Kundenrezension

473 von 552 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ausbaufähige Verfilmung, 23. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Twilight - Bis(s) zum Morgengrauen (Fan Edition) [2 DVDs] (DVD)
Ich kann verstehen, wenn Kunden diesen Film überschwänglich gut bewerten, jedoch kann ich auch verstehen wenn sich Kunden enttäuscht von dem Film zeigen.
Dieser Film ist sehr zielgruppenorientiert und das sollte man bei der Bewertung und beim Kauf bedenken. Die Story eines edelmütigen, gut aussehenden Gentlemans mit dunkler Seite, der einem Durchschnittsmädchen das Gefühl gibt etwas Besonderes zu sein und ihr ständiger Beschützer wird, trifft genau den Nerv einer bestimmten Zielgruppe (löst natürlich auch gegenteilige Gefühle bei anderen Gruppen aus ;))
Auch wenn ich wohl nicht zur Zielgruppe gehöre, so hab ich mich in die Vorlage des Films verliebt: Das Buch von Stephenie Meyer. Auch wenn ich denke, dass das Buch eklatante schriftstellerische Mängel hat, so bin ich in die Geschichte eingetaucht wie selten in ein Buch der letzten Zeit. Das nur zur Erklärung wie ich diesen Film gesehen habe: Voreingenommen, als Fan der Bücher. Wäre es nicht so, so hätte ich den Film evtl. schlechter beurteilt.
Daher werde ich auch ab und zu auf die Umsetzung Buch - Film zu sprechen kommen, auch wenn ich denke, dass sollte man lassen, denn Film und Literatur sind unterschiedliche Medien.

Zum Film:

Nein, einen Horror- oder Actionfilm wollte die Regisseurin nicht drehen. Scheinbar widerwillig hakt sie die Actionszenen des Films ab. Sie konzentriert sich lieber auf das Gefühlsleben einer Teenagerin und auf das Erwachen der ersten Liebe.

So trist und nebelig wie das Städtchen Forks ist auch das Teenagerleben Bella Swans. Bis sie auf ihre große Liebe den Vampir Edward Cullen trifft. Der Vampir in diesem Fall nicht als Symbol der Verführung und sexueller Leidenschaft, sondern eher als Verfechter unschuldiger Liebe.
"Komm! Raus aus dem Nebel. Rauf, wo die Sonne scheint." Eine schöne Beschreibung für das Erwachen der ersten Liebe, die Edward Bella abliefert, als er ihr zeigt wie er im Sonnenlicht aussieht. Für Bella sieht er wunderschön aus. Sie muss aber Erkennen, dass diese Schönheit auch eine zweckdienlich negative Seite hat.
"Das ist doch nicht möglich", staunt Bella in höchste Höhen versetzt auf den Baumwipfeln.
"Doch, in meiner Welt.", entgegnet Edward. Treffend gesagt. Dazu ist Liebe bzw. verliebt sein fähig.
Am Ende erkennt Bella: "Ich sterbe. Mit jeder Sekunde ein bisschen mehr." Und mit dieser Erkenntnis tut sie einen weiteren Schritt in Richtung Erwachsen werden.

Diese Szenen sind es, die den Film zu etwas Besonderem für mich machen. Das Erleben der ersten Liebe, das Verlieren der Unschuld. Diese Themen wurden gut herausgearbeitet und machen den Film zu einem Höhepunkt für alle, die diese Zeit gerade durchleben, oder für diejenigen, die sich nicht zu schade sind, sich gern an diese Zeiten zurück zu erinnern.

Dass der Film dennoch kein Meisterwerk ist, liegt an mehreren Hakpunkten.

Das größte Manko des Films ist, dass er einen inhomogenen Erzählfluss hat. Für manche Dinge lässt sich die Regisseurin viel Zeit, bei manchen Details hetzt sie durch den Film. Gerade das langsame intensive Verlieben, das den Zauber der Bücher ausmacht, kommt hierbei zu kurz. Die romantische Annäherung auf der Leinwand überträgt sich nicht auf den Zuschauer. Es scheint eher so, als beschließen Edward und Bella nur sich zu lieben, vom Verlieben spürt man nichts.
Dabei ist die "Coming out"- Szene zu erwähnen. Visuell sehr beeindruckend, wie vieles im Film, aber die Dialoge sind grauenhaft. Sie klingen auswendig gelernt und werden viel zu schnell abgespult. Die ganze Vampirgeschichte und Edwards Gefühle werden in diesen Dialog (mehr ein Monolog) gelegt. Das ist überfrachtet und lässt mich als Zuschauer kalt. Ich will Gefühle nicht erzählt bekommen, ich will sie sehen und spüren. Gerade auch den inneren Kampf Edwards, der im Film gar nicht ernsthaft behandelt wird. Da wurde eine Menge Potential verschenkt.
Überhaupt wird mir im Film zu viel geredet. Manchmal ist es besser etwas ohne Worte zu sagen. Zumal sich auch einige der schlechten Dialogzeilen aus dem Buch in den Film geschlichen habe, wo sich mir die Nackenhaare sträuben (Bsp: "Ich bin ein Killer").
Vielleicht hätte ein besserer Soundtrack dem Film gut getan und dem ganzen etwas mehr Tiefe und Emotionalität eingehaucht. Carter Burwells Score ist zwar nett, aber etwas dünn.

Kameratechnisch und visuell hat die Regisseurin einiges zu bieten. Viele Zeitlupen, tolle Schnitte, epische round- abouts etc. Manche Szenen wirken wie ein Musikvideo oder ein MTV Movie. Das hat durchaus seinen Reiz.

Was auffällt ist, dass der Film um einiges witziger ist, als die Bücher es sind. Es ist diese Selbstironie, die den Büchern fehlt. Leider fällt das schon wieder negativ ins Gewicht, da die Regisseurin nicht um Ausgleich bemüht ist. Tiefgründige und authentisch emotionale Szenen sind Mangelware.

Die Schauspieler sind gut gewählt. Bella ist so, wie ich sie mir vorgestellt hab(zum Glück nicht ganz so zickig und wehleidig wie im Buch). Eine solide schauspielerische Leistung.
Edwards Rolle, ist eine der Rollen, die man nicht den Erwartungen gemäß besetzen konnte. Ich finde mit Robert Pattinson hat man optisch eine gute Wahl getroffen. Schauspielerisch reicht das sicherlich nicht für den Max-Schreck-Ehrenpreis. Leider strahlt er zu keiner Zeit Gefahr aus.
Zwei Nebenfiguren die ich sehr gut besetzt fand, waren einmal Charlie, Bellas Vater und Badguy James.
Nervig ist der Akt integrativer political correctnes sämtliche unwichtigen Nebenfiguren empirisch abgesichert an Pseudorandgruppen zu verteilen.

Der Film hat starke Szenen, aber auch seine schwachen Momente.
Stark ist er, wenn sich Zeit gelasen wird. Leider gibt es davon zu wenig Momente.
Dennoch trotz allen Meckerns vergebe ich diesem Film 4 Sterne. Einmal mit Rücksicht auf die Zuschneidung auf die schmachtende Zielgruppe, andererseits hat mich der Film trotz allem gepackt und gut unterhalten. Sicherlich auch, weil ich das Twilight Universum liebe.
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Kommentare


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1-10 von 38 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.01.2009 13:58:30 GMT+01:00
Susanne Gall meint:
Da hat mir jemand meine Meinung aus dem Mund genommen und aufgeschrieben! Sehr gute Rezension.
Nur dass ich dem Film vielleicht nur 3 oder 3,5 Sterne gegeben hätte ;-) Aber eben allein schon dem Buch zuliebe..

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.01.2009 14:48:06 GMT+01:00
Ja das ist immer die Schwierigkeit wenn man nicht neutral bewerten kann ;-)
Insgeheim weiß man ja, dass die meisten mit ihrer Kritik recht haben....

Veröffentlicht am 26.01.2009 09:24:00 GMT+01:00
Schelli meint:
Sehr gute Rezension!

Fairerweise sollte jedoch erwähnt werden, dass gute Dialoge manchem Film erst die gewisse inhaltliche Tiefe verleihen, durch die ein guter zu einem sehr guten Film wird.

Twilight hat da schon seine Schwächen, aber darum geht es eigentlich gar nicht. Viele Menschen mögen Vampir-Stories, vor allem wenn sie so jugendlich frisch und appetitlich wie in diesem Film aufbereitet werden. Daher gelten die guten Bewertungen wohl weniger der handwerklichen Kunst der Filmcrew und Schauspieler, sondern der guten Story eines noch besseren Buches.

Persönlich würde ich dem Film daher vier Sterne geben, zumal sich Twilight wohltuend von den eher schwachen Sequels a la Blade oder Underworld abhebt. Wie immer gilt jedoch: de gustibus non disputandum.........

Veröffentlicht am 26.01.2009 16:40:31 GMT+01:00
Kati70 meint:
Kann mich den Vorgängern nur anschließen. Carlisle sah für mich ein wenig "spacig" aus. Alice fand ich superklasse! Bella und Edward kamen auch sehr gut rüber.(Ich will auch so einen Freund!!) "Ebenso nervig ist dieser Akt integrativer political correctnes sämtliche unwichtigen Nebenfiguren empirisch abgesichert an Pseudorandgruppen zu verteilen" - Genau! Eric war ja noch o.k, Angela schon ziemlich unpassend und einen "schwarzen" Laurent?? Naja!
Ansonsten bin ich jetzt schon gespannt, wie sich die Darsteller und Charaktäre in der Fortsetzung weiter entwickeln.

Veröffentlicht am 29.01.2009 01:06:35 GMT+01:00
Jens meint:
Zitat: Was auffällt ist, dass der Film um einiges witziger ist, als die Bücher es sind. Es ist diese Selbstironie, die den Büchern fehlt.
---

Da muß ich deutlich ein Veto aussprechen, auch wenn ich dem Rest der Rezension vollumfänglich zustimme. Selbstironie ist im englischen Original der Bücher in fast jeder Zeile zu spüren und zu lesen. Dies ist einfach eine Sache, die bei der Übersetzung der Bücher ins Deutsche verloren gegangen ist. Offensichtlich hat die Synchronisation des Films hier tatsächlich bessere Arbeit geleistet als die Übersetzerin der Romane.

Und wieder ein Grund mehr, sich der Originale (sei's Film oder Buch) anzunehmen, als der Übersetzungen...

Veröffentlicht am 29.01.2009 11:14:51 GMT+01:00
Hallo! Ich finde die Rezession alles in allem sehr gut! Ist auch genau meine Meinung, dass die Dialoge oft etwas zu platt sind- regen mich schon zum Schmunzeln an! Was ich nicht richtig finde ist dass der Teil in dem Bella gejagt wird zu kurz ist. Der Vamipir der sie jagt hat übermenschliche Kräfte um sie zu finden, wie sollte man damit in Einklang bringen, dass er sie ewig jagt? Denn alles was die Culans versuchen schlägt wegen seiner Kräfte fehl! Ansonsten aber wie gesagt ziemlich genau meine Meinung!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.01.2009 09:33:16 GMT+01:00
Doris Rauch meint:
Da muß ich absolut zustimmen. Ich habe mittlerweile alle Bände im englischen Original gekauft, weil sie mir um einiges besser gefallen als die deutschen Übersetzungen. Die ersten drei Bände hatte ich auch auf deutsch gelesen und hinterher dann gemerkt, was bei der Übersetzung alles verloren geht!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2009 09:24:13 GMT+01:00
M. Steil meint:
Laurent ist auch im Buch schwarz ;)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.02.2009 11:49:14 GMT+01:00
Um ganz genau zu sein olivfarbend ;) (Laut deutscher Übersetzung. Was ich mir gerade ziemlich seltsam vorstelle ;-))
Ich wollte mit meiner Bemerkung auch eher eine Tendenz kritisieren, die allgemein zu finden ist und nicht unbedingt "Twilight" spezifisch ist (Wird ja auch in einigen Parodien immer wieder drauf eingegangen)

Veröffentlicht am 05.02.2009 22:05:21 GMT+01:00
max well meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]
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