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Kundenrezension

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorsicht, Lachkrampf!, 13. April 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Niedertracht: Alpenkrimi (Taschenbuch)
Von Buch zu Buch fällt mir bei Jörg Maurer auf, dass er doch sehr darauf zu hoffen scheint, sich eine kleine Fangemeinde zu "erschreiben". Will sagen, er schreibt seine Bücher so, dass man sie erst dann richtig genießen kann, wenn man die Vorgänger kennt. Erst recht bei "Niedertracht"!

Da haben wir einerseits die bekannte Methode, in gelegentlich eingeschobenen Rückblenden auf die zwei Vorgänger-Fälle zu treffen. Einer der beteiligten Ermittler, oder sogar ein Bewohner des wieder einmal herrlich veralberten "Kurortes", erinnert sich in ein- oder zwei Sätzen daran, was "damals geschah". Doch selbst hier schafft es Jörg Maurer, diese Rückblenden ganz und gar nicht bierernst ausfallen zu lassen. Zweitens lässt Herr Maurer bekannte Figuren aus den Vorgänger-Bänden wieder auftreten, wie zum Beispiel das Bestatter-Ehepaar Ursel und Ignaz Grasegger, und den Österreichischen Verwandlungskünstler Karl Swoboda (köstlich!!). Es kommt aber noch eine ganz neue Methode hinzu, die ich an/in "Niedertracht" ausgesprochen genial fand, und die mich kolossal erheitert hat. Denn der Autor hat die grandiose Idee gehabt, in diesem Buch sich selber zu veralbern! Teilweise muss man sehr genau hinlesen, um das zu entdecken. Doch immer wieder gibt es einen Halbsatz, eine scheinbar belangslose Randbemerkung, oder sogar den Besuch eines ehemaligen Tatortes, wodurch sehr spitzfindig bis hoch ironisch auf die beiden ersten Bände Bezug genommen wird. Ich entschuldige mich für die ein wenig wirre Formulierung, aber würde ich das genauer erklären, wäre der Witz für neue Leser dahin.

Neben diesem ersten Aspekt, der bewussten Anspielung auf die ersten beiden Bücher, kann man "Niedertracht" jedoch auch als Weiterentwicklung sehen. Und zwar vor allem in Bezug auf den Plot. Im ersten Band hatten wir so gut wie keine "echte" Kriminalhandlung. Im zweiten Band gab es immerhin schon ein politisch angehauchtes Motiv, wenngleich ein recht wirres. Es gab also tatsächlich so eine Art von Verbrechen. Und sogar mehrere mögliche Verbrecher, die sich gegenseitig verfolgten. In "Niedertracht" geht Jörg Maurer nun noch einen Schritt weiter. Es gibt zwei kriminalistische Tatbestände, die sich gegenseitig im Buch immer wieder kreuzen, und gegenseitig behindern. Zum einen wäre da ein leicht gestörter, aber irgendwie komisch-verschrobener Täter, der durch seine (echten!) Verbrechen ein Kindheitstrauma zu verarbeiten sucht. Fast ungewohnt ernst für Jörg Maurer, aber gleichzeitig wie üblich auf komische Art umgesetzt. Zum anderen aber haben wir wiederum ein sozusagen politisches Motiv, das von niemand Geringerem als der Mafia verfolgt wird. Und die hat sich des Kurortes und zweier dort ansässiger Eigenbrötler bedient, um ihren gewagten (und sehr schrillen) Plan in die Tat umzusetzen. Auch das möchte ich nicht näher erläutern, weil es zu weit führen würde. Nur soviel: mit Hilfe eines ausgeklügelten und in der Testphase befindlichen Ortungssystems soll sichergestellt werden, dass Italien 2018 (spätestens) wieder Fußball-Weltmeister wird... :-)))

Der dritte Blickwinkel, von dem aus man dieses Buch betrachten könnte, wäre der der Fortführung von Erwartungen und "running gags", ja, das Weiterspinnen von Handlungsteilen, die in den ersten Bänden immer in der Schwebe blieben. Kommissar Jennerwein leidet ja bekanntlich an einer seltenen neurologischen Krankheit, und schon immer ging es in den Büchern darum, dass er dieses Leiden vor seinen Kollegen verbarg. Gleichzeitig rang er stets mit sich, ob er sich nicht der Polizeipsychologin Maria Schmalfuß anvertrauen sollte. Jörg Maurer hat sich für dieses Buch nun diverse genial ausgetüftelte Situationen einfallen lassen, in denen Jennerweins Handicap für Maria eben nicht mehr verborgen bleiben kann! Das wird zwar nur angedeutet, reizt aber das Zwerchfell des Lesers enorm. Gleichzeitig dichtet Herr Maurer auch der Psychologin ein geheimes Leiden an, so dass sich die beiden Charaktere in diesem Buch fast ungewollt ein wenig näher kommen. Fast zu nah - das war wirklich allerliebst geschildert! Jennerwein gewinnt dadurch an menschlicher (und männlicher) Tiefe, ebenso wie Maria. Es wird sozusagen ein "romantisches Moment" eingeführt, und man darf gespannt sein, ob Jennerwein und Maria dereinst...

Überhaupt muss ich sagen, dass dieses Buch ganz ungeniert erkennen lässt, dass es weitere Bände geben wird, ja, muss. Das Ende ist, was die Mafia und ihre sportlichen Ambitionen angeht, angenehm offen gestaltet. Nur der verschrobene Einzeltäter wird gefasst - teils durch die Polizei, teils durch seine eine Schaufel schwingende Mama (!). Doch der Mafia-Verbindungsmann sowie das geheime Ortungssystem entkommen. Und während die Truppe um Jennerwein wieder einmal zum Schluss im Bierzelt sitzt, wird in einer Maschine der Lufthansa fleißig weiter geplant und getüftelt...

Ich stehe wieder einmal vor dem Dilemma, das ich viel gesagt habe, aber dennoch das Buch nicht wirklich erklären konnte. Der hohe humoristische Reiz Jörg Maurers besteht eben aus viel mehr als der Summe der Einzelaspekte. Das ist kunstvoll, herrlich schräg, und in Deutschland für mich in dieser Form bislang einzigartig. Jörg Maurer ist für den deutschen Buchmarkt in etwa dasselbe, was Monty Python für den englischen Film waren. Und das ist auch gut so! Hollarhäädihüüüijooooh...
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