Kundenrezension

27 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen SCHÄNDLICH, 3. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Schändung: Der zweite Fall für Carl Mørck, Sonderdezernat Q Thriller (Broschiert)
1987 wird einem Geschwisterpaar die Zukunft durch einen bestialischen Mord brutal entrissen. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe jugendlicher Schüler eines exklusiven Internats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Nach neun Jahren legt einer aus dieser Gruppe ein Schuldbekenntnis ab. Zwanzig Jahre später - die damalige Internatsclique gehört mittlerweile zur Spitze der Gesellschaft - setzt ein Unbekannter die Kripo mit einer verstaubten Akte auf die Spur der ehemaligen Internatsschüler. Diese Spur führt sowohl in die höchsten Kreise der Gesellschaft als auch hinab in die Gosse. Dort hütet die abgehärmte, aber rachsüchtige Frau namens Kimmie mit den geplatzten Träumen ihres Lebens ein Geheimnis, das ihren damaligen Internatskameraden zum Verhängnis werden könnte. Kein Wunder trachten ihr diese nach dem Leben und setzen gleichzeitig alles daran, Kommissar Morcks Nachforschungen zu obstruieren. Doch auch Kimmie ist hinter den Jetsettern her.

Fazit: Mit "Schändung" betet der Autor einen bekannten Stoff nach: Die Willkür und Arroganz des Establishments und ihre Freizeitbeschäftigungen im Sumpf der Abartigkeit. Statt dem Thema eine neue und originelle Wende zu geben, klopft er bloss alte gesellschaftliche Teppiche aus. Er konfrontiert somit seinen eigensinnigen Kommissar mit einer High Society, die unter dessen Klassenverständnis steht, weil sie sich keinen Deut um moralische Werte kümmert. Damit legt der Autor den Finger auf die Wunde einer Gesellschaft wohlsituierter Bürger, die sich dank ihrer Herkunft, Macht und ihrem Einfluss die Freiheit nehmen, nach ihren eigenen Regeln zu leben. Adler-Olsens mit zynischer Handschrift geübte Sozialkritik ist jedoch zu lau, ritzt bloss die Oberfläche. Für eine Milieustudie fehlt ihr die nötige Auslotung und Tiefe. Der unterkühlte Stil und die knappe Sprache rauben der Story auch die atmosphärische Dichte und schaffen eine Distanz, die jedes Identifikationsgefühl mit dem Geschehen im Keime erstickt. Auch als Krimi ist die Geschichte zu einschläfernd und alles andere als ein Pageturner. Erst im letzten Viertel des Buches gibt der Autor eine kurze Kostprobe seines Könnens. Da erst eröffnet sich rückblendenartig ein Drama, das mit der richtigen Dramaturgie zum Romanfüller hätte werden können. Stattdessen bestehen langatmige und facettenarme drei Viertel des Romans aus breit getretenen Ermittlungsarbeiten, stereotypen Lebensläufen und Nebensächlichkeiten ohne konkrete Handlung. Auf überraschende Wendungen wartet man vergebens. Die Täter sind von Beginn weg bekannt. Die Spannung flackert auf Sparflamme, wenn überhaupt.
Die Sprache ist alles andere als zimperlich. Damit gewinnt der Autor keinen Schönheitspreis. Die Dialoge sind streckenweise verwirrend, die wenigen Aktionen auf verschiedenen Zeitebenen unnötigerweise ineinander verschachtelt.
Schliesslich ein Finale, wie es plumper und einfallsloser nicht sein könnte. Da werden völlig niedere Erwartungen befriedigt. Verglichen mit Adler-Olsens erstem Fall "Erbarmen", ist "Schändung" ein regelrechter Absturz. Wie können zwei Bücher desselben Autors sich nur so krass unterscheiden?!
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1-3 von 3 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 10.06.2012 20:17:10 GMT+02:00
C. Kilgus meint:
Absoluter Volltreffer. War eine richtige Entäuschung!

Veröffentlicht am 30.07.2012 12:56:04 GMT+02:00
knipsmausi meint:
Schändlich!!! wohl wahr, genauso habe ich das Buch gesehen und ca. Mitte des Buches zur Seite gelegt.

Veröffentlicht am 14.10.2012 21:22:12 GMT+02:00
Manarola meint:
Ich habe schon den ersten Band eher Mau empfunden. Wie muss dann erst der zweite sein??
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