Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Gräfin Elisa - ihr Leben und ihre Zeit ..., 25. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Gräfin Elisa: Eine Lebens- und Liebesgeschichte (Gebundene Ausgabe)
Elisa Davidia Margarethe Gräfin von Ahlefeldt (* 17. November 1788 auf Schloss Trankjör auf der dänischen Insel Langeland; † 20. März 1855 in Berlin) war eine deutsch-dänische Edelfrau und Gattin des preußischen Generalmajors und Helden der Befreiungskriege Adolf von Lützow (1782-1834).

Elisa von Ahlefeldt war das einzige überlebende Kind des Grafen Friedrich von Ahlefeldt-Laurvigen. Sie genoss eine ausgezeichnete Erziehung, hatte aber keine glückliche Kindheit und Jugend. Häusliche Zerwürfnisse, meist hervorgerufen durch Verschwendung und Ausschweifungen des Vaters, trennten die Ehe der Eltern. 1806 wurde sie morganatisch dem dänischen Kronprinzen Christian (später Christian VIII.) angetraut und gebar 1807 eine Tochter. Diese erste gegen den Willen des Vaters geschlossene kurze, glückliche Ehe wurde verschwiegen und das Kind von Dänemark ferngehalten.
Bei einem Badereise nach Bad Nenndorf mit ihrer Mutter begegnete sie dem preußischen Offizier Adolf von Lützow, der sich dort von Verwundungen aus Kämpfen der Freischar Ferdinand von Schills gegen Napoleon kurierte. Sie heiratete ihn am 20. März 1810 nicht ohne den schwer zu überwindenden Widerstand ihres Vaters. Die Ehe war anfangs glücklich, solange die Vaterlandsliebe beide zu gemeinsamer Tätigkeit verband. Als Lützow 1813 sein Freikorps errichtete, hatte Elisa daran entschiedenen Anteil. Sie wirkte begeistert für die Werbung und Ausrüstung der Freiwilligen, nahm in Breslau die Meldungen an und widmete sich später aufopfernd den Verwundeten. Theodor Körner, Friedrich Friesen und Petersdorff, gehörten damals zu ihren treusten Freunden. Mit Friedrich Friesen verband sie eine enge Freundschaft und sie wirkte 1843 maßgeblich mit, dass dieser 29 Jahre nach seinem Tod auf dem Berliner feierlich beerdigt werden konnte. In den Kämpfen blieb sie dem Korps nahe, helfend, pflegend (namentlich ihren oft verwundeten Gatten), alle Mühen teilend.
Quelle: wikipedia.de

Ich habe ein Buch entdeckt, welches mich auf Grund des Cover neugierig gemacht hat. Der Titel sagt nicht viel aus über die Person, die im Buch biografisch porträtiert wird. So habe ich mich mit dem Rückentext beschäftigt. Ich habe erfahren, dass es sich um Gräfin Elisa von Ahlefeld handelt, die eine Frau war innerhalb der Zeit, in der sie lebte, die über sich selbst bestimmen konnte, weil ihr dies durch ihre Herkunft und auch Bildung vergönnt war.

Sie lebte eine Zeit mit Major von Lützow zusammen. Dies war während der Zeit der Befreiungskriege (Kampf gegen Napoleon) Sie war mit ihm bis zum Jahr 1825 verheiratet, ließ sich dann scheiden und lebte ab da mit Karl Immermann, dem Schriftsteller zusammen. Die beiden heirateten nie.

Auch mit ihm verband sie aber nicht die ewige Liebe und Treue. Nach der Trennung von ihm reiste sie erst einmal durch Italien und ging dann nach Berlin, wo sie gemeinsam mit ihrer Freundin Johanna Dieffenbach einen Berliner Salon eröffnete – der als Treffpunkt für Schriftsteller und Künstler in die Geschichte einging.

Der Autor Günter de Bruyn erschuf mit dieser Biografie ein detailliertes persönliches Porträt dieser faszinierenden Frau und ihrer Epoche. Natürlich bekommt man auch sehr viel Wissenswertes nicht nur aus dem Leben von Gräfin Elisa geboten, sondern auch viel Informationen zu den Personen in ihrer Umgebung und ihrer Zeit überhaupt.

Teile, die aus Schriftwechseln usw. entnommen sind und im Buch abgedruckt, sind jeweils kursiv gedruckt.

Leseprobe:
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In die Magdeburger Jahre fiel auch seine Enttäuschung darüber, dass Elisa nicht immer so wollte wie er. Schon vor ihrer Scheidung war zwischen ihnen von Heirat die Rede gewesen, und Elisa war, wie Immermann später behauptete, erst seinem Verlangen danach entgegengekommen, hatte aber ihre Meinung darüber nach den Magdeburger Erfahrungen korrigiert. Auch in den kommenden Jahren, in denen sie ihm als Zuhörerin und Kritikerin seiner Dichtungen unentbehrlich wurde, versuchte er sie immer wieder umzustimmen, sie aber blieb bei ihrer Verweigerungshaltung, über deren Ursachen sie ihn und die Nachwelt im Unklaren ließ. Vielleicht ahnte sie schon, dass sie einmal einer Jüngeren wegen verlassen werden würde …

Das Buch ist mit zahlreichen Bildern versehen, die die ohnehin verständlichen Texte nochmals bildhaft untermalen Die Fotos sind schwarz/weiß und sehr interessant und aussagekräftig. Sie zeigen Gräfin, ihre Zeit und die Menschen, mit denen sie verkehrte. Man sieht aber auch z. B. das Wappen der Familie von Lützow und das Testament von Gräfin Elisa.

Das Buch endet mit einem Zitaten- und Abbildungsnachweis, einer Bibliographie, einer Zeittafel zum Leben Gräfin Elisas sowie einem Personen- und Ortsregister. Das Buch ist in 9 Kapitel gegliedert, die jeweils die Lebensabschnitte innerhalb der Biografie Gräfin Elisa von Ahlefeldts darstellen.

Meine zusammenfassende Meinung:
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Zusammenfassend möchte ich noch einmal sagen, dass ich dieses Buch sehr schnell gelesen hatte, weil es kurzweilig geschrieben ist. Kurzweilig bedeutet in diesem Fall nicht, dass ich das Buch so nebenher lesen konnte oder wollte. Nein, ich habe es mit Genuss und Interesse gelesen, viele Infos für mich herausgefiltert und bin super unterhalten worden.

Die Informationen sind in sehr eingängige Texte eingebunden, die man gern liest, weil sie nicht trocken daher kommen. Der Spagat zwischen belletristischer Biografie und Sachbuch ist auf einem hohen Niveau geschaffen worden. Ich kann es nicht anders ausdrücken, weil man hier kaum zweiteilen kann, sondern das Ganze in einem betrachten muss. Vielleicht kann man meine Worte nur verstehen, wenn man das Buch gelesen hat. Ich hoffe, ich drücke mich nicht zu unverständlich aus, aber ich kann meine Gedanken und Gefühle zum Buch nicht anders in Worte fassen, als dass ich sagen kann, dass ich das Buch gern gelesen habe, dass es mir Freude bereitet hat, zum einen, weil es literarisch ein Genuss ist, und zum anderen, weil man auf den Punkt gebracht die biografischen Infos erhält zur Person und die historischen Infos zur Zeit. Außerdem positiv erwähnenswert ist es, dass der Autor Fragen aufwirft, eigene Gedanken beiträgt, dem Leser aber trotzdem irgendwie auch Raum lässt sich zu der ein oder anderen Verhaltensweise der Protagonistin seine eigenen Gedanken zu machen. Elisa von Ahlefeldt war in ihrer Zeit sicher keine leicht zu verstehende Frau, was im Buch auch gut rüberkommt. Der Autor gibt auch zu, dass man einiges auch mittels tiefer Recherchen einfach nicht komplett verstehen, sondern „nur“ annehmen kann, aber das ist OK. Besser ehrlich, als einfach dahin schreiben ohne zu 100 Prozent überzeugt zu sein. Dieses nicht zu 100 Prozent Wissen trifft aber nicht oft zu, aber ich wollte es halt nicht unerwähnt lassen.

Hier werden die Männer sagen: „Versteh einer die Frauen …“ *g*

Die Biografie, die emotional und auch sachlich hinterfragt und Antworten gibt, trägt auch dazu bei, dass man die Zeit Gräfin Elisas in ihr Leben einzuordnen vermag.

Alles zusammen genommen vergebe ich hier für dieses informative und unterhaltsame Büchlein volle Leseempfehlung !!!
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