend in dem jungen Brautpaar wieder, kann sich aber noch nicht recht entschließen, denen Glück zu wünschen und fühlt auch ein bißchen, dass seine eigene Zeit vielleicht schon passé ist. Er weiß nun nicht so genau, ob er mit der Zeit gehen soll oder ob er sich seines Alt-Seins dadurch schmerzhaft bewusst wird. Jedenfalls fand ich, dass Tracy diese Szene kongenial spielt, dass sein im Grunde gutmütiges Granteln hier wesentlich subtiler, traurig-schöner eingesetzt wird als in den ganzen allzu offensichtlichen gutmütig-grantel-Szenen in diesem und in so vielen anderen Filmen.

Gut gefallen hat mir noch, wie das Thema "Sex" in der einen witzigen Mutter-Tochter-Aussprache verhandelt wurde, das war 1967 vielleicht nicht mehr sooo aufregend, aber sie, die Hepburn, hat es ein wenig aufgeregt, so liberal, wie sie auch ist, und dies spürt man, auch hier Kompliment an die Darsteller, diesmal besonders die Darstellerin. Optisch ziemlich irre war die penetrante Betonung der Farbe rot, wobei es eher schrille Signale als übergreifende Bildgestaltung war, wenngleich diese Signale in Kleidung und Autos sicherlich Methode hatten. Rot, das ist zunächst einmal auffällig, es ist desweiteren die Farbe von Verboten und Tabus (bei Verkehrszeichen übrigens in ALLEN Ländern dieser Erde), kann aber natürlich diese auch auf aggressive Weise brechen oder einen besonders aufgewühlten Menschen zeigen (Dorothy Malones extatischer Tanz im hummerfarbenen Négligée in "In den Wind geschrieben"). Ja, diese Welt, die da gezeigt wird, ist eine Welt im Umbruch. Der knallorange Horizont, den es einmal gibt, ist hingegen nicht mehr Akzent, der ist Tableau, bildfüllend, und ich weiß bis heute nicht, was er sollte. "Feuer" kann man damit assoziieren, Leidenschaft, Gefahr, Zerstörung, aber das alles hätte man ja mit den Rotakzenten auch hinbekommen können, diese Sonnenuntergangsinszenierung ist auch inhaltlich zu sehr auf "schön" gemacht. "Kommen Sie, wir gehen mal auf die Terrasse", das hat doch schon wieder etwas von Postkartenkitsch. Der Regisseur Vincente Minnelli würde es lieben (der aber auch in seinen buntesten Farben immer mal wieder etwas Beunruhigendes hat, man unterschätze mir "Die vier apokalyptischen Reiter" und natürlich "The Sandpiper" nicht), mit hat's nicht so sehr gefallen.

So, und nun muss ich einmal zu den leider nicht ganz unwichtigen und nicht ganz ungewichtigen Einwänden kommen. Eigentlich scheint es, man könnte das alles mit einem Satz abhandeln. Die letzten ca. 30 Min. sind einfach zu sehr Kramer, zu salbungsvoll, zu große Rede, zu schwach geschrieben, zu stereotyp, zu steingemeißelt, zu "gut". Gelegentlich mag ich große Monologe, hier haben sie gestört. Nicht nur, dass Kramer/Tracy eine Menge Zeit für sie brauchen, sondern auch: Diese deklamierten Wahrheiten sind nicht auf natürliche, schlichte, sondern auf spektakuläre Art wahr, und sie erzählen Dinge, die man auch vorher schon lange genug unter die Nase gerieben bekommen hat. Das macht sie so unsagbar schwach. Bei einem "schweren" Thema in einem Gerichtsfilm wie "Das Urteil von Nürnberg" kann man sowas machen (und da haben wir noch eine viel längere Rede am Ende, gehalten von Burt Lancaster). Zu einem zwar auch schweren, aber zuvor in meist leichter Form präsentierten Thema passt es hingegen überhaupt nicht. Dieser Film leidet gewaltig unter einer Uneinheitlichkeit, die Methode zu haben scheint, weil z.B. auch im gesamten Schlussteil die herrlich schrillen Rottöne fast vollständig verschwunden sind.

Was hätte man daraus machen können! Alleine diese Situation der verschiedenen Zwiegespräche, bei denen andauernd Tonlagen und Gesprächspartner wechseln, das müsste man eigentlich als Burleske mit schnellen Schnitten, absurden, quergeschnittenen und ineinander verschachtelten Dialogen präsentieren, bei denen z.B. Poitier einen Satz sagt, und dann kommt Hepburn, sagt in einem anderen Gespräch einen Satz, aber durch den Schnitt werden die beiden Aussagen scheinbar aufeinander bezogen, was sie aber nicht sind, und was jede Menge Grundlagen für absurde und gern auch leicht frivole Witze bietet (in der extrem frivolen Variante gibt's das bei den Austin-Powers-Filmen, z.B. in diesem Fortsetzungssatz mit dem Penis-Raumschiff aus meines Wissens Teil 2). Dazu hektisches Räumchen-wechsel-Dich, Türenklappen ohne Ende, und irgendwann müsste in dem Wirrwarr einer mal den Angesprochenen verwechseln oder so ähnlich. Lubitsch, Wilder, Sturges (Preston), was hätten die Wunderbares daraus gemacht. Kramer verschenkt diese Szene im Grunde mit Edelreden und einer arg vorhersehbaren Entwicklung. Der Mann, der nicht ganz so sehr gegen die "Mischehe" ist, entdeckt seine gute Ader angesichts des Mannes, der ein bißchen mehr dagegen ist, war klar... um nur ein einziges Beispiel zu nennen.

Ich denke ferner, dass diese ganze letzte halbe Stunde auch einen fundamentalen Konstruktionsfehler offenbart und dadurch leider doch ein bißchen auf das davor Liegende negativ ausstrahlt. Es geht ja nicht nur darum, dass die Tochter einen schwarzen Eheaspiranten präsentiert, sondern die Eltern vor fastvollendete Tatsachen setzt. Hallo, ich komme Euch besuchen, ich bringe meinen Bräutigam mit, den kennt ihr nicht, ihr dürft bei der Hochzeit nicht dabei sein, aber ihr könnt ihn mal kurz begutachten, und morgen sind wir dann auf Nahezunimmerwiedersehen weg. Da mischt sich die unberechtigte mit einer allzu berechtigten verwirrten Entrüstung! Nun ist dieses Ineinanderübergreifen von großer Eile und verschiedenen Hautfarben natürlich ganz bewusst im Drehbuch drin. Und man kann das auch machen, aber das "Wie" ist misslungen. Dass die Eltern wirklich Grund haben, indigniert zu sein, macht der Film ein bißchen unfair mit der Rassenkarte platt. Und indem er die ausspielt, schaltet er alle anderen Zweifel aus. Sollte man wirklich so mit seinen Eltern, zu denen doch ein gutes Verhältnis bestanden hatte, umspringen? Idealisiert der Film nicht auch zu sehr die eine große reine Liebe, die Rassenschranken überwindet, und beschwört das Klischee von zweien, die sich kaum kennen, aber bei denen es gefunkt hat und die einander für den Rest des Lebens gewiss sein können, um in eine ehekrisenfreie Zukunft zu gehen? Am Schluss hat unser jungen Glück alle überzeugt, und diese finale Sicherheit von allen, dass die beiden immer in Liebe und Treue fest zueinander halten werden, ist nahezu unerträglich. Auch der zu Beginn mir sehr sympathische, weil unerwartet liberale Geistliche wird bald zu einem schon unerträglich lieben Onkelchen. Er hätte in der Szene, in der er es ankündigt, dem Tracy wirklich mit Schmackes eine, pardon, in die Fresse hausen sollen, nur mal so als Beispiel. Last but not least fällt der Film in eine Falle, in die gar nicht so wenige amerikanische romantische Komödien tappen, neuere, schlechtere: Er ist in der letzten halben Stunde weitgehend humorfrei.

Tja, und nun bin ich verzweifelt auf der Suche nach einen Schlusswort. Und weiß keines, möchte aber andererseits keinen ungelösten Fall hinterlassen. Vielleicht lautet die Bilanz folgendermaßen: Kramer hat große Message Movies gemacht wie "Das letzte Ufer" und "Das Urteil von Nürnberg". Er hat eine im positiven Sinne saublöde Komödie gemacht, nämlich "Eine total, total verrückte Welt." Bei deren Dreh soll er sich übrigens richtig glücklich, befreit von der Last eines großen Themas, gefühlt haben. Und dann kam "Rat mal...". Da wollte er wohl das eine mit dem anderen verbinden. Teilweise ist es gelungen, aber es bleibt doch ein unguter Eindruck von "Kramer gegen Kramer".
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 22.01.2010 13:39:16 GMT+01:00
Ray meint:
Hi Tonio, sehr treffend alles...aber hör ich da ein bisschen Kritik an Meiner sehr geschätzten Katherine Hepburn heraus... hüstel. LG Ray

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 22.01.2010 15:07:28 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
Lieber Ray, jaah... Um ehrlich zu sein, da bin ich sehr subjektiv, mir erscheint sie unsympathisch (so vage das bei jemandem, den man nicht persönlich kennenlernen durfte, sein muss). Ich habe nun in so mancher Rezension meine Sympathien mit dem Feminismus erkennen lassen - im Falle von K.H. scheint mir da aber zuviel arrogante Überheblichkeit durch. Hast Du mal die Autobiographie gelesen? Sie hat anekdotisch teils aufschlussreichen Wert, aber ich mag sie nicht besonders wegen einer hemmungslosen Egozentrik von K.H., kombiniert mit allzu schwachem Ghostwriter (vermute ich) und billiger Anbiederung in diesen direkten Dialogen mit dem Leser. Kennst Du die verbürgte Szene aus The Aviator, in der diese ganze elitäre Clique lästert, weil Howard Hughes eher mit dem Lesen von Konstruktionsplänen als von Literatur etwas anfangen kann? Die finde ich bezeichnend, abscheulich, arrogant. Ich gönne K.H. das alles von Herzen, dass sie ihr selbstbestimmtes Leben führt etc., aber ich mag ihre (vermutungsweise) Art dabei nicht. / Ich ahne das Gegenargument: Musste man in einer Männerwelt nicht so sein? Nicht ganz so hart, Gegenbeispiele gibt es viele, für mich unangefochten die göttliche B. Stanwyck, die zäh wie Leder war, aber auch ein Kumpeltyp, der sich eben nicht zu schade für etwas Unintellektuelles. / Nun habe ich bei B.S. gerade (in einer Buchrezension) geschrieben, man möge nicht Leben und Werk verwechseln, aber ich finde, K.H. hat oftmals Rollen, in denen sie eben K.H. ist und sonst nichts. Wohlgemerkt, nicht alle Rollen!!! Du kennst meine große, große, große Verehrung für "Undercurrent", Robert Taylor ist vielleicht ein bißchen schwächer, aber Mitchum und Hepburn sind dort herausragend. Und Hepburn so stark, dass Hitch sie nie genommen hätte, weil man so eine eben nicht zurechtbiegen kann wie Tippi Hedren o.ä. (viele Filme aus meiner Erinnert-an-Hitch-Liste zeichnen sich dadurch aus, dass die größten Unterschiede zu Hitch bei der Anlage der weiblichen Hauptrolle liegen und Darstellerinnen haben, die Hitch nie genommen hätte). Das ist großartig. Ansonsten bevorzuge ich die Namenscousine...;-). LG, Tonio

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 28.01.2010 18:27:36 GMT+01:00
Hallo Tonio,

wirklich beeindruckend, wie genau Du diesen Film analysierst - und auch daß Du einen so langen Text hier hast einstellen können. Einfach druckreif! LG

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.01.2010 16:56:38 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
1.000 Dank, aber Deine sind ja auch immer von angenehmer Länge und lassen nichts aus (auch wenn ich den Eastwood wie gesagt noch nicht gelesen habe). LG, Tonio

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2011 05:13:08 GMT+01:00
Tyler Durden meint:
Also grundsätzlich ist ja jedem die Länge seiner Rezensionen selbst überlassen - wenn man sich natürlich eine Durchschnittsmeinung anhand der Rezensionen bilden will, wirkt so ein "Wälzer" natürlich erstmal abschreckend.
Jedenfall denke ich das die "nicht hilfreich" ankreuzenden Leser wahrscheinlich kritisiert hätten, das in der Rezension einfach mal jede einzelne Szene und sämtliche Handlungsabläufe plus Interpretationen druchgekaut werden, so das man den Film eigentlich schon komplett kennt.
Da ich das ganze nach dem Film gelesen habe, empfinde ich den Text als amüsant und gut beobachtet, insofern auch "hilfreich", kanns jedoch verstehen wenns andere nicht tun.
Wollte nur mal begründen, warum man aus subjektiver Sicht unter einer Rezension was ankreuzt - und finde es zumindest gut das deine Bewertungen nicht gelöscht und wieder eingestellt werden. Ähem...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.03.2011 06:40:09 GMT+01:00
Tonio Gas meint:
Herzlichen Dank, aber ich kann den, den Du meinst, auch verstehen, denn wer abklickt, kann doch mal eben kurz mitteilen, warum... LG, Tonio
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