Kundenrezension

13 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ball flach halten, Herr Menasse, 12. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Europäische Landbote: die Wut der Bürger und der Friede Europas (Gebundene Ausgabe)
Mein Fazit vorweg: Das Buch ist lesenswert, aber ziemlich einseitig. Eine kritische Auseinandersetzung mit Fehlentwicklungen im EU-Apparat fehlt gänzlich, man gewinnt den Eindruck, der Autor hätte in Brüssel eine ordentliche Gehirnwäsche verpasst bekommen. Seiner Schlußfolgerung, dass über die Zukunft der EU offen und kreativ nachgedacht werden sollte, ist jedoch kaum zu widersprechen.

Worum es geht: Der Autor fuhr nach Brüssel, und jedes seiner Vorurteile über die EU wurde widerlegt. Wie schön.

Sicher, die europäischen Institutionen müssen eine Menge Prügel einstecken, und das recht häufig unverdient. Leicht wird der Brüsseler Moloch für alles verantwortlich gemacht, was schief läuft, während nationale Politiker sich gern auch mal mit fremden Federn schmücken. Natürlich ist nicht ganz Brüssel von seelenlosen, abgehobenen Eurokraten bevölkert, der eine oder andere Idealist hat sich dort auch noch sein Feuchtbiotop geschaffen und hofft auf bessere Zeiten.

Aber die vom Autor beschriebene europäische Elite, die dort vermeintlich am Werk ist, und nur unser aller Wohl im Auge hat und im Herzen trägt, die ist doch zu schön um wahr zu sein. Rationale, vom politischen Tagesgeschäft abgeschirmte Beamte, die "unbeirrt von der Rückständigkeit weiter Teile der Populationen der EU-Mitgliedstaaten" agieren (das meint Herr Menasse unironisch positiv), das wird uns als Fortschritt verkauft. Um gerne von einem "aufgeklärten josephinisches Beamtentum" regiert zu werden, dafür muss man wohl, man verzeihe mir die Polemik, Österreicher sein.
Ziemlich unkritisch gibt Menasse die rosarote Selbstsicht der Kommission und ihrer Zuarbeiter wieder, voller Abscheu betrachtet er die Nationalstaaten und ihre Einwohner, von denen er mehr EU-Euphorie fordert, ohne zu erklären, worauf die sich denn gründen soll.
Insbesondere die Deutschen kriegen ihr Fett weg, haben doch die Piefkes scheinbar klaglos die teure Wiedervereinigung bezahlt, und nun jammern sie, wenn sie noch die eine oder andere Billion für Europa springen lassen sollen. Solidaritätsverweigerer, elende.

Vom Subsidiaritätsprinzip ist in dem Buch so gut wie nie die Rede, und davon, dass viele EU-Bürger eine andere EU bestellt haben, als sie nun geliefert bekommen, auch nicht. Nach Meinung des Autors ist die europäische Nationwerdung das höchste Gut, ohne die insbesondere die Deutschen sofort wieder im dumpfen Nationalismus mit Weltbeherrschungstendenzen versinken würden. Lästige Kleinigkeiten wie no-bailout-Klauseln in EU-Verträgen hält er nicht einmal für erwähnenswert. Wer wird denn auf Vertragstexten herumreiten, wenn doch jetzt "Solidarität" gefragt ist?
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 18.09.2013 19:48:18 GMT+02:00
Dies ist ein sehr, sehr hilfreicher Kommentar von einem kenntnisreichen Mann. Ich lese das Buch nicht und ich weiß warum! Dr. H., Darmstadt
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