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Kundenrezension

211 von 252 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Seltsames aus Rocky Beach, 30. Mai 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die drei ??? - Das Geheimnis der Geisterinsel (DVD)
Wo sind die Drei Fragezeichen, wenn man sie braucht? Merkwürdige Dinge gehen vor sich. Da tauchen plötzlich drei Hochstapler auf der Kinoleinwand auf und geben sich für unsere drei wohlbekannten Detektive aus Rocky Beach aus! Höchste Zeit für Justus, Peter und Bob in diesem ''spezial gelagerten Sonderfall' endlich Ermittlungen anzustellen.

Während der ohnehin gebeutelte Fan beim Kinostart noch geduldig auf eine einvernehmliche Lösung im Rechtsstreit zwischen dem Kosmos-Verlag und Sony-BMG hoffte, wurde 2006 schon weiter hartnäckig an der weiteren Demontage der Serie gearbeitet. Ein Kinofilm wurde gedreht. Das erschütternde Ergebnis ist jetzt auf DVD erschienen.

Grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist eine Serie zu verfilmen, deren Mythos seit 40 Jahren aus der geheimnisvollen Gesichtslosigkeit ihrer Protagonisten gespeist wird. Die spartanischen Cover-Illustrationen der deutschen Bücher und Hörspiele zeigten nie die drei Hauptakteure, sondern immer nur wesentlichen Objekte oder Orte der Handlung.

Nichtsdestotrotz hätte eine filmische Umsetzung nach mehr als vier Jahrzehnten durchaus ihren Reiz haben können und zudem die Chance geboten, der Serie und deren Fans ein Denkmal zu setzten. Schließlich hält sie einen riesigen Fundus an Möglichkeiten, Ideen und Vorlagen bereit, bietet eine Vielzahl von großartigen Geschichten, Schauplätzen und Figuren. Man hätte aus den Vollen Schöpfen können. Man hätte eine liebevolle Hommage an Die Drei Fragezeichen inszenieren können. Man hätte, aber man tat es nicht.

Als erste Episode einer von Studio Hamburg produzierten und von Regisseur Florian Baxmeyer umgesetzten mehrteiligen Filmreihe hat man sich für Arthurs Vorlage 'Die drei ??? ' Das Geheimnis der Geisterinsel 'aus dem Jahr 1966 entschieden. Übrig geblieben ist davon jedoch nicht viel. Die Handlung verlagert sich nach Südafrika, der gesamte Plot wird aus einfallslos bis beliebigen Kindervarianten von James Bond und Indiana Jones-Reminiszenzen zusammengebastelt. Auch die Figurenkonstellation wird gänzlich auf den Kopf gestellt. Nicht nur die Charaktere der drei Detektive verlieren an Kontur, auch die Funktionen der Nebenrollen werden ad absurdum geführt. Das alles geschieht laut Produzent Ronald Kruschak im Zuge einer geplanten Wiederbelebung der Serie im Ausland, besonders in den USA. Mit der internationalen Produktion solle dort ein Publikum angesprochen werden, dass die Drei Fragezeichen womöglich gar nicht mehr kenne. Wie er auf die aberwitzige Idee kommt, dass man von Deutschland aus eine in den USA wegen Erfolglosigkeit 1991 eingestellte Jugendserie erfolgreich reaktivieren kann, bleibt sein Geheimnis. Die vorgenommenen Änderungen am Originalroman verteidigt Kruschak in einem Interview mit rockybeach.com wie folgt:

'Wir haben in früheren Drehbuchfassungen sehr nah am Roman entlang entwickelt. Das Ergebnis las sich einfach überhaupt nicht zeitgemäß. Es las sich wie ein Fernsehfilm der spätestens achtziger Jahre. (...) Es ließ sich leider wenig gebrauchen. Weder der Ort der Handlung, noch die Motivation der Ermittlung, noch die Figur des griechischen Jungen lassen sich in die heutige Zeit übertragen. Mir liegt ein Lektorat der Firma Dreamworks zu dieser Folge vor und die Kollegen in den USA haben den Plot als vollkommen unbrauchbar bezeichnet.'

Diese Äußerungen spricht allen Hörern und Lesern Hohn, die die Geschichten als kostbare Reliquien aus ihrer Kindheit in ihre Erwachsenenwelt gerettet haben und sich auch über jede weitere Neuerscheinung freuen. Es drängt sich die Frage auf, warum das Studio Hamburg einen 'unbrauchbareren Plot' überhaupt verarbeiten will. Vordergründig scheint man ausschließlich die Marke Die Drei ??? erfolgsversprechend einsetzen zu wollen, dabei zeigt der Erfolg der Serie in Deutschland doch, dass die Serie bisher auch ausgezeichnet ohne abstürzende Aufzüge, über Leichen gehende Verbrecher und führerlose LKWs, die kleine Kinder überfahren sollen, auskommt. Warum orientiert man sich krampfhaft an konventionellen Hollywood-Standarts die meinen, Die drei ??? wären nur dann zeitgemäß, wenn sie mit einem Gleitschirm durch südafrikanische Großstädte stürzen und sich anschließend in dunkelhäutige Schönheiten aus den Townships verlieben. Warum muss auf Gedeih und Verderb ein amerikanisches Publikum erreicht werden?

Warum wird das Raum/Zeit-Gefüge überhaupt in Frage gestellt?
Wie in der Hörspieladaption wäre eine Verortung der Film-Reihe in den 80er Jahren doch geradezu die Ideallösung gewesen, um den Geist der Serie tatsächlich einzufangen und ihren Impetus auf den Punkt zu bringen. Ein nostalgisches Bild von Rocky Beach und der Schrottplatzromantik hätte unverfälscht gezeichnet werden können. Mit dem Einflechten all der kleinen Gimmicks, Erfindungen, Requisiten und Ausrüstungsutensilien der Prä-Internet-, Handy- und Computer-Ära, die die Faszination fast jeder der frühen Folge prägten, hätte man den Plot sorgsam abrunden und nuancieren können. Mit der Übertragung in die Gegenwart dürften die legendäre Telefonlawine oder die regelmäßig zum Einsatz kommenden Walkie-Talkies, Peilsender und viele andere kleinen Erfindungen in den Filmen keine Rolle mehr spielen. Ein etwas überstilisierter, nostalgischer 80er-Jahrer-Look mit mehr Liebe zu Detail und zu der Vorlage hätte auch Fans der ersten Stunde ins Kino gelockt, ohne dabei zwangsläufig jüngere Kinogänger zu verschrecken. Über junge Schauspieler und altersgerechte Gags hätte man dem Film durchaus vielschichtige Lesarten einschreiben können, die generationsübergreifend funktionieren hätten können.

Nicht umsonst scheiterten auch diverse Modernisierungsversuche innerhalb der Buch- und Hörspielserie. Mühsam schrieb man die mit den so genannten 'Crimebustern' (jener kurzen Epoche, die den letzten Versuch der US-Autoren dokumentiert, die Serie doch noch am amerikanischen Markt zu halten) eingeführten festen Freundinnen und übermäßig hohe Actionanteile wieder aus der Serie hinaus. Die großen Erfolge jüngerer Veröffentlichungen von Autoren wie André Marx zeigen den erfolgsversprechenden Trend, sich wieder verstärkt an den Wurzeln der Serie zu orientieren und moderne Entwicklungen sorgsam mit traditionellen Elementen zu kombinieren.

Ärgerlich an Die Drei ??? ' Und das Geheimnis der Geisterinsel ist nicht, wie häufig kritisiert, die Besetzung oder die neuen Synchronstimmen. Auch Abweichungen oder Ergänzungen des Plots wären tolerierbar gewesen, ein 125seitiges Buch kann schließlich in der Tat nur schwer einen abendfüllenden Spielfilm füllen. Ärgerlich ist viel mehr, das vergeudete Potential, das die Serie zu bieten gehabt hätte. Selten hat ein Film seine Vorlage so dreist ignoriert und umkonstruiert wie Das Geheimnis der Geisterinsel. Gerade weil es keine normale Buchverfilmung, sondern die Adaption einer über mehrere Jahrzehnte gewachsenen Buch- und Hörspielserie ist, hätte man unendlich viele Möglichkeiten für eine detailgetreue und liebevolle Umsetzung gehabt. Diese Gelegenheiten wurde verschenkt, weil man krampfhaft ein internationales und breit gefächertes Jugendpublikum ansprechen will, das jetzt zum ersten Mal mit den Drei ??? konfrontiert wird und mit den vermeintlich altbackenen und verschrobenen Einzelheiten des ursprünglichen Plots wohl tatsächlich überfordert gewesen wäre. Der Charme der Serie wurde zugunsten vordergründiger Spannung und oberflächlichen Emotionen abgeschliffen und letztendlich ganz geopfert. Wer auch immer diese drei Hochstapler auf der Leinwand sein mögen, Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews sind es ganz sicher nicht. Bleibt zu hoffen, dass dieser Etikettenschwindel bald auffliegt und wir in Zukunft von ähnlichen Auswüchsen verschont bleiben.
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1-10 von 18 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.06.2008 11:12:16 GMT+02:00
Kai meint:
Gut, diesen Film muss man halt als Kinder-James-Bond (und eventuell auch -Indiana-Jones) ansehen, aber immerhin in einem liebevollen Drei-???-Gewand. Die Originalstory ist nun mal nicht mehr zeitgemäß, aber die Absicht des Schreibers und Erfinders der Drei ???, Robert Arthur, bei der Geschichte "und die Geisterinsel" ist gut in die Neuzeit übertragen: Es geht um Rassenvorurteile, eine mystische Gestalt, ein Rätsel, einen Schatz und um Hilfsbereitschaft der drei Detektive gegenüber Minderheiten. Der von Arthur erfundene Meisterdieb Hugenay kommt vor, wenn auch im falschen Film, und die Titelsequenz weist ebenfalls auf alte Fälle der Drei ??? hin (besonders eindrucksvoll ist die flammende Spur). Und faszinierend fand ich auch die Erklärung von Justus, warum er sich eigentlich verpflichtet fühlt, jedes Geheimnis zu lüften.

Zugegeben, die Action- und Liebesszenen passen eigentlich nicht in die Welt der Drei ???, aber damit wird dem Film der gewisse Pfiff für Nichtkenner der drei Detektive gegeben. So erreicht(e) man neue Fans, die auch den zweiten Film "Das Gespensterschloss" sehen möchten. Und darin gibt es dann glücklicherweise mehr der ursprünglichen Elemente (wie der DVD-Audiokommentar verrät): Tante Mathilda, Onkel Titus, Morton, den Rolls-Royce und natürlich das Gespensterschloss. Ich hoffe auch auf eine Begegnung mit Skinny Norris. Aber den wird man, so fürchte ich, genauso wenig zeigen wie Alfred Hitchcock, den eigentlichen Auftraggeber des ursprünglich ersten Falls für "Die drei ???"; denn der dürfte den meisten jüngeren Fans kein Begriff mehr sein.

Ich freu mich jedenfalls schon auf den zweiten Film, der Anfang 2009 in die Kinos kommt: Mit reiferen Schauspielern, mehr Spannung und Grusel und vor allen Dingen mit meiner Lieblingsgeschichte, dem Gespensterschloss!

Veröffentlicht am 16.06.2008 07:56:34 GMT+02:00
Exciter30 meint:
Volle Zustimmung an diese Rezension, sehr gut den Nagel auf den Kopf getroffen Christian. Hier wurde eindeutig alles was an Potential vorhanden war leichtfertig verschenkt und es entstand ein langweiliger und belangloser Film. Deiner Rezension gibt es nicht mehr hinzuzufügen - Perfekt !

Veröffentlicht am 20.06.2008 13:42:32 GMT+02:00
A. Terhürne meint:
[Die meisten Kunden meinen, dass dieser Beitrag nicht zur Diskussion gehört. Beitrag dennoch anzeigen. Alle nicht nützlichen Einträge anzeigen.]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.06.2008 19:37:55 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.06.2008 18:24:41 GMT+02:00
PopSpots meint:
Und nun? Weil es ein „unterhaltsamer Kinderfilm“ ist, ist der Film kritikresistent? Es hätte halt so viel mehr werden können. Und wieso sollte ich jemanden belehren wollen? Ich habe nur meine Meinung geschrieben und mit der scheine ich ja nicht so ganz alleine dazustehen. Ansonsten kann ich mich auch nur wiederholen.

Klar, im Prinzip wurde die ganze Serie ursprünglich als Jugendreihe konzipiert aber das gegenwärtige Phänomen um Die drei Fragezeichen liegt ja gerade in der Diskrepanz zwischen Zielgruppe und Sujet. Nicht eine im Alter konstant bleibende heran, und wieder herauswachsende Zielgruppe von Kindern und Jugendlichen haben die Entwicklung der Serie geprägt, sondern eine mitwachsende Fangemeinde, die inzwischen natürlich längst erwachsen geworden ist. Ob das jetzt alles infantile Spinner sind, sei mal dahingestellt, aber Nostalgie und Tradition sind nun einmal die Triebfedern, die diese Serie so lange am Leben gehalten haben.

Dennoch hätte ich mir eine filmische Umsetzung vorstellen können, die das Zielgruppen-Dilemma geschickt hätte nutzen können. Das habe ich ja beschrieben. Vielleicht nach dem Konzept von Filmen wie z.B. Stand By Me – Das Geheimnis eines Sommers. Erwachsene Nostalgie mit kindlichem Humor unter einen Deckel zu bekommen und so einen Film auf verschiedenen Ebenen funktionieren zu lassen und erfahrbar zu machen ist ja nicht unmöglich. Im Gegenteil, das wäre hier ja gerade die große Chance gewesen.

Ich halte es eher für Quatsch sich eine Vorlage für einen Kinofilm zu wählen, die in Deutschland 1973 als Buch und 1980 als Hörspiel erschienen ist, um anschließend zu erklären wie unbrauchbar und unzeitgemäß diese ja eigentlich ist (siehe Zitat von Kruschak in meiner Rezension).

Wenn man einen modernen, zeitgemäßen internationalen 08/15 Jugendfilm drehen will, der es problemlos mit Playstationspielen aufnehmen kann und darüber hinaus Kids ansprechen will, die ohnehin mit der Serie nicht vertraut sind, bitte, warum nicht. Aber wozu dann so einem Projekt die Hülle der Drei ??? überstülpen, wenn Plot, Schauplatz und Figuren doch beliebig austauschbar sind?

Schrottplatzromantik und Detektiv spielen sind halt nun mal Jungsphantasien im Geiste der 70er und 80er Jahre. Man muss schon das gesamte Grundkonzept über den Haufen werfen, um wirklich up to date zu sein (und genau das wurde ja hier gemacht). Authentizität ist mir auf jeden Fall lieber, als grenzenlose Anbiederung an ein junges Publikum, bei der Charme und Flair gleichermaßen auf der Strecke bleiben.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.06.2008 14:37:54 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.06.2008 14:38:56 GMT+02:00
A. M. Arthur meint:
Hallo, eine absolut gelungene Rezension! Stellt viele professionelle Bewertungen in den Schatten und formuliert wirklich treffend die Gedanken, die wohl den meisten Fans beim "Ertragen" des Films auf der Zunge lagen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.07.2008 15:00:35 GMT+02:00
Captain meint:
>>Quote: Ich freu mich jedenfalls schon auf den zweiten Film, der Anfang 2009 in die Kinos kommt: Mit reiferen Schauspielern, mehr Spannung und Grusel und vor allen Dingen mit meiner Lieblingsgeschichte, dem Gespensterschloss!<<

Dies und die Rezension+der Kommentar des Herrn Dueringer treffen den Nagel so exakt auf den Kopf wie selten eine Rezensin bei amazon.de

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.07.2008 08:41:00 GMT+02:00
Browntall meint:
"Dennoch hätte ich mir eine filmische Umsetzung vorstellen können, die das Zielgruppen-Dilemma geschickt hätte nutzen können."
Herr Dueringer, so eine Umsetzung kann es zwar geben, wirklich funktionieren kann sie jedoch nicht, da die Jugendlichen heute in einer total anderen Welt leben, als sie es noch in den 70ern und 80ern war. Sie erleben Anderes. Alleine durch Fortschritt in Technik und Forschung sowie vor allem auch im Bezug auf Filme, sind sie anders geprägt.
Wenn man einen Jugendfilm macht, und diesen zur heutigen Zeit macht, wird man nie die Erwartungen der Fans aus den 70ern, 80ern und auch Anfang 90ern erfüllen können. Zu letzteren zähle im Übrigen ich, doch ich akzeptiere den Film als modernen Jugendfilm und kann auch von mir behaupten, dass ich ihn als solchen genieße.
Diesen Film als Beginn einer Trilogie (Geisterinsel, Gespensterschloss, Silberne Spinne) sehe ich als Grundstein einer Filmreihe, der nötig war, um mit Film zwei und drei auch mehr in gewohnte Bahnen zu schwenken. Doch auch hier sollte man keine Illusionen haben, die Jugendfilme werden modern gestaltet sein/bleiben. Für heutige Jugendliche.

Meiner Meinung nach sollte man als Fan fähig sein, sich mit diesem Film in einer Art zu arrangieren und wenn es bloße Ignoranz des Films sein sollte, sodass man ihn trotzdem respektieren kann.

Man kann gerade bei dieser Serie keinen Film machen, der allen Ansprüchen gerecht wird. Man sollte außerdem eines gewahr sein: Sicher haben die Drei ??? eine Prägung durch die "jung-gebliebenen-Erwachsenen" erfahren. Ohne ständig neue Fans zu rekrutieren, hätte es dann aber die Serie auch nicht geschafft. Daher finde ich es richtig, sich klar zu Überlegen, welche Zielgruppe man mit dem Film ansprechen möchte und das hat man getan - Erfolgreich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.07.2008 18:57:25 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 12.07.2008 19:07:03 GMT+02:00
PopSpots meint:
Zunächst allgemein vielen Dank für den Lob und die konstruktive Kritik.

@Browntall
In dem letzten von Ihnen angesprochenen Punkt sind wir uns einig und darin liegt meines Erachtens auch der Knackpunkt: „Sicher haben die Drei ??? eine Prägung durch die "jung-gebliebenen-Erwachsenen" erfahren. Ohne ständig neue Fans zu rekrutieren, hätte es dann aber die Serie auch nicht geschafft.“

Diese Beobachtung habe ich auch gemacht. Sie ist aber doch eher ein Indiz dafür, dass die Serie auf Buch- und Hörspielebene ganz offensichtlich dazu in der Lage ist völlig Unterschiedliche Zielgruppen zu vereinen und Altersdiskrepanzen zu überwinden, daher ja auch der so ungewöhnliche und lang anhaltende Erfolg. Irgendein gemeinsamen Reiz für Erwachsenen und Kids muss also vorhanden sein, obwohl Die Drei ??? in ihren Grundlagen natürlich nicht mehr ganz up to date sind. Ich sehe deshalb keinen triftigen Grund dafür, warum man sich bei einer filmischen Umsetzung von vornherein für eine Zielgruppe entscheiden sollte, im Gegenteil. Es wäre die Aufgabe der Autoren, Produzenten und des Regisseurs gewesen, die verbindenden Elemente herauszuschälen und geschickt zu einer Story zu kombinieren. Wie gesagt, dafür hätte es ein unendliches Potential gegeben und eine 1:1 Buchumsetzung hätte sicher niemand erwartet und auch bei der Ausstattung, den Darstellern usw. hätte es sich noch genug Diskussionen gegeben, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Dafür, dass man vor dieser Aufgabe kapituliert hat, habe ich deshalb kein Verständnis, weil man die Serie bewusst auf ihr nacktes Gerüst gestutzt und sie für ein breites Mainstreampublikum ohne Vorkenntnisse und persönlichen Bezug aufgemotzt hat. Damit wurde das komplette Wesen der Serie verändert und damit kalkuliert, dass Buch- und Höspiel-Fans trotzdem ins Kino rennen, weil ja das ???-Etikett drauf klebt. Ökonomisch erfolgreich scheint diese Strategie gewesen zu sein, das macht den Film meiner Meinung nach aber leider auch nicht besser.

Das beste Beispiel, wie in aktuellen Büchern die Brücke zwischen den verschiedenen Fan-Generationen geschlagen wird liefert „Feuermond“. Andre Marx schafft es hier eine moderne Geschichte zu erzählen, die sich trotzdem fast nahtlos an die Klassiker anfügt. Rätsel- und Actionbausteine halten sich die Wage, alte Bekannte werden eingebaut, Rocky Beach steht im Mittelpunkt usw. Vielleicht wäre es klug gewesen, eine solche Folge zu verfilmen aber das wäre wohl rechtlich ein weites Feld gewesen. Schließlich sind die Arthur-Erben direkt involviert. Alleine deshalb wird jetzt mit "Gespensterschloss" eine 44 Jahre alte Episode in die Gegenwart gewurschtelt. Grußelig.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 12.07.2008 19:52:26 GMT+02:00
Browntall meint:
"Es wäre die Aufgabe der Autoren, Produzenten und des Regisseurs gewesen, die verbindenden Elemente herauszuschälen und geschickt zu einer Story zu kombinieren."

Ich denke, dass dies auch in Ansätzen getan wurde, nur eben nicht konsequent genug verfolgt wurde.

Die Geisterinsel war für einen solches Unterfangen auch denkbar ungeeignet, da sie keine der typischen drei ??? Folgen ist. Warum man gerade diese Folge gewählt hat ist mir nicht verständlich, da der Beginn mit dem ursprünglichen Anfang (Gespensterschloss) wesentlich besser geeignet gewesen wäre. Dieses Buch bietet die Möglichkeiten den Charm der Reihe in den Film umzusetzen zu können, was auch meine Hoffnungen auf den zweiten Film sind.

Man hat sich jedoch für die Geisterinsel entschieden und meiner Meinung nach sich zwar weit von der ursprünglichen Geschichte und so notwendigerweise auch von der Buch- und Hörspielreihe entfernt, dennoch einen recht guten Einstieg zu einer Filmreihe geliefert, die wie bereits geschrieben potential bietet.

Um auf das Zitat aus ihrem Text zurückzukommen: Das Filmteam hatte die Ambition, auch gerade weil die Arthur-Erben involviert waren und scheinbar auch Druck machten die Serie wieder in den USA ans Licht zu bringen (Wann das denn jemals sein wird, bleibt abzuwarten), eine internationale Produktion zu gestalten - besagtes Phänomen einer mitwachsenden Fan-Gemeinde spielt sich aber vorwiegend in Deutschland ab. Würde man einen Kinofilm alleine für den deutschsprachigen Raum drehen, wäre Rücksicht auf das Phänomen sicherlich genommen worden.

Zu Marx ist zu sagen, dass es momentan auch der einzige der Autoren ist, dem diese Verbindung gelingt.

Vielleicht bietet ja die TV-Serie, die noch gedreht werden soll und glaube ich gelesen zu haben speziell auf Deutschland geprägt werden soll, das notwendige Feingefühl für Ansprüche aller Fans und die Möglichkeiten auch erfolgreiche bzw. eher gute deutsche Folgen zu übernehmen. Bei entsprechendem Engagement und Druck der Fans, kann ich mir durchaus vorstellen, dass so etwas möglich wäre. - Vielleicht bin ich aber nur zu gutgläubig.

Zu den Filmen, weswegen wir ja eigentlich diskutieren, bleibe ich bei der Meinung, dass sie für das junge Publikum zur Erweiterung der Fan-Gemeinde ideal waren/sind. Ich kenne relativ viele Kinder die nach dem Film auch zu den Büchern gegriffen haben und dass obwohl sie zu vor nur aus eigenem Antrieb Harry Potter gelesen hatten. Wenn das dann keine Leistung ist???

Und den Erwachsenen bleiben dabei ja noch immer Hörspiele (hoffen wir noch recht lange) und Bücher, die sich ja nicht an den Filmen orientieren. - Hoffen wir, das das so bleibt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.07.2008 13:15:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 26.07.2008 13:16:49 GMT+02:00
PopSpots meint:
@Browntall

Sorry, für die späte Antwort! Bleibt natürlich etwas spekulativ, über etwaige Fanbewegungen zu sprechen ohne sich auf Statistiken oder ähnliche Quellen berufen zu können. Grundsätzlich halte ich Ihre Argumentation insofern für etwas widersprüchlich, als dass Sie einerseits feststellen, dass „Jugendlichen heute in einer total anderen Welt leben“ und deshalb eine originalgetreue Umsetzung der Serie nicht funktionieren kann, andererseits aber zu dem Schluss kommen, dass auch die Buch-/Hörspielserie ständig neue junge Fans rekrutiert und der Film Kids zur Auseinandersetzung mit der Originalserie animiert. So unmöglich scheint der Zugang demnach ja nicht zu sein.

Im Interesse der Serie sollte die oberste Priorität aber auch gar nicht darin bestehen, mit allen Mitteln den Fankreis zu erweitern. Purer Idealismus? Klar, schließlich soll mit der Serie Geld verdient werden und mit einer aufwendigen Kinoproduktion erst recht. Aus ökonomischen Gesichtspunkten seitens der Produzenten und der Arthur-Erben also durchaus verständlich, den Film für eine möglichst breite und internationale Mainstream-Zielgruppe zu öffnen, anstatt irgendwelche eingefleischten Puristen zu bedienen und Denkmalpflege zu betreiben. Kurzweilige Unterhaltung für Kinder ist garantiert, Hardcore-Fans sollen natürlich auch bedient werden, deshalb lässt man mal eben Rohrbeck und Fröhlich durchs Bild latschen. Die Einspielergebnisse sind ebenfalls passabel. Das alles macht den Film in meinen Augen nur leider keinen Deut besser.
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