Kundenrezension

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine zahnlose Jägerin?!, 25. April 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Star Wars(TM) Knight Errant: Jägerin der Sith (Taschenbuch)
Die Frage was ich, 19, eigentlich im Jahre 2012 von einem Star Wars-Roman erwarte verdient mehr Beachtung als ich ihr an dieser Stelle einräumen kann, lässt sich aber verkürzt so beantworten: ich erwarte unterhalten zu werden. Das ist eine gerne bemühte Floskel, viel steckt aber nicht dahinter. Nicht die Neuerfindung des Rades, nur die weitgehende Abwesenheit von Längen und Ödnis, nicht der stilistische Höhenflug, nur ein Mindestmaß an Kreativität und Präzision, kein Feuerwerk, sondern ein oder zwei Schmunzler, oder vielleicht ein spannendes Finale oder eine tolle Hauptfigur. Wie ein Autor oder eine Autorin dies bewerkstelligt, sei ihm oder ihr selbst überlassen' - es führen viele, oft sehr gegensätzliche Wege nach Rom.
Auch auf die Frage was ich von diesem Werk, mit Namen 'Knight Errant', erwartet habe gibt es eine bis zur Bedeutungslosigkeit simple Antwort: mehr. Vom besten Roman der letzten Jahre und der Rückkehr zum Essenz des Kriegs der Sterne war die Rede. Leider konnte John Jackson Millers Roman-Erstling weder das eine noch das andere für mich werden ' wenngleich ich wirklich versucht habe, ihn zu mögen. Wie viel mehr ich zu hoffen wagte ist indes schwer zu sagen'

Die Geschichte der fahrenden Ritterin Kerra Holt ist schnell erzählt: 1032 VSY, im dunklen Zeitalter der Republik, strandet die junge Jedi im Daimanat, einem von vielen kleinen Reichen im Sith-Raum - auf sich allein gestellt, aber entschlossen den Sith die Stirn zu bieten. Eben das tut sie nun auch, während die Ereignisse sie von einem durchgeknallten Sith-Reich ins nächste spülen. Dieser Spülgang hat eine Dauer von nicht weniger als 505 Seiten, ist aber zerhackstückelt in drei weitgehend autonome Abschnitte und ohne echten Spannungsbogen. Der Plot ist zudem, so viel sei verraten, ohne Pointe, eher ein Aufhänger denn tragendes Element. Tragende Elemente sind vielmehr die handelnden Figuren selbst und die mit viel Hingabe entworfene düstere Welt der narzisstischen Sith-Lords. Zunächst geht dieses Konzept auch auf: sowohl die Ära und das Setting als solche, als auch die zunächst eingeführten Protagonisten ' der bothanische Spion Narsk und unsere Heldin Kerra ' punkten mit ihrer Unverbrauchtheit, profitieren vom Reiz des Unbekannten, zumal der Bothaner auch im weiteren Verlauf ein undurchschaubarer Aktivposten bleibt. Doch auch die unkonventionelle, stoische Kerra erfrischt anfangs mit ihrer etwas unterkühlten, wortkargen, aber entschlossenen Art ' und eine ordentliche Speeder-Verfolgungsjagd hat schließlich auch noch nie geschadet. Doch von hier an ' wir sind gerade erst auf Seite 50 - verpufft die Wirkung mehr und mehr, bis aus Höhepunkten sanfte Hügel werden, während sich die Helden ' zu ihnen gesellte sich zwischenzeitlich der sensationell vorhersehbare, freischaffende Brigadier Rusher ' in sich endlos im Kreis drehenden quasi-Monologen verbrauchen und die verrückten, aber wenigstens nachvollziehbar-verabscheuungswürdigen Sith durch sabbernde Kinder ersetzt werden, deren Funktion für die Geschichte rätselhaft bleibt. Die Dilemmata der holden Kerra und ihrer Mitstreiter(?) werden erkannt, aber Miller kommt einfach nicht auf den Punkt ' und das ist sein Dilemma. Den Dialogen, den inneren Monologen, dem ganzen Erzählen fehlen ' leider auch stilistisch ' die Schärfe und der Witz eines Matthew Stover oder Sean Stewart (zugegeben hohe Maßstäbe) und so werden die Seiten länger und länger und die Zahl 505 fällt plötzlich ins Gewicht. Nur zum Ende hin beschleunigt sich noch einmal der Herzschlag der Ereignisse.

Die Moral von der Geschicht': ich bin eigentlich ein sehr langsamer Leser, habe diesen Schinken aber in gut 4 Tagen weggelesen, weil ich wirklich auf der Suche nach etwas war, das viele andere in 'Knight Errant' gesehen haben ' allein der Erfolg blieb aus. Spätestens nach dem ansehnlichen ersten Abschnitt flacht das Buch mit seinen austauschbaren Abenteuern und seiner Gruppe recht ähnlicher (pragmatischer) Figuren mehr und mehr ab. Es fehlen Höhepunkte, es fehlt ein roter Faden und so sprang der Funke leider nicht auf mich über (welchen Anteil hieran die Übersetzung hatte kann ich derweil nicht beurteilen ;).
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.05.2012 16:12:25 GMT+02:00
Mario Pf. meint:
Das deckt sich irgendwie auch mit meiner nachträglichen Meinung, weiß nicht warum ich damals vier Sterne vergeben habe. Und ich dachte mir damals noch vielleicht liegts an Millers Englisch, also genau das Gegenteil zur Übersetzung. Stellvertretend für viele schweigende Stimmen, danke für die ehrliche Rezension ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 24.05.2012 18:33:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.06.2012 13:21:00 GMT+02:00
Chewie meint:
Immer gerne :) Auf jeden Fall ein Vorteil der Originale, dass sie nicht durch Übersetzungen verfälscht sind und sich somit noch unmittelbarer (be)werten lassen.
Das Phänomen, dass man sich hinterher fragt: warum habe ich dann und dann eigentlich so viele Sterne gegeben (und bisweilen auch: was habe ich da eigentlich für einen Mist geschrieben), das kenne ich nur allzu gut. Heute würde doch auch einiges wesentlich schlechter wegkommen.
Beste Grüße in der Hoffnung, dass man auch in Zukunft (zumindest zu etwaigen SW-Büchern) - wieder mehr? - Rezensionen von dir lesen kann :P

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.06.2012 09:59:18 GMT+02:00
Mario Pf. meint:
Spätestens zu Mercy Kill muss ich ja fast wieder was schreiben, dafür war ich ein viel zu großer Fan der Gespensterstaffel. Aber mit Scourge weiß ich jetzt nicht allzu viel anzufangen. Habe mir kürzlich zur Erinnerung wieder mal Darth Bane 1 zu Gemüte geführt um zu verstehen was mich damals noch so zu einer mittelmäßigen Wertung angetrieben hat. Vielleicht sollte ich heute ein paar Passagen anders formulieren, aber im Grunde bleibts essentiell bei der gleichen Kritik. Wahrscheinlich habe ich mir seitdem nur ein bisschen zu oft gedacht "Och Innovationen und Bemühungen gehören schon belohnt" und dann ein Extra-Sternchen dran gehängt. Quasi der Stern für das sonst schlechte Gewissen zu wenig Lob und zu viel Tadel ausgeteilt zu haben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2012 19:22:55 GMT+02:00
Chewie meint:
Innovationen belohne ich auch gerne - ein Vergnügen, das selten genug ist -, Bemühungen kann ich inzwischen nicht mehr viel abgewinnen. Es wäre ja noch schöner, wenn sich die Autoren nicht zumindest "bemühen" würden. Diese bemühten Werke machen mich ehrlich gesagt zunehmend ratloser...klar, ich hätte mir auch für Knight Errant 4 Sterne zusammenbasteln können, aber genauso hätten es auch 2 sein können.
Das ist auch einer der Gründe weshalb ich inzwischen versuche stark zu selektieren und wirklich nur noch solche Bücher zu lesen, die mir auch erfolgsversprechend erscheinen. So richtig klappt das aber noch nicht, denn vielmehr als Bemühen konnte ich dem Geist von Tatooine auch nicht attestieren, auch der Dynastie des Bösen nicht (und davon hatte ich doch einiges erwartet), die schwarze Flut fand ich über weite Strecken sterbenslangweilig und in geringerem Maße enttäuscht war ich auch von Schatten des Imperiums, wenn ich ehrlich bin. Ins deutsche Medstar hab ich reingelesen und konnte mich spontan nicht mehr erinnern, was ich am Original so genial fand, Schleier der Täuschung habe ich mir bei den Preisen gar nicht erst geholt. Und das wars in den letzten beiden Jahren schon fast - habe noch mal Labyrinth des Bösen gelesen und fands großartig, habe Darth Plagueis gelesen und war begeistert und kürzlich bin ich Luke nach Mindor gefolgt und fands zumindest unterhaltsam.
Ich weiß auch nicht, da guck ich lieber TCW: ist auch meist Mist, aber dieser Fehler kostet immerhin nur 22 Minuten ;) Im Regal hab ich noch Der Pilot stehen (unter 10 Euro ersteigert ;), Shadow Games und Betrogen könnten mich noch reizen, vllt Plagueis auf Deutsch, aber dann ist Sendepause, glaube ich (es sei denn du kannst mir Mercy Kill schmackhaft machen...)
Warum ich noch W/was rezensiere? Weiß ich auch nicht, manchmal überkommt es mich, manchmal habe ich Langeweile. Und dann frage ich mich, ob ich wirklich etwas zu sagen habe, welchen Mehrwert es tatsächlich hat, wenn ich die 500. Rezi zu einer kontroversen Diskussion beisteuere und beschließe einen SW-Buch zu rezensieren, da habe ich meinen Spaß und mache trotzdem nichts kaputt, kann mich im Gegenteil sogar noch gut fühlen, wenn ich die meisten anderen 5-Zeiler so lese. Klasse ;)
Wobei, eins würde mich dann doch noch interessieren:
Star Wars: X-Wing: Mercy Kill

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.07.2012 10:37:10 GMT+02:00
Mario Pf. meint:
Wobei The Clone Wars durchaus schon ein paar interessantere Akzente gesetzt hat, die auch die Comics und Romane vermissen ließen, wie die Rolle von Institutionen wie dem Bankenclan. Natürlich nur die light-Version, aber immerhin.

Selektieren ist auch etwas das ich erst schmerzhaft langsam lernen musste. Wenn ich mir die nächsten SW Romane so ansehe dann bin ich mir auch nicht so sicher. (Scoundrels) Zahn und Schmuggler könnte amüsant sein, doch wenn ich mir die anderen Zahn-Bücher auf den Aspekt so ansehe nichts was ich unbedingt haben muss. Für Annihilation spricht für mich zu wenig, bin kein Karpyshyn-Fan und die Handlung gibt mir zu wenig her. Crucible - Troy Denning, wieder die großen drei und die Anklänge... nein danke. Als Alternative hab ich ja auch noch die ganz alten Schinken aus der Bantam-Ära rumliegen.

Naja einer der Gründe warum es von mir nur noch so wenig (im Vergleich zu früher fast nichts mehr) zu lesen gibt ist ja, dass mir die Motivation fehlt. Wenn ich es zugeben soll, mir fehlt der Kitzel, dass es mich wirklich wieder einmal reizen würde über ein bestimmtes Buch zu schreiben. Irgendwie musste ich mir die Rezension zu Apocalypse ja schon kramphaft abringen. Und dann graust mir vor der Frage wie ich dem ganzen noch eine Sternchenangabe überstülpen soll. Da bin ich ganz der Meinung eines meiner Dozenten, dass es schlussendlich doch viel aussagekräftiger wäre zumindest einen Satz über jemanden/etwas zu schreiben als nur eine Note zu vergeben. In meiner Meinung wäre es viel "neutraler" und für die Leute einfacher aus einer Rezension herauszulesen was sie wollen, der Inhalt sollte im Vordergrund stehen, nicht die Sternchen und da liegt für mich auch die Crux mit den ganzen Zweizeilern. Die sind Alibirezensionen, am besten man hätte es irgendwie möglich gemacht, dass einfach nur Sterne ohne Text vergeben werden und eine Rezension zu verfassen optional gehalten. Würde zwar Quantität kosten, aber die Chance eröffnen den Informationsgehalt der Rezensionen im Schnitt anzuheben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.07.2012 16:33:19 GMT+02:00
Chewie meint:
Ja, sicher; Ansätze, Akzente, Potentiale - natürlich, die gibt es überall. Aber ich gucke mir das ja nicht an, um dann nicht zu Ende gedachte Ansätze auf Grunschulniveau in mich reinschaufeln zu lassen. Ich komme ja mit dieser Inkosequenz und Einfältigkeit klar, aber man muss das Publikum ja nicht mit der Nase darauf stoßen. Ein Akzent ist insofern für mich nur dann hilfreich und löblich, wenn er auch zu irgendwas führt, zumindest führen könnte...
Ich möchte gar nicht so viel über derartige Dinge nachdenken müssen. Habe bespielsweise den Piloten jetzt ausgelesen und fand es einfach klasse, mit welcher Leichtigkeit Crispin der Frage wie dieser Kerl eigentlich der wurde, den wir lieben lernten, nachgeht. So soll es sein. Die Frau steht hinter ihren Figuren und deren Geschichte und kann oben drein auch noch schreiben. Daher bemühe ich mich nun irgendwie den 2. Band zu ergattern (ist nicht leicht, vllt hol ichs mir als engl. Taschenbuch). So etwas traue ich in der Tat ebenfalls keinem der obigen Autoren zu, ob sie nun Akzente setzen oder nicht.

Ja, sicher, unterschreibe ich alles - nur ist die menschliche Inkonsequenz eben eine Konstante und Amazon ein Unternehmen dass diese für sich zu nutzen weiß. Realistischerweise wird es ja auch nicht einfacher, sondern immer noch schwieriger zumindest einer akzeptablen Anteil der Entscheidungen die man tag-täglich trifft, zu begründen und zu hinterfragen. Ich tue das jedenfalls nicht ;)
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