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Kundenrezension

105 von 112 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Menschliche Kriegsbeute, 11. September 2009
Von 
Rezension bezieht sich auf: Freiwild: Das Schicksal deutscher Frauen 1945 (Taschenbuch)
Der Krieg der Männer neigte sich dem Ende zu, das Leiden der Unschuldigen und Schwächsten hingegen begann erst.

Als die Männer der roten Armee ab Okt. 44 dt. Staatsgebiet erreichten, wurden die Frauen Freiwild. Angestachelt durch Hass-Propagandist Ilja Ehrenburg fühlten sich die meisten Männer im Recht, als sie den Frauen Gewalt antaten. Zu wenige der Rotarmisten wie Lew Kopelew oder Alexander Solschynizin traten für die Wehrlosen und Schwachen ein. Daraus ergab sich eine Apokalypse in der die rote Soldateska wütete.
Eine Diskussion über verständliche Rache nach erlittenem Leid, Verrohung nach einem erbarmungslosen Krieg oder verdiente kollektive Bestrafung empfinde ich als zynisch und wird dem Leid der Frauen und Mädchen nicht gerecht.

Spätestens nach "Anonyma" ist das Tabu des sexuellen Mißbrauch gegen schutzlose Frauen und Kinder gebrochen. Die Autorin schildert den Leidensweg junger Frauen aus den am meisten betroffenen Ostprovinzen des deutschen Reiches. Darin liegt für mich auch der einzige Kritikpunkt. Sexuelle Übergriffe fanden zwar überwiegend und in diesem Ausmaß nur im Osten statt,aber auch den Westalliierten können Übergriffe zur Last gelegt werden. Als Beispiel nenne ich nur die Eroberung von Stuttgart durch die 2. Freifranzösische Armee von Leclerc.
Betroffene aus Schlesien, Ostpreussen,Pommern,Mecklenburg und aus den zwei Städten Berlin und Königsberg kommen zu Wort.Ihr Leidensweg ist erschütternd und erzeugt Betroffenheit.Einzig ihr Überlebenswille rettete den Frauen das Leben.

Das Buch darf nicht als Aufrechnung sowjet. Leid gegen dt. Leid verstanden werden. Es ist Aufarbeitung eines Verbrechens. Viele Betroffene haben jahrzehntelang geschwiegen und sie müssen endlich darüber sprechen dürfen. Für mich ist es weiterhin Mahnung gegen den Krieg. Krieg bedeutet immer Gewalt auch gegen die Schwächsten und gegen die Frauen.
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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.12.2009 10:25:22 GMT+01:00
[Vom Autor gelöscht am 07.01.2011 01:54:49 GMT+01:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 15.12.2009 14:43:49 GMT+01:00
berti2 meint:
Natürlich wurzeln die Verbrechen an der dt. Zivilbevölkerung durch die sowjet. Soldateska im Ostfeldzug Hitlers. Natürlich fand die Sowjetreich ein Vernichtungskrieg in unvorstellbarem Maß statt.

Das Buch beschäftigt sich aber mit dem Leid der dt. Frauen 1945. Und wenn ich den Titel lese, kann ich nicht mit der Machtergreifung Jan.33 und z.B. Nürnbergern Grsetzen kommen. Dieses Spektrum abzudecken, bedarf es erstens eines anderen Titels und einer mehrbändigen Abhandlung des Themas.

Ich denke nicht, dass ich aufrechne, wenn ich erwähne, das die Schandtaten der Westalliierten aussen vor blieben. Ich erachte es vielmehr als vollständigere Darstellung des Themas.
MfG

Veröffentlicht am 02.01.2011 22:42:41 GMT+01:00
Postbank meint:
Wenn man alle Rezensionen liest und die Kommentare einschließlich der Bewertungen, dann spürt man, wie sehr wir Deutschen uns zu allererst als Opfer sehen (möchten). Wir (!) haben in den Wald hineingerufen!... Wie viele von uns, Frauen (und Männer) haben Hitler verehrt, gewählt, bejubelt?... den großen "Führer"-Vater? Das ist die eine Ebene. Auf der anderen Ebene ist jede Vergewaltigung unabhängig von ihrem historischen Kontext natürlich ein Verbrechen. Traumatisierend. Seelenmord. Die "russische Soldateska" etc.pp. hat die Welt von einem Scheusal unter großen Opfern befreit, 25-30 Millionen Russen wurden getötet! Davon 10 Millionen Zivilisten außerhalb der Kriegshandlungen! Und so kamen keine Heiligen, auch keine "Fairplay"-Spieler, sondern (verrohte) Macho-Soldaten. Jedoch: die "rote Armee" hat sich bei weitem in Deutschland nicht so aufgeführt wie die deutsche Reichswehr in der UdSSR... Nebenbei: Die Zahl zwei Millionen basiert zum Teil (noch) auf nazistischen "Statistiken", da die Übergriffe noch während der Nazi-Zeit stattfanden. Es ist hier naturgemäß äußerst schwer, Zahlen zu eruieren. Aber darum geht es letztlich wohl auch kaum.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.02.2011 14:16:01 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 01.02.2011 14:16:59 GMT+01:00
berti2 meint:
An sich dachte ich, das klar dargestellt zu haben. Die Nazi-Verbrechen sind unentschuldbar und unmenschlich. Ich bagatellisiere diese nicht durch die Darstellung der Verbrechen an Deutschen. Bei Ihrem Kommentar denke ich an die Zuweisung kollektiver Schuld.So a la "Die Deutschen haben schließlich Hitler gewählt, also sind alle verantwortlich und die Kollektivbestrafung in Ordnung". Und das finde ich nicht in Ordnung! Frauen und Kinder müssen nicht das ausbaden, was Naziverbrecher zu verantworten hätten!
Das wäre jetzt eine grundsätzliche Diskussion, ob ein Volk für seine Regierung verantwortlich ist. Wenn ja, wären die Russen z.B. für über 70 Jahre Sowjetterror gegen die eigene Bevölkerung verantwortlich....

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 11.11.2012 15:11:10 GMT+01:00
L.S.D. meint:
Ihr Versuch einer Aufrechnung der Greueltaten auf beiden Seiten ist aus ethisch-moralischer Sicht höchst bedenklich. Der zivilisatorische Standard unserer Zeit lässt ein Verbrechen nicht durch ein anderes Verbrechen abgelten, das altgermanische Blutrecht, das die Vergeltung nicht nur am Täter selbst sondern auch an seiner Familie rechtfertigt, ist Ihrer Logik nach nur so lange außer Kraft gesetzt, so lange es sich bei den Opfern nicht um während des 3. Reiches kollektiv schuldig gewordene deutsche Frauen und Kinder handelt. Abseits von falschen Feindbildern, Nation, Politik bleibt nur der Mensch, dem Leid angetan worden ist. Wenn Sie darüber hinaus noch Zahlen bemühen müssen, wann und wo wieviele Menschen sinnlos abgeschlachtet oder vergewaltigt wurden, zeugt das mindestens von einer gewissen Gleichgültigkeit: leider eine Seelenbefindlichkeit, die in der modernen deutschen Gesellschaft tonangebend ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.03.2013 20:23:52 GMT+01:00
Aletheia meint:
das waren nur keine naziverbrecher, das waren ganz normale menschen. ebenso wie die russen. (es gab übrigens 1. keinen vergewaltigungsbefehl und 2 stand darauf die todesstrafe. ist halt nur je nach regiment völlig unterschiedlich durchgesetzt worden.
un den anderen sektoren, ich glaube auf amerikanischer und franz. seite gab es 1200 verurteilungen-das aber ohne gewähr

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.04.2013 08:34:47 GMT+02:00
berti2 meint:
zum einen wäre das wieder die Frage, ob alle Verbrecher waren. Aber selbst die alliierten Kriegsgegener unterschieden bei ihrer Entnazifizierung in 1. Kriegsverbrecher=Hauptschuldige, 2. Mitverantwortliche, 3. Minderbelastete, 4. Mitläufer und 5. Entlastete. Also haben selbst die Gegner nicht alle Deutschen in einen Topf geworfen.
zum anderen haben Sie Recht, es gab keinen direkten Befehl. Dass aber z.B. der Propagandist Ilja Ehrenburg zur Vergeltung aufrief,ist nicht zu bestreiten.

Veröffentlicht am 12.09.2013 23:11:09 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 12.09.2013 23:11:30 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.09.2013 10:35:41 GMT+02:00
Captain X meint:
Wer mit "Kollektivschuld" kommt und ein ganzes Volk verantwortlich für Verbrechen eines Regimes macht, der hat sich politisch verblenden lassen. Ganz genau wie die Leute, die in der "Reichskristallnacht" eine gerechte Bestrafung der Juden sahen. Wer sich jetzt vor den Kopf gestoßen fühlt: erwischt! Denk noch mal darüber nach, ob ein Verbrechen an Unschuldigen ein anderes an Unschuldigen rechtfertigt. Es gibt keine entschuldbaren Verbrechen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.09.2013 10:44:51 GMT+02:00
Captain X meint:
Zum Befehl: es gab Aufrufe in den sowjetischen Soldatenzeitungen, die beim Appell verlesen wurden. Es bedurfte sogar eines Befehls, deutsche Soldaten, die sich ergeben haben, NICHT mehr umzubringen. Dieser kam aber erst gegen Kriegsende. Auf deutscher Seite gab es den Kommissarbefehl, aber die Sowjets waren vor dem Krieg aus der Genfer Konvention ganz ausgetreten - womit Stalin die Rote Armee von der rechtlichen Verpflichtung, Gefangene zu verschonen oder das Rote Kreuz zu beachten, komplett entbunden hatte. Der Vernichtungskrieg wurde - auch als logische Konsequenz zweier verbrecherischer Regimes - von Anfang an auf beiden Seiten geführt.
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