Kundenrezension

145 von 156 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts ist schöner als unsere Illusionen, 15. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Anleitung zum Unglücklichsein (Taschenbuch)
Eine meiner schlechten Eigenschaften ist es, Bücher nicht nur von vorne, sondern auch von hinten zu beginnen. Manchmal erspart man sich damit die intellektuelle Qual, zu versuchen den Autor zu verstehen, denn hinten offenbart er uns nicht selten, wie wir sein Werk zu begreifen haben. Im Epilog dieses "Kultbuches" steht: "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Das hat man uns schon gesagt, als wir noch Kinder waren. Und in unserem Kopf wissen wir es auch; aber glauben tun es nur einige wenige Glückliche. Glaubten wir es nämlich, dann wüßten wir, daß wir nicht nur die Schöpfer unseres eigenen Unglücklichseins sind, sondern genausogut unsere Glücklichkeit selbst schaffen könnten." Dann zitiert der Autor seinen Lieblingsschriftsteller Dostojewski: "Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, daß er glücklich ist. ... Wer das erkennt, der wird gleich glücklich sein, sofort, im selben Augenblick...", um dann selbst das Buch mit dem Satz zu beenden: "So hoffnungslos einfach ist die Lösung." Wenn wir das Buch von vorne beginnen, dann gibt es viele Gründe zu schmunzeln oder zu lachen. Unsere täglichen Spielchen mit den anderen werden uns erklärt. Am Ende des Buches haben wir es verstanden, schließlich sind wir ja nicht bescheuert. Und beim Zuklappen des Textes sind wir dann auf der Stelle glücklich. Oder wie war die Logik? Nicht das wir uns falsch verstehen. Ich finde das Buch gut. Ich habe auch gelacht, besonders natürlich über den Autor. Denn Paule ist ein Schlitzohr. Im Abschnitt "Vor Ankommen wird gewarnt" zitiert er zu Beginn das angebliche japanische Sprichwort "It is better to travel hopefully than to arrive.". Das genau ist das Grundprinzip dieses Buches. Wenn wir das Buch lesen, haben wir die Hoffnung, daß wir erkannt haben, was wir ändern müssen um glücklich zu sein oder auch nur glücklicher zu werden. Während des Lesens und vielleicht auch noch so lange wie sein Inhalt oder das, was wir dafür halten, in unserem Kopf ist, fühlen wir uns gut. Ja, so ist es, sagen wir uns. Und wir beschließen vielleicht, daß wir nun einiges ändern in unserem Leben. Und dann kommen wir bald wieder in der grausigen Realität an und merken, daß es nicht ganz so einfach ist wie gedacht. Ich habe mich schon immer gefragt, wie es Leute schaffen, aus Sachbüchern Bestseller zu machen und damit reich zu werden. Paul hat es mir erklärt. Man muß unsere Illusionen verstärken, uns erklären wie schön und einfach alles sein kann, wenn wir nur wollten und es endlich begreifen würden. Bestimmt wird mich keiner für diese Zeilen lieb haben. Auch dazu hat Paul etwas geschrieben: "Wir haben es nicht gerne, wenn uns jemand an die Verlogenheit unserer eigenen Welt erinnert."
Ein schönes Buch. Sehr empfehlenswert. Vor dem Verschenken wird nachdrücklich gewarnt.
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.02.2011 10:34:39 GMT+01:00
S. Bednarz meint:
Sehr ehrlich. Vielen Dank

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 10.04.2011 17:19:58 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 10.04.2011 19:15:49 GMT+02:00]

Veröffentlicht am 20.10.2011 15:12:06 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.10.2011 15:29:45 GMT+02:00
Kara meint:
so sieht es aus!! Bin zur gleichen Erkenntnis gekommen. Habe das Buch leider geschenkt bekommen und mich beim Lesen und danach fast schwarz geärgert es überhaupt bis zu Ende gelesen zu haben.

Das Fazit, was man dem Buch in einer Gesellschaft/ Welt, in dem die Einkommenskluft (den mit Geld kann man sich wirklich viel "Glück" einfach kaufen) immer größer wird entnehmen kann, ist letztlich: Des einen Glück ist des anderen Leid. Tristé realité!

Aber halt ich vergaß: jeder ist ja seines eigenen Glückes Schmid ;-)
Der Paule jedenfalls hats geschafft. Sorgenfreies Leben mit Villa, Swimmigpool und anderer Annehmlichkeiten unter der Sonne Kaliforniens. Die billige Putze aus Mexiko macht den Abwasch und wischt Staub, während er sich genüsslich seiner "intellektuellen" Ergüsse widmen kann. Ach ja, und damit die Realität der "Unglücklichen" nicht allzu nah an einen ran kommt, gibt es ja auch eine millionenschwere Security-Industrie mit Stacheldraht, Selbstschussanlagen für den Hausgebrauch und ganz viel Kameraüberwachung - das schafft dann auch wieder Arbeitsplätze - schöne neue Welt!

Ansonsten ist das Buch evtl. auch einfach als eine Art "Kartasis" zu betrachten, in dem der Autor seinem Bedürfnis nachgeht sich über all seine seltsamen, verschrobenen "Patienten/innen" auskotzen zu müssen.
Kann man verstehen, aber kann er das nicht einfach auch seinem Tagebuch anvertrauen, wie andere Leute auch??
Hat er vielleicht ein Drogenproblem und ist gezwungen sich dieses irgendwie finazieren zu müssen (Kokain hat einen hohen Schwarzmaktwert)?! Hypothesen über Hypothesen... ich mach mich nicht weiter "unglücklich" und werf das Buch in den Müll, wo es hingehört !!

Veröffentlicht am 28.06.2014 13:08:22 GMT+02:00
Sachlich meint:
Ich mag ihre Rezensionen sehr. Diese auch. Einzig die Anzahl ihrer Sterne stimmt häufig nicht mit ihrer Beurteilung überein.
Drei oder weniger Sterne wären ihren Urteilen angemessener gewesen.
Das hätte aber "hilfreichs" gekostet, denn wenige Sterne lösen bei den meisten negative Assoziationen aus.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2014 10:06:08 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 29.06.2014 10:06:37 GMT+02:00
Ich mag diese blöde Sterne-Bewertung nicht. Das habe ich schon öfter geschrieben. Was dem einen gefällt, muss dem anderen nicht zusagen. Dafür gibt es oft sehr viele verschiedene Gründe, die alle ihre Berechtigung besitzen. Die Sterne-Bewertung knallt jedoch darüber eine absolute Aussage, die nur selten etwas nützt, jedenfalls nicht bei Büchern. Sie kann auch verletzend wirken. Und das ist genau das, was ich nicht will. Aus diesem Grunde bin ich dort sehr zurückhaltend und versuche besser den Text so zu gestalten, dass jeder daraus für sich die Informationen gewinnen kann, die er braucht.

Dieses Buch zum Beispiel hat mir gefallen (vier Sterne), aber nicht weil ich dem Autor überall zustimme, sondern weil ich mich darüber amüsiert habe, wie er sich dreht und windet. Andere werden diesen Text ganz anders lesen und meine Belustigung gar nicht verstehen, sondern sich darüber vielleicht sogar empören. Ich habe aber weder Lust, andere zu verärgern, noch meine Haltung zu verabsolutieren oder jemanden zu verletzen. Leider bin ich aber gezwungen, jedes Buch absolut zu bewerten.

Natürlich heißen vier Sterne, dass der Text mir gefallen hat (warum auch immer). Die meisten Kunden sehen in der Sterne-Bewertung aber nach meiner Erfahrung eine absolute Aussage, wie "„ist Mist" oder "„ist klasse". So etwas gibt es aber so absolut nur in seltenen Ausnahmen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 29.06.2014 11:35:35 GMT+02:00
Sachlich meint:
Als absolute Bewertung habe ich das Sterne-System auch nicht verstanden, schon weil dies nicht möglich ist. Ein derartiger Versuch müsste mehrere hundert Bewertungskriterien enthalten, die auch noch eindeutig messbar sein müssten, selbst wenn sie nicht subjektiv wären.

Viele - gut begründete - unterschiedliche Aussagen über ein Buch lassen zwar auch kein objektives Werturteil zu, erlauben mir aber durch den Vergleich, mich dieser Objektivität zu nähern.

Mehr gibt's nicht :).
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Dr. R. Manthey
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