Kundenrezension

35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wichtige und unwichtige Substanzen, 9. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Wer bin ich - und wenn ja wie viele? Eine philosophische Reise (Broschiert)
"... Abermillarden Organismen sausen durch die Welt mit einem einzigen Auftrag: Meine Erbsubstanz ist die wichtigste Substanz auf der ganzen Erde .." so ähnlich könnte es in einem Bio-Aufsatz eines Gymnasiasten über das Thema Genetik stehen. Das Zitat entstammt jedoch dem vorliegenden Buch, einer "originellen Einführung in das Thema Philosophie" von Richard Precht.

Begeben wir uns einmal kurz geistig zurück in die Sphäre unseres jugendlichen Weltbildes. In der Schule beginnen für uns, als in einer Bildungsgesellschaft Heranwachsende Wunsch und Realität einen disparaten Bund einzugehen. Ausgelöst durch mitunter schmerzhafte emotionale Erfahrungen lernen wir zu unterscheiden was möglicherweise, was wahrscheinlich und was realistisch erreichbar sein wird für uns im weiteren Ausbildungs- und Lebensweg. Bei einigen führt dieser Bund zu positiven charakterlichen Entwicklungen und Einsichten im Hinblick auf ein späteres wertvolles Tun für die Gemeinschaft, in der man als Erwachsener Verantwortung für sein Handeln übernimmt und sich effektiv über eine soziale Zugehörigkeitsgruppe in einer oder mehreren Disziplinen einbringt oder gar hervortut. Bei anderen sind Enttäuschungen bestimmend und führen zu Rückzugsstrategien aufgrund von erlittenen seelischen Verletzungen, die dann ein Verharren auf dem Fortgang des Reifungsprozesses bewirken können. Der pubertären Reifegrad, geprägt von sexuellem Begehren, Neid, unzureichender Einschätzung eigener Fähigkeiten gerinnt zum bleibenden Bezugspunkt des Lebens und der Biographie.

Als potentieller Leser des Buches "Wer bin ich .." finden Sie sicher hier auf diesen Rezensions-Webseiten einige Kommentare die um so viel spannender und interessanter als die Inhalte dieses Prechtschen Werkes selbst, dass sich zunächst nur die Frage nach dem Grund für diesen kommerziellen Erfolg stellt. Die sich durch das über das Fernsehen, Youtube etc. laufende Marketing für dieses Produkt aber von selbst beantwortet. Als Buch ist dieses Werk schlicht unlesbar, da mehr als zwei, drei Absätze von einem denkenden Menschen nicht am Stück bewältigt werden können ohne Innezuhalten und tief Luft zu holen. Wie ein derart beworbenes Werk in Druck gehen kann, ist schier unbegreiflich. Vor grossem Publikum werden hier unreflektiert peinliche spätpubertäre Selbstbespiegelungen ausgebreitet, die philosophische Biographien lediglich als Baukasten für eine Kulisse eines aufgeblasenen Autoren-Egos benutzen. Ausser Inhalten aus dem Fernsehen bzw. Kino, dem Internet und vereinzelt angelesenen Brocken, angereichert mit eklatanten sachlichen und sprachlichen Fehlern zuhauf gibt es in diesem Werk auf den ersten Blick nichts zu finden. - Der Schriftsteller Arno Schmidt zeigte uns einst am Beispiel des Werkes von Karl May wie man dennoch Spass an einer massenwirksamen Lektüre haben kann, die keinerlei Niveau besitzt (Meine Empfehlung zur Vertiefung: "Sitara und der Weg dorthin"). Episoden dieser Art, des Herrn Precht, werden die etablierte Substanz der gebildeten Welt in Zukunft dauerhaft beschädigen wenn nicht gegengesteuert wird. Soweit pauschal.

Eines im Detail möchte ich aber dennoch über das Buch nicht ungesagt lassen. Die Respektlosigkeit mit der andere Menschen, nicht nur Geistesgrössen hier grobschlächtig abgekanzelt werden ist trotz des jugendlich unbefangenen Gemüts des Verfassers beispiellos. Zur Verdeutlichung eine kleine fiktive Stilübung: --- "Der deutsche Autor Richard Precht wurde 1964 geboren. Nach Besuchen zweitklassiger Ausbildungsstätten promovierte er schliesslich in Germanistik über den "Mann ohne Eigenschaften". Da er sich zwar eine geistige Nähe zur Philosophie erträumte jedoch keinerlei Verständis für diese komplexe Materie mitbrachte oder sich erwerben konnte, von eigenen Ideen gar nicht zu sprechen, verfasste er populärwissenschaftliche Belletristik für Halbgebildete. Mit dümmlich grossspurigen Essays in bescheidenem bis schlechtem feuilletonistischen Stil brachte er es zu einem zeitweiligen Bekanntheitsgrad in öffentlichen Sendungen. Als Vehikel hierfür diente ihm die Ehe mit einer Fernsehmoderatorin. Weder die akademische Welt noch die ernsthafte Literaturkritik nahm von ihm Kenntnis."

PS: Ein Lektorat, selbst wenn es nur im Auftrag von Goldmann tätig ist, sollte darauf achten wenn Autoren bei Wikipedia abschreiben.
PPS: Schön, dass nach wie vor ein ungebrochenes Interesse am Thema Philosophie zu bestehen scheint. Wenn auch hier das Mode-Thema "Ich" im Vordergrund steht.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 11.03.2010 11:42:40 GMT+01:00
Sie werfen dem Autor vor, dass er "schwere Kost" serviere. Ihre Rezension ist aber auch ein ganz schön verschachteltes kryptisches Gebilde.

Veröffentlicht am 24.03.2010 16:12:40 GMT+01:00
BazookaJones meint:
Dem Autor "sprachliche Fehler zuhauf" vorzuwerfen, finde ich im Hinblick auf Ihre kontinuierlich diffuse Kommasetzung sehr amüsant.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.03.2010 15:05:19 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 29.03.2010 15:19:18 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 29.03.2010 15:15:39 GMT+02:00
G. Kascha meint:
Ein paar Stilübungen mehr als nur die "fiktive" würden Ihnen künftig von Nutzen sein; besser noch: den Lesern Ihrer Rezensionen. Dann vielleicht, von der Kommasetzung mal abgesehen, erschlössen sich ihnen auch die Inhalte. Oder ging es vielleicht gerade in Ihrer Rezension darum aufzuzeigen, wie man effizient "peinliche spätpubertäre Selbstbespiegelungen ausgebreitet"? Das allerdings wäre dann ein Husarenstreich.

Veröffentlicht am 02.04.2011 00:01:30 GMT+02:00
G. E. Scheidt meint:
Ich finde "unreflektiert peinliche spätpubertäre Selbstbespiegelungen" trifft meiner Meinung voll ins schwarze. Jeder der nur ein wenig Ahnung von philosophischer und naturwissenschaftlicher Materie hat, dürfte nach wenigen Seiten Lektüre des Prechtsche "Werks" ein ähnliches Urteil wie Herr Mareschall fällen. Wenn man sich die unsachlichen Kommentare zur Rezension ansieht, fragt man sich, ob es den Autoren überhaupt um den Inahlt des Buches geht. Vielleicht hat hier Goldmann ein wenig nachgeholfen. Wer in der Sache nicht glänzen kann, bläst sich gern an Formfehlern auf.
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