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Kundenrezension

17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Parabel auf Moderne und Postmoderne, 3. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Das Schloß: Roman (suhrkamp taschenbuch) (Taschenbuch)
Im letzten und düstersten der drei Kafka-Romane spielt der größte Teil der Handlung nachts; die Tage sind so kurz, dass das Tageslicht nur wenige Stunden andauert. Selbst an Sommertagen fällt gelegentlich noch Schnee. Der Protagonist K. hält sich wie ein ungebetener Gast im Dorf auf. Beim Versuch, über eine Seitengasse in Richtung Schloss zu gelangen, sinkt er im Schnee ein, kommt nicht weiter. Die Naturgesetze folgen der hier herrschenden Ordnung des Schlosses ebenso wie die Dorfbewohner und die Beamten.
In dieser magischen, finsteren, ländlich-ärmlichen Welt des Dorfes kämpft K. um sein grandioses Ziel, ins Schloss zu gelangen. Dabei werden Müdigkeit, Obdach und Schlaf zu einem immer größeren Problem der Hauptfigur. Einmal äußert er die Bitte, "ein Brett auf die Fässer legen" und schlafen zu dürfen, worauf man ihm "irgendein Kissen" hinwirft. Eines Nachts im Herrenhof beim Beamten Bürgel könnte K. alles erreichen. K. scheitert an seiner Müdigkeit, sein Kampf um Fortschritt ist längst absurder Leerlauf. Im ersten Kapitel sagt K.: "Ich will immer frei sein." Davon bleibt im Romanverlauf nichts übrig. K. lernt, seine Persönlichkeit, seine Ziele und Bedürfnisse dem übergeordneten Zweck, dem herrschenden Prinzip unterzuordnen. Bei Kafka "irrt und kämpft" (Grönem.) der Mensch vergeblich. Ob er sich anpasst oder kämpft, das Schloss ist unabhängig davon freundschaftlich oder feindselig orientiert. K. hat keine Möglichkeit der aktiven Auseinandersetzung mit der ihm gegenüberstehenden Ordnung. Diese entzieht sich jeder Überprüfbarkeit und Erfahrbarkeit. Alle Widersprüche und Absurditäten dieser Ordnung sind unangreifbar. Darin liegt K.s Unfreiheit und die aller anderen Romanfiguren. Der Roman ist die große Parabel der Moderne und Postmoderne, ein visionäres Meisterwerk, aktueller denn je, Meta-Literatur, eine Lektüre-Herausforderung, die jeden Leser (über-)fordert.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 16.10.2009 12:04:39 GMT+02:00
Opernglas meint:
Ihrer Rezension gebe ich gern recht, bis auf die "Parabolisierung der Postmoderne" - die konnte Kafka unmöglich gekannt haben, die ist ja nur ein Sammelbegriff für poststrukturalistisches und dekonstruktivistisches Gedankengut aus der 2. Häfte des letzten Jahrhunderts. Möglicher Einwand ihrerseits: visionäres Werk; dies müsste dann aber expliziert werden. Alles in allem reiche ich Ihren fünf Sternen gerne die Hände zum Hochhalten. Kafkas "Schloß" ist einer der besten Romane aller Zeiten!!!
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