wintersale15_finalsale Hier klicken Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV
Kundenrezension

16 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 'Drei Schritte vor und drei zurück', 31. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Hesitation Marks (im Digipack) (Audio CD)
Der Titel dieser Rezi ist ein Zitat von Isecs Song Einheitsschritt, einem Retro-80er-lastigen Song.
Es ist aber auch das Hesitation Marks Programm, einerseits geht Reznor locker ein paar Schritte vor. Nine Inch Nails Anno 2013 machen plötzlich Dubsteplastige Songs(Copy of a, Disapointed, Running) und doch klingen diese zugleich wie Reznors Debütmaterial von 1989. Und diese Idee durchtränkt das gesamte Material Hesitation Marks ist ein zurückblickendes und zugleich voranschreitendes Album. Das Artwork streckt den Finger nach 1994, wie damals war auch diesmal Russel Mills für das Artwork verantwortlich. Und inhaltlich scheint die Downward Spiral etwas verquer der Pate für Hesitation Marks zu sein. Reznor blickt auch seine eigene Geschichte zurück, besonders auf seine Grundidee, seiner Position damals im Leben und betrachtet das alles aus seiner heutigen Sicht.
Ein gesetzter glücklicher Ehemann mit Wohlstandsbauch und stolzer Vater von zwei Söhnen. Seine Heroinzeit ist lange passe, seine Selbstzerstörungssucht ist nur noch Erinnerung. Er versteht immer noch was in ihm vorging, sagte er der NY-Times, doch er sieht die Welt heute einfach anders.

Und so klingt HM auch völlig anders, gesetzter, glücklicher. Wobei man hier jetzt nicht die volle Popdröhnung erwarten sollte. HM ist weiterhin Nailssound, nur eben gesetzter:

Ein Song wie Copy of a ist ein gerader Nails SynthRockSong mit vielen DubstepElementen, gut tanzbar und Live sicher ein Kracher. Came Back Haunted spielt mit einem gewohntem Nailsschema, langer Aufbau und harter Bruch, vielleicht ein recht atypischer NailsSong. Find my way ist sodann eine Ballade die ganz bei den Anfängen der Nails anknüpft und Erinnerungen an Something I Can never have weckt, und bedenkt man die Grundidee hinter HM scheint die Kombination nur konsequent, hier sucht Reznor erneut sein Seelenheil in fast Gospelartiger Klangkulisse mit leichter Drohgebärde. All time low grient einem einen bitter bösen Funk a la Nine Inch Nails entgegen, der wohl fortan zu den Trademarks der Nails zählen wird, denn er kehr unter anderem auf Sattelite wieder, und er war, wenn man mal ganz weit zurückblickt (Down in it/thats what i get), auch schon einmal da. 25 Jahre sind ein langer Weg um einen solchen Kreis zu schließen. Dazu zeigt Reznor hier wie auch auf 'Copy of a' das erste Mal in seiner Karriere so etwas wie Selbstironie auf einem Album: 'hey everything is not okay' ich musste wirklich ein wenig schmunzeln und an 'Go away White' von Bauhaus denken.
Dissapointed schließt sich an die Idee mit den harten Brüchen an, ein guter gerader Song der recht Brutal Dubstep zu Gitarre und von Gitarre zu Streichern wechselt aber dennoch rockt wie Sau. Everything ist der bestgelaunte Titel den man von Reznor bis dato gehört zu haben meint, aber mit einem Blick hinter die Fassade entdeckt man etwas das den Blick in die Tiefe offenbart. Man beachte die intonierende Textzeile 'I survived everything' und siehe, an welchen Abgründen Reznor wohl schon stand. Dies ist mehr als nur ein Poprocksong der Cure's Boys don't Cry Gitarre klaut, dies ist ein erneuter Seelenstrip, nur diesmal mit zurückblickender Hoffnung. Various Methods beginnt eigentlich Nailstypisch vielversprechend bricht jedoch in eine Richtung bei der ich mich frage ob es so weit gehen sollte mit den Nails, eine Fortführung dieser Idee würde die Nails zur schunkeligen Stadionrockband verkommen lassen, für mich ist der Song nach seinem kaum merklichen Bruch ein Tiefpunkt auf diesem Album. Running hingegen überzeugt mit dichter Atmosphäre und breit angelegter Soundspielerei aus dem Beatmaker. I would for you erinnert etwas an die Mannen um Jerod Leto, in ihren besten Momenten geht aber dabei sehr gut nach vorne. In Two kracht orendtlich aus der Synthkiste mit einem tollen Basslauf und While I'm still here ist noch ein Mal ein düsterer minimalistischer Höhepunkt mit Saxophon. Danach nimmt Black Noise einen Loop von While I'm still here auf und lässt das Album ausklingen.

Vorbei ist die Zeit der persönlichen Abgründe, vorbei die Zeit von Wut und Selbstzerstörung. Nine Inch Nails sind schon lange Erwachsen geworden. Die Downward Spiral liegt fast 20 Jahre zurück, Fragile war die Loslösung von der reinen Wut. Spätestens Year Zero der Beginn eines neuen Nails-Zeitalters: Konzeptalben, Botschaften, Aufklärungsdrang.
HM war nun also der Blick zurück und zugleich der Blick nach vorne. Musikalisch fehlt dem Album etwas mehr Orientierung. Ich muss nicht unbedingt die große Wut und Verzweifelung von Reznor geliefert bekommen, das kenne ich schon(Broken, Spiral, Fragile), und es genügt mir, aber ich hätte mir etwas mehr Konsistenz gewünscht. Dieses Album ist zweifelsohne ein gutes Synthrock Album. Industrial Rock gibt es von den Nails schon lange keinen mehr wirklich, es gefällt mir besser als the Slip, krankt aber an einer ähnlichen Beliebigkeit:
Der große Augenblick, das NIN-Erlebnis, der OH-MAN-DAS-IST-ES-Moment fehlt mir. Vielleicht braucht Reznor etwas gegen das er sich richten kann, sich selbst(Broken/Spiral), Seine Selbstzerstörungswut(Fragile), die Bushregierung(Year Zero) um ein Überalbum zu schaffen. Wenn dem so ist sollte er sich ein anständiges Feindbild suchen, denn wenn die Nails so weiter machen, werden sie am Ende zu einer guten Band unter vielen.
Immer noch 4 Sterne.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-10 von 11 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.09.2013 20:16:32 GMT+02:00
Z-W-E-I meint:
Trent Reznor hatte nie eine "Heroinzeit". Dies eine mal war ein versehen (siehe Pulp Ficition ;) Wie dem auch sei!

Desweiteren, "dublastig"?! Naaaa Ja!
Hmm.... es mag vielleicht nicht mehr der knüppeldicke Industrial Rock sein, aber Industrial definitiv.

Dennoch eine gelungene Rezension. 4 von 5 Sternen ;-D

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.09.2013 08:57:07 GMT+02:00
Etheriel meint:
Industrial ist etwas völlig anderes:
TG- The Second Annual Report Of Throbbing Gristle
NWW - Chance Meeting, SPK - Information Overload Unit... das hatte alles Einfluss auf Reznor, aber er hat selbst nie etwas derartiges gemacht.

Mit Dub meine ich eigentlich Dubstep und hier die große Verwendung des typischen Beatmakers, das Ding durchzieht das gesamte Album, während YZ schwer durch Applesounds geprägt war, ist es HM durch einen Beatmaker.

Veröffentlicht am 03.09.2013 11:08:28 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.09.2013 11:09:16 GMT+02:00
Naja. Er kann auch ohne "Antrieb" HAMMER-Songs raushauen (siehe "teilweise" THE SLIP oder die Single "Not so pretty now"), und das war "erst" 2009. 4 Jahre später scheint er mir einfach zu sehr in seinen Soundtrack/HTDA- Welten abgetaucht zu sein. Wenigstens (und das sage ich immer wieder) ist NIN Live 2013/14 eine "richtige Band" mit Power und Wirkung, wenn man sich die aktuellen Aufnahmen ansieht. Und das stimmt mich dann auch HM gegenüber wieder etwas versöhnlicher. Was aber nichts dran ändert, das es das (FÜR MICH) bisher schwächste NIN-Album ist. Und hätte es jemand anderes veröffentlicht, würde wohl niemand davon Notiz nehmen... Ich freu mich aber auf die Shows :)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.09.2013 11:40:46 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 05.09.2013 13:00:04 GMT+02:00
Etheriel meint:
the Slip, war (für mich) ein mäßiges NIN Album(aber auch immer noch 4 Sterne), dessen Antrieb es war schnellstmöglich eine reguläre Album-Veröffentlichung auf Null herauszubringen. Es hat Drei gute Songs(1.000.000, Letting You, Discipline und mit einigen Abstirchen noch Echoplex) und der Rest des Albums ist reichlich beliebiges Nine Inch Nails Füllwerk. Ich habe bis heute das Gefühl, the Slip enthält bis dahin unveröffentlichtes Material das zwischen Fragile und Year Zero entstanden ist und für diese Scheibe einmal in den Nails-Live-Sound Anno 2008 gepresst wurde. Not so Pretty war allerdings keine Single sondern einer von zwei Nails Songs der NINJA Tour Sampler EP.
Und das schwächste NIN-werk ist für mich bis heute the Slip.

Was HM angeht vielleicht hatte Reznor auch einfach nur Angst vor der eigenen Courage. Denn bei Songs wie Everything, Copy of A etc. bekommt man schon das Gefühl, Reznor möchte seine neu gewonnene Lebensbejahung präsentieren, kneift dann aber doch etwas.
Live sind und waren die Nails ein ungeschlagenes Energiepaket, 2014 soll die Europatour kommen.

Veröffentlicht am 16.09.2013 15:05:34 GMT+02:00
Sehr gute Rezension, deckt sich fast mit meiner Meinung. Ich persönlich finde das Album zu elektronisch. Es ist gesetzter, ruhiger, aber das könnte man auch etwas handgemachter rüberbringen. Das hat Reznor auf The Fragile schon gezeigt mit ruhigeren Nummern wie 'The Day the World went away' gezeigt. Kein schlechtes Album bei weitem nicht, aber auf der reinen elektronischen Ebene gibts halt Acts die es besser können und auch schon zu Spiral und Fragile Zeiten besser konnten. Wie Sie schon sagten, es wirkt ein wenig wie eine Ansammlung aus einem Skizzenblock, es ist eine gewisse Ziellosigkeit zu sehen, wo bei jedem andern Album eine Intention gegeben war. Kein schlechtes Album, aber auch keine neue NIN-Referenz. Das kann Reznor besser.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 17.09.2013 19:22:43 GMT+02:00
Etheriel meint:
Danke.

Ich glaube ein wirklich schlechtes Album kann Reznor nicht machen. Seine Songwritingfähigkeit ist dafür selbst in Routine zu hoch. Er hält eine gewisse Qualität und auch wenn viel über HTDA und seine Soundtrackarbeiten geunkt wird, hatten auch diese eine deutliche Qualität, die aber hinter den Möglichkeiten Reznors standen.
Wie gesagt, kein Referenzwerk, keins der Werke die, zumindest mich, absolut mitreißen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2013 11:49:37 GMT+02:00
??? meint:
Das Industrial was völlig Anderes ist, versteht sich von selbst.
Dublastigkeit kann ich allerdings genausowenig heraushören - hör dir dazu bitte mal das neue FLA Album Echogenetic an, da wird Dubstep wirklich inflationär verwendet.
Bei Hesitation Marks könnte ich nicht einen Track nennen, wo sich eine dubsteplastige Basssline oder ähnlich Effekte heraushören lassen.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.10.2013 12:20:04 GMT+02:00
Etheriel meint:
Hmm, OK was ist denn dann der technoide Einfluss in Disappointed oder Running?
Goa, Trance... für mich ist diese markante Beatmaker-Nutzung schon nah an Burial oder Magnetic Man und das ist nunmal Dubstep, aber ich lasse mich da auch gerne belehren, im technoiden Genre bin ich nicht all zu firm.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.11.2013 20:28:34 GMT+01:00
Die Ähnlichkeiten in den Beats zu Burial und Magnetic Man kommen wohl am meisten daher, dass diese Kameraden eben auf ihren Alben die gleiche Software verwenden wie Reznor! Früher war Reznor ein Apple Mann Heute benutzt er eben andere Software!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 25.11.2013 07:08:33 GMT+01:00
Etheriel meint:
Es ist eigentlich ein Hardware-Element. So ne kleine Box auf die man bestimmte Beat-Sounds speichert und per Tastendruck abspielt(in einen speicherbaren Rhythmus bringt und dann weiterlaufen lässt). Auf diesem Ding sind auch ein paar Sounds vorprogrammiert.
‹ Zurück 1 2 Weiter ›