Kundenrezension

75 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein notwendiger Aufschrei!, 8. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Wir lassen sie verhungern: Die Massenvernichtung in der Dritten Welt (Gebundene Ausgabe)
Feinde und Freunde hat sich der Schweizer im Laufe seiner Lebensjahrzehnte überall gemacht. Ein Freund glasklarer Worte ist er. Wenn er meint, wir wären am Hungertod von jährlich mehreren Millionen Menschen Schuld, dann sagt er dies auch ohne wenn und aber.

Mit Hilfe von Statistiken, vielen weiteren Zahlen und mir bislang unbekannten Hintergrundinformationen kann er dies beweisen. Der einstige UNO-Diplomat sagt heute in seinem Buch: "Der jährliche Hungertod von mehreren zehn Millionen Männern, Frauen und Kindern ist der Skandal unseres Jahrhunderts." Ohne Zweifel ist dies ein Skandal. Ein weiterer ist allerdings auch, dass das Wissen um diese Tatsache gar nicht so neu ist, aber wir in den reichen Ländern noch immer nicht den Aufstand der Anständigen organisieren, um diesen Skandal des Jahrhunderts zu beseitigen. Wer überlegt sich schon die Dimension von zehn Millionen? In seinem Buch schildert der Autor den Tod von Kindern anhand von Zahlen, aber auch mit ergreifenden Worten, mit denen er seine Beobachtungen in einer afrikanischen Krankenstation beschreibt. Eine Krankenschwester wählt unter den vor den Toren der Einrichtung stehenden Müttern mit ihren halbverhungerten Kindern, diejenigen zur Behandlung aus, bei denen eine Behandlung noch Sinn macht. Die anderen bleiben sich selbst überlassen und bleiben chancenlos zurück.

Sehr genau geht Jean Ziegler darauf ein, dass unser Problem nicht die schnell wachsende Weltbevölkerung ist: "In ihrem augenblicklichen Zustand könnte die Weltlandwirtschaft problemlos zwölf Milliarden Menschen ernähren, was gegenwärtig fast der doppelten Weltbevölkerung entspräche." Harsche Kritik übt der Autor an der Politik der Weltbank. Er überführt mächtige Investoren unmenschlichen Handelns. Er geht auf die Politik einzelner Staaten ein und er appelliert dringend an das Verantwortungsbewusstsein von uns Einwohnern der reichen Länder.

Dabei ist sein Fokus nicht nur auf Afrika gerichtet: "Heute ist die Hälfte der Kinder, die in Indien geboren werden, schwerst oder permanent unterernährt." schreibt Jean Ziegler. Und dabei ist Indien schon lange kein Entwicklungsland mehr. Aus Indien kommen bestens ausgebildete Computerspezialisten und das Land hat sich einen Namen in der Raumfahrt gemacht. Immer mehr verlagert sich der Kampf um das tägliche Brot vom nicht Vorhandensein der Grundnahrungsmittel zum globalen Kampf reich gegen arm. Auch hier nimmt Jean Ziegler kein Blatt vor den Mund, nennt Ross und Reiter.

Letztlich habe ich das Buch durchgelesen und sitze nun ratlos da. Was fange ich nun mit diesem Wissen an? Ziegler schreibt zum Schluss: die Weltgemeinschaft müsste 15 Jahre lang jährlich 80 Milliarden Dollar investieren und Themen wie Hunger und Wasserverschmutzung wären verschwunden. Mein schlechtes Gewissen ist perfekt.

Dieses Buch ist ein notwendiger Aufschrei, an einen Aufstand der Anständigen glaube ich allerdings nicht!

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Von 2 Kunden verfolgt

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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.10.2012 13:11:16 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.10.2012 13:12:36 GMT+02:00
Bio-Observer meint:
Hier eine Stimme von jemandem, der einem Alt-Kommunisten nicht Alles glaubt (aus www.andreas-unterberger.at)

Wenn Jean Ziegler Unwahrheiten verbreitet – und es keinen stört drucken
26. September 2012 23:42 | Autor: Michael Hörl
30 Kommentare

Seit Jahren schürt der Schweizer Soziologe mit teils abstrusen Behauptungen über „Nord-Süd“-Beziehungen die Wut der Bürger. Als Lösung aller Weltprobleme scheint der „Kommunist im Marxschen Sinne“ die Verschwörung des Kapitals ausgemacht zu haben.

Auf den Medientagen in Salzburg war der „Hassprediger gegen den Kapitalismus“ jetzt als Gastredner eingeladen. Nachstehend eine kleine Auswahl großer Unwahrheiten.
Falsche Zahlen zur Entwicklungshilfe

Ziegler: „Im Jahr 2003 belief sich die öffentliche Entwicklungshilfe der Industrieländer des Nordens für die 122 Länder der Dritten Welt auf 54 Milliarden Dollar. Im selben Jahr haben diese Länder der Dritten Welt den Kosmokraten des Nordens 436 Milliarden Dollar als Schuldendienst überwiesen.“

Tatsächlich flossen 54 Mrd. Dollar Entwicklungshilfe und tatsächlich gab es Schuldenrückzahlungen von 436 Mrd. – nur haben die Zahlen nichts mit einander zu tun. Die 436 Mrd. stammen aus (fast-) EU Ländern wie Polen, Tschechien und der Türkei oder aus steinreichen Ölländern wie Venezuela, Russland oder Kasachstan.

Die Ärmsten bezahlen gar nichts: Seit 1999 wurden den 18 ärmsten Ländern in mehreren Runden (auf Initiative der G8) 100 Prozent der Schulden erlassen (alleine 2000: 47 Prozent). Afrikas Haushalte werden jährlich zu 40 Prozent durch Geschenkzahlungen des Westens finanziert.
Zieglers Konzern-Verschwörung

Ziegler: „Jede transkontinentale kapitalistische Gesellschaft organisiert (…) ihre eigenen Spionage- und Gegenspionagedienste. Sie infiltrieren nicht nur die Hauptquartiere konkurrierender Kosmokraten (Schimpfwort für „Manager“), sondern auch die nationaler Regierungen“.

Ziegler wird nicht müde, vor dem Streben der Konzerne nach der Weltherrschaft zu warnen. Millionen von Kleinunternehmern und Erfindern war in Süd- und Ostasien der Aufstieg aber erst mit der „Wende“ gelungen – vom Marxismus weg hin zum Kapitalismus: In Indien ab 1991, China ab 1979.
Beispiel Suzlon

Der indische Tüftler Tulsi Tanti schraubte 1995 im indischen Pune Windkraftanlagen zusammen, weil seine kleine Textilfabrik wegen der dauernden Stromausfälle in Konkurs gegangen war. Heute setzt sein Suzlon-Konzern mit weltweit 13.000 Menschen 3,8 Mrd. Dollar um. Er hat die deutsche Repower gekauft und errichtet mit indischem Know-How Windparks in der Nordsee.

Kein Spion eines westlichen Konzerns hatte versucht, Tulsi Tanti am Aufstieg bzw. am Know-How-Aufbau bzw. -Transfer nach Deutschland zu hindern. Niemand brachte eine Regierung gegen ihn auf.
Ziegler: Konzerne schaffen keine Jobs – und nutzen Konsumenten aus

Ziegler: „Der globalisierte Kapitalismus ist im Stadium immer schnelleren Wachstums ohne Schaffung von Arbeitsplätzen, ohne sozialen Aufstieg seiner Arbeitnehmer und ohne die Erhöhung der Kaufkraft seiner Konsumenten“. Ziegler wirft Microsoft vor, Kunden mit überteuerten Produkten auszunutzen.

Microsoft hat die Kaufkraft seiner Kunden nicht beschnitten: Preisbereinigt wurden Betriebssysteme und Office-Pakete fast immer billiger – obwohl sie gleichzeitig um ein Vielfaches leistungsfähiger geworden waren als ihre jeweiligen Vorgänger. Kostete Windows 2.x im Jahre 1986 noch 326 Dollar, waren für Windows 98 nur mehr 267 Dollar hinzublättern. Windows 7 gibt es heute schon für 120 Dollar.
Beschäftigte bei Microsoft seit Gründung

Jahr


Angestellte

1980 40
1981 125
1982 200
1983 383
1984 608
1985 910
1986 1.200
1987 2.000
1988 2.800
1989 3.900
1990 5.200
1991 11.700
1992 15.300
1993 16.500
1994 20.900
1995 17.800
1996 20.561
1997 22.232
1998 27.055
1999 31.575
2000 39.170
2001 48.030
2002 50.621
2003 54.468
2004 57.086
2005 61.000
2006 71.172
2007 78.565
2008 91.259
2009 92.736
2010 88.596
2011 90.412

Verleumdung: „Kapitalismus an Hunger schuld!“

Ziegler ist besessen von der Verschwörung des internationalen Kapitals. Dieser soll am Hunger in der Welt schuld sein. Tatsächlich sank der Hunger aber nur dort, wo marxistische Strukturen durch Freihandel und Kapitalismus ersetzt werden konnten. So sank die Zahl der Armen in Indien ab 1991 um 200 Millionen, in China seit 1979 um 600 Mio. In China ist der Hunger nach 40 Jahren Kapitalismus heute ausgerottet.

Zieglers Vorwürfe sind aggressiv, eindimensional, bemerkenswert unwissenschaftlich – und unbewiesen.
Obwohl Zieglers gefälschte Zahlen manchmal ins Groteske gehen und er in seiner Heimat wegen seiner Falschbehauptungen mit zahlreichen Prozessen konfrontiert wird, regt dies österreichische Medienfachleute nicht zu Recherche oder gar Kritik an.
Wenn man eine Bevölkerung (wie in den 1920ern) heute wieder gegen Sündenböcke (wie Spekulanten und Kapitalisten) aufbringen kann, ohne von Medien kritisiert zu werden, dann scheint ein medialer Mainstream seine demokratische Kontrollfunktion verloren zu haben.

Michael Hörl ist Wirtschaftspublizist aus Salzburg. In seinem aktuellen Buch „Die Gemeinwohl-Falle“ beschäftigt er sich kritisch mit den Thesen Christian Felbers, Jean Zieglers, der Arbeiterkammer oder der Caritas.

Veröffentlicht am 10.10.2012 00:18:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 10.10.2012 00:51:37 GMT+02:00
sstefangla meint:
Sicherlich hat Ziegler nicht in allen Punkten Recht, doch in einigen, und leider schlimmen Punkten schon.
Unbestritten ist, das westliche Handels-, Rechts-, Wirtschafts- und Finanzpolitik sowie eigennützige Unternehmensstrategien zu existenzieller Not in Drittländern geführt haben, führen und auch noch führen werden.
Sicherlich werden vielerorts Arbeitsplätze für einige erzeugt aber dafür anderenorts das Elend vieler in Kauf genommen.
Konkret geht es um den vielfachen Hungertod und/oder Fehlernährung von Menschen, der oft vermeidbar wäre.
Hinnehmen heißt für die Industriestaaten damit einverstanden sein - sprich über Leichen gehen.
Weit bekanntes und doch simples Beispiel ist das verarbeiten von essbaren, ölhaltigen Pflanzen zu Autokraftstoff.
Für Leute, die sich schnell informieren wollen sei die Doku „We feed the world“ ans Herz gelegt.
Die Thematik gehört als Pflichtthema in jede Schule - auf das sich einige rührige Menschen erheben mögen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.11.2012 13:38:19 GMT+01:00
Wer bitteschön ist Michael Hörl? Muß man den kennen?

Veröffentlicht am 26.04.2013 06:37:53 GMT+02:00
Unglaublich was hier geschrieben wird.

Also ersten ist Kapitalismus nicht Materialismus.
Und es wird der Kapitalismus auf Basis eines scholastisch mechanistischen Materialismusses kritsiert.
Dem dialektischen Materialismus ist das allerdings fremd und darum geht es,
Kapitalismus und Kapitalismus sind Welten voneinander entfernt.
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