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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klanguniversum zwischen Beklemmung, Lärm und gläserner Zerbrechlichkeit., 6. Juli 2013
Von 
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Rezension bezieht sich auf: Drukqs (Audio CD)
Auf den ersten Blick wirkt Aphex Twins (bislang leider immer noch) letztes Album chaotisch, zuweilen fast konzeptlos. Man könnte es auch anstrengend nennen. Doch man wird diesem Werk mit so einer vorschnellen Zuschreibung keineswegs gerecht. "Drukqs" ist nicht nur Richard D. James möglicherweise experimentellstes Album, es ist ebenfalls das stilistisch vielfältigste seines bisherigen Schaffens. (Semi-)klassische Klavierstücke ("Avril 14th", "Hy a Scullyas lyf a dhagrow") wechseln sich ab mit wahnwitzig verschachtelten Breakbeat-Orgien ("Cock/Ver10", "Ziggomatic 17") und obskuren Ambient-Tracks bzw. Geräusch-Experimenten ("Gwely Mernans", "Gwarek 2"), aber selbst diese Dreiteilung ist nur eine bemühte Unterscheidungshilfe von mir, die die Breite des Spektrums nur unzureichend repräsentiert. Dem Repetitiven als Mittel populärer Musik hat Aphex Twin hier zwar nicht vollständig abgeschworen, doch minutenlange Monotonie ist seine Sache nicht, lässt er insbesondere auf "Drukqs" vielmehr seinen unzähligen Ideen freien Lauf. Musik, die sich in ständiger Bewegung, Veränderung, Entwicklung befindet, unberechenbar bleibt.

Trotz allem wirkt "Drukqs" für mich wie eine kohärente Einheit. Eine eigenartige Klangwelt, in der alles durcheinander geht und dennoch perfekt zusammenpasst. Wie ein Ökosystem, das nur im Zusammenspiel des scheinbar Widersinnigen und Gegensätzlichen funktioniert. Noch nie zuvor lagen bei Aphex Twin das Fragile, Schwelgerische und das Destruktive, Aggressive so dicht beieinander. Wunderschöne Melodien treffen auf kompromisslos hämmernde Drumprogrammierungen und abgefahrene Samples. "Omgyjya-Switch 7" peitscht rund eine Minute lang bis an die Schmerzgrenze, ehe sich nach und nach eine fast schon bizarre Erhabenheit entfaltet, die immer wieder mit den abgehackten Rhythmen kontrastiert.

Obwohl ruhige Harmonien und Humor nicht fehlen, assoziere ich persönlich "Drukqs" immer mit Melancholie, Zweifel, innerer Konfusion und Einsamkeit. Musik, die man alleine hört, für sich selbst. Die Leichtigkeit des "Richard D. James Album" ist gewichen.
Der Sound ist enorm komplex und steckt voller Details. Müsste ich aus der paradox-homogenen Gesamtheit der beiden CDs einzelne Kompositionen besonders herausheben, würde ich mich für das experimentelle Piano-Solo "Jynweythek Ylow" entscheiden, sowie für das gleichermaßen überwältigende wie unheimliche IDM-Stück "Vordhosbn" und den verbreakten Acid mit dem Titel "Meltphace 6".
Zeitlose Musik ist Aphex Twin gelungen. Man kann nur hoffen, dass bald endlich mal ein Nachfolger erscheint.
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Ersteintrag: 04.01.2014 01:12:56 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.01.2014 01:16:16 GMT+01:00
Soweit mir bekannt gab es unter dem Pseudonym AFX die sog. Analord Reihe (auch als "chosen Lords" Kompilation) als Nachfolge Veröffentlichung(-en). Ist zwar auch wieder einige Jahre her, aber es gab /gibt sie.
Man muß aber drauf stehen, da seinerseits sehr ACID, TECHNO -lastig und im vgl. zur DRUKQS etwas eintönig.
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