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Kundenrezension

198 von 201 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste Aufräum-Buch seit "Simplify your life", 9. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert (Taschenbuch)
Liebe Leser,

zunächst einmal - jeder hier liegt richtig mit seiner Bewertung, egal ob er 1 oder 5 Sterne vergibt. Denn das Buch ist nicht nur eine Anleitung, sondern spiegelt auch eine Lebenseinstellung wider. Das Buch muss zu einem passen. Wer nur ein bissel aufräumen, umstellen und neu gestalten will, für den ist das Buch nichts. Die können mit klassischen Büchern zur Organisationsstruktur mehr anfangen. Wer aber der fernöstlichen Kultur gegenüber etwas aufgeschlossen ist, versteht, was Marie Kondo sagen will.

Ideal ist das Buch für alle "Nicht-loslassen-Könner", die unter einem echten Leidensdruck stehen und den Eindruck haben, unter den vielen Dingen in ihrem Leben zu ersticken. Das müssen keine Messies sein, sondern es gibt auch Menschen mit gut aufgeräumten Wohnungen, die darunter leiden, dass zu viele Dinge in ihrem Leben sind. Genau wie die Reizüberflutung durch die Werbung können auch Dinge unsere Energien blockieren. Ich ärgere mich immer, dass ich so viel Zeit damit verbringe, Dinge aufzuräumen, die ich nie nutze, nur weil sie 1) einfach da sind, 2) ein Geschenk waren, 3) mal viel gekostet haben, 4) einfach schön aussehen oder 5) mit Erinnerungen verbunden sind. Außerdem bin ich stinkfaul und habe keine Lust zum aufräumen. Ergo: je weniger Dinge ich habe, desto weniger muss ich aufräumen. Das Buch ist ein Glücksgriff für alle, die Besitz als Belastung sehen und für die er sich anfühlt wie ein Mühlrad um den Hals.

Allein ein Tipp ist das Buch schon wert: dass man nicht zimmerweise, sondern nach Kategorien aufräumen soll. Ich räume immer zimmerweise auf, was zur Folge hat, dass man Dinge, bei denen man nicht weiß, wo man sie hintun soll, einfach nur von einem Zimmer ins andere hin und her räumt. So bleibt kein Zimmer lange aufgeräumt.

Das heißt nicht, dass wir unsere T-Shirts auf Postkartengröße falten und in die Schublade stellen müssen. Ich habe keine Schublade für T-Shirts, bei mir liegen sie sauber aufeinander im Schrank. Und man muss auch nicht mit seinen Sachen reden oder Taschen abends ausräumen, um ihnen einen schönen Feierabend zu gönnen (wenn ich das tue, fehlt mir am nächsten Tag die Hälfte, weil ich immer eilig aus dem Haus gehe und meine Tasche schnappe, ohne hineinzuschauen). Man muss ja auch Rezepte nicht 1:1 nachkochen, und man muss sie nicht verwerfen, nur weil man einige der Zutaten nicht mag. Schließlich sind wir Individualisten und können selbst entscheiden, welchen Teil des Buches wir umsetzen möchten.

Für mich ist "Magic Cleaning" das beste Buch seit "Simplify your life". Beim Lesen hat es "klick" gemacht. Zwei Beispiele:

1. In meinem Keller stehen ein paar Langlauf-Ski mit Stöcken und zwei Paar Langlaufschuhe, im Schrank hängt ein wunderschöner, leichter, atmungsaktiver Langlauf-Anzug. Die Sachen würde ich nie hergeben! Warum nicht? Weil sie fast neu sind, und ich könnte ja "irgendwann mal" wieder langlaufen, und dann müsste ich alles neu kaufen (teuer). Das sage ich mir seit 15 Jahren. In den Anzug passe ich längst nicht mehr rein, und die Ski stehen ungenutzt im Keller. Marie Kondo sagt: "Irgendwann" gibt es nicht.

2. Ich besitze ein paar alte, sehr gut erhaltene Bände mit Klaviernoten (Sonaten). Die habe ich von meiner Mutter geerbt (vor fast 30 Jahren). Damals waren sie nützlich, ich selber konnte dafür nie gut genug Klavier spielen. Also stehen sie seit 30 Jahren in meinem Regal. Sind wertvoll. Sehen schön aus. Nützen niemandem.

Wenn man nun so verrückt ist, Dingen eine "Seele" zuzusprechen (was nach westlichen Denkmustern völliger Blödsinn ist!), könnte man sagen, dass man diesen Sachen nicht gerecht wird. Die Ski stehen im Keller und würden gerne wieder raus in den Schnee, denn das ist ihre Bestimmung. Und die Klaviernoten langweilen sich im Regal und würden gerne mal wieder ihren eigenen Klang hören.

Nein, ich bin nicht auf Droge!!

Wenn man schon nicht den Dingen eine Seele zusprechen will, dann könnte man an die Menschen denken, die sich über diese Dinge freuen würden, weil sie sie nutzen! Dinge, die wir nicht nutzen, verkleben unsere Seele und blockieren unsere Energien. Marie Kondo sagt, das einzige Kriterium, Dinge zu behalten, ist die Frage: "Macht es mich glücklich?" Wenn nicht, weg damit (ok, das trifft nicht auf Steuerunterlagen zu ;-) die machen nicht glücklich, aber da kommt man nicht drumherum). Nach diesen Kriterien könnte ich rund 70 Prozent aller Dinge entsorgen. Und wenn ich konsequent bin, schaffe ich es auch, obwohl da etliche Zähneknirsch-Entscheidungen vor mir liegen. Das heißt nicht, dass ich hinterher ein Regal wie auf dem Cover haben will. In meinen Regalen werden auch weiterhin schöne Sachen stehen, aber eben nicht mehr so viele.

Dass überflüssige Dinge unsere Energien blockieren, kann man sogar nach westlichen, wissenschaftlichen Maßstäben erklären. Nach der Quantenphysik besteht jeder Mensch, jedes Tier, jede Pflanze, jedes Stück Stoff und jeder Stein auf sub-atomarer Ebene aus Energie (Strings). Materie besteht nur auf der Makroebene unserer Wahrnehmung. Allein das ist Argument genug, nur die Dinge zu behalten, die wir lieben und nutzen. Ich habe sehr viele Klamotten, ziehe aber immer dieselben Lieblingsstücke an. Das sind circa 20 Prozent (großzügig geschätzt). In meinem Schrank wird bald viel Platz sein :-)

Wer seine Sachen nicht verschenken will, weil sie mal teuer waren, kann sie bei Ebay verkaufen. Aber wollen wir mit Dingen, die wir eh nicht mehr brauchen, weitere Lebenszeit verschwenden? Wohl eher nicht. Außerdem wollen wir vom Schicksal doch auch gerne was geschenkt bekommen. Also sollten auch wir großzügig abgeben.

Ich hätte noch zwei eigene Tipps zum Thema Aufräumen:

1. Machen Sie es wie André Kostolany. Der Aktienpapst wurde reich mit einer einzigen, einfachen Methode: "Würde ich das, was ich im Portfolio habe, heute wieder kaufen?" Wenn nein, dann hat er es verkauft - egal mit welchem Verlust. So hat er langfristig genau das richtige getan. Ich frage mich also: Würde ich dieses oder jenes heute wieder kaufen? Wenn nein, weg damit. Oder fragen Sie sich: Wenn heute meine Bude abbrennen würde, was würde ich mir wiederbeschaffen? Genau das reicht zum Leben dann auch aus.

2. Wenn Sie Probleme haben, sich von Dingen zu trennen (so wie ich), machen Sie es umgekehrt. Werfen Sie alles auf einen Haufen und erlauben Sie sich dann, das, woran Ihnen etwas liegt, aus dem Stapel zu holen. Dann ist es kein "davon muss ich mich trennen", sondern ein "das darf ich behalten". Macht gleich mehr Laune!

Das war viel Theorie - nun geht es an die Praxis. Das wird nicht leicht für mich. Für niemanden. Aber ich denke, dass das Entrümpeln von Dingen gleichzeitig die Seele aufräumt. Danach kann man sich besser entscheiden, was heute nützlich, wichtig und richtig ist.

Amen ;-)

Viel Spaß mit der Lektüre und der Umsetzung!
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.05.2013 17:02:20 GMT+02:00
Robin meint:
Klasse Rezension - vielen Dank! Hier hat jemand das Buch wirklich verstanden.

Veröffentlicht am 27.07.2013 16:33:52 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.07.2013 16:35:21 GMT+02:00
Belle meint:
Danke, für diese wunderbaren Gedanken zu diesem erfrischenden, sympatischen Buch. Mir ging es in vielem ähnlich, wie Ihnen.
Selten habe ich so oft geschmunzelt, bei dem Thema; mich wiedergefunden.
Sie schafft mühelos, was manch andere Autoren, die das Thema Aufräumen- iegitt, Wegwerfen - iiiiegittigitt und Loslassen - juhuuu abhandeln, nicht so vermögen.
Was sie schreibt hat was. Durch alles strömt einerseits eine unglaubliche Leichtigkeit; andererseits denkt sie, wie ich finde gleichzeitig durchaus skurill - z.B. die Aufstellung der Karotten im Kühlschrank. Aber genau diese Mischung ist es, die ich erfrischend finde, die mich ihr so gerne und interessiert folgen läßt.
Nicht alles würde und werde ich so umsetzen - doch sie regt unglaublich zum Selberausprobieren an.

Es gehört für mich definitiv zu einem der ganz besonderen Bücher. Aktuell muß ich mich noch auf Etwas anderes konzentrieren; aber ab Mitte Oktober ist die Zeit dafür. Werde ich mich darauf stürzen. Nein, aber - ich freu mich!, und ich kanns ehrlich gesagt kaum erwarten.
Persönlich würde ich dem übrigens auch einen anderen Titel geben: etwa - Klärungszeit; Raum für sich, oder ganz banal: mein neues Zuhause, oder ähnliches.
Aber eigentlich egal.
Wer es gut findet, seine Freude daran hat, bitte munter weiterempfehlen, oder verschenken - dieses Büchlein hats verdient - unter die Leute zu kommen!
Es bringt soviel Klarheit und Raum in den Kopf, und ins Herz. Und - macht Mut.
Ich wünsche uns allen viel Schwung ins Neue, Leichtere, Freiere Umgehen mit Zeug, Dingen, Sachen, Krempel, Krams, Krims und Bimbalabimm
Belle

Veröffentlicht am 07.08.2013 10:29:30 GMT+02:00
Ursula Fiebig meint:
Ich war ja bis eben noch am Überlegen, ob ich dieses Buch (nicht das erste dieser Kategorie) kaufen soll - aber allein diese Reznsion macht mir richtig Lust, danke! Entscheidung ist gefällt, es kann losgehen...
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Ort: Leinfelden-Echterdingen

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