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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
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Rezension bezieht sich auf: Opium fürs Volk: Natürliche Drogen in unserem Essen (Taschenbuch)
Wenn auf einem Buch der Name Pollmer steht, muss man auf alles gefasst sein. Hochinteressante Zusammenhänge, unkonventionelle Erklärungsversuche, gewöhnungsbedürftige Einseitigkeiten, ärgerliche Vereinfachungen und Desinformation. Insofern ist es immer wieder spannend, wo auf dieser Skala man ein neues Buch ansiedeln würde.In diesem Fall würde ich sagen, liegt der Schwerpunkt klar bei den interessanten Zusammenhängen. Die Autoren tragen Informationen über psychotrope (die Psyche des Menschen beeinflussende) Stoffe in diversen Nahrungsmitteln zusammen: Gewürze, Brot, Bananen, Quark, Lebkuchen, Ketchup und vieles andere - alles enthält psychotrope Stoffe oder es entstehen solche bei der Zubereitung oder im Körper. Daraus ergeben sich nach Ansicht der Autoren viele Vorlieben die geschmacklich oder ernährungsphysiologisch nicht zu erklären seien; außerdem mögliche Erklärungen für aufwendige Zubereitungsarten oder "seltsame" Verhaltensweisen. Das ganze führe zu einem "neuen Bild von der Ernährung des Menschen". Das mit dem "neuen Bild" ist so eine Sache. Das Buch zeichnet sicherlich ein neues Bild - aber inwieweit ist dieses zutreffend? Die Autoren sprechen selbst im Vorwort davon, dass die Zusammenhänge "erst allmählich von den Naturwissenschaften erahnt und aufgedeckt werden". Eigentlich ist es eher ein Blick aus einer neuen Perspektive, ein Blick, der das bisherige Bild nicht ersetzt sondern ergänzt, wobei der neue Blick möglicherweise noch nicht so ganz fokussiert ist, das Bild noch nicht so richtig scharf ist. Es ist wirklich faszinierend und erstaunlich, an wie vielen Stellen bei der Ernährung drogenartige Mechanismen anzutreffen sind - wie stark aber die jeweiligen Auswirkungen sind bleibt eher unklar und spekulativ. Das Buch ist zwar gut lesbar geschrieben, aber es gibt Versäumnisse, dem Leser beim Verständnis zu helfen. Begriffe wie Hormon, Neurotransmitter, Serotonin, Dopamin und andere werden fast in jedem Satz verwendet - schließlich laufen die Mechanismen, um die es hier geht, immer wieder auf eine Beeinflussung der entsprechenden Systeme hinaus. Da wäre ein kurzer Überblick am Anfang des Buches extrem hilfreich gewesen: was ist ein Neurotransmitter, was ein Hormon, welches Hormon ist wofür zuständig. Wie sieht es mit der berüchtigten Pollmerschen Einseitigkeit aus? An manchen Stellen schimmert sie durch. So wird auch in diesem Buch wieder eine gewisse Sympathie für den Alkohol deutlich. Auch könnte man manchmal meinen, die Menschheit würde ihre Ernährungsgewohnheiten ausschließlich an den enthaltenen Drogen orientieren. Allerdings sollte man sich klar machen, dass es sich halt nun mal um ein Buch zu diesem Thema handelt. Es ist kein Ernährungsratgeber, es ist kein Buch über die Risiken von Drogen - es ist ein Buch über wenig bekannte oder wenig beachtete drogenartige Wirkungen von Nahrungs- und Genussmitteln, nicht mehr und nicht weniger. Dass sich das Buch auf dieses Thema beschränkt ist m.E. nicht zu beanstanden. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Rezensentin / Rezensent
![]() Ort: Baden-Württemberg Deutschland
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