Kundenrezension

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Neues aus dem Norden, 4. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deceiver of the Gods (Audio CD)
Mit "Deceiver Of The Gods" gelingt es Amon Amarth, das in meinen Ohren eher enttäuschende "Surtur Rising" (2011) klar zu übertreffen. Für die Top-Wertung reicht es meiner Ansicht nach zwar nicht ganz, dennoch ist der 2013er Longplayer durchaus hörenswert. Aber woran liegt es, dass die ganz große Begeisterung ausbleibt? Schließlich haben Amon Amarth nach wie vor epische Melodien am Start, die Stimme von Johan Hegg scheint wieder vom Donnergott selbst zu stammen und die ganze Wikinger-Kiste fühlt sich nach wie vor nicht abgedroschen an (eigentlich unglaublich, ist aber tatsächlich so!).

Was bei "Deceiver Of The Gods" - wie schon bei "Surtur Rising" - als erstes auffällt: Die schnelle und absolute Eingängigkeit der Songs fehlt großteils. Das ist nicht negativ, hat aber zur Folge, dass ein zukünftiger Live-Klassiker, bei dem alle sofort mitgröhlen können, schwer auszumachen ist. Der Titeltrack "Deceiver Of The Gods" hat mit seinen unwiderstehlichen Gitarrenharmonien noch am ehesten das Zeug dazu, ein wirklich zwingender Refrain fehlt jedoch. Dennoch haben die Songs auf "Deceiver Of The Gods" gegenüber dem Vorgängerwerk einen deutlichen Vorteil: Sie wirken als Gesamtpaket wesentlich stimmiger und gewinnen mit der jedem Durchgang. In Bezug auf das Songwriting haben sich die Schweden nämlich außerordentlich gesteigert. Die Stücke sind eine ganze Ecke ausgefeilter und detailierter umgesetzt, ohne zu sperrig zu klingen. Man merkt deutlich, dass die Musiker nach rund 20 Jahren stark an Können gewonnen haben und das auch zeigen möchten. Dafür wurde der Stil weiter geöffnet, soll heißen: der Death Metal-Anteil zugunsten von "normalen" Heavy Metal-Arrangements zurückgefahren. Unterstrichen wird das auch durch die saubere aber dennoch druckvolle Produktion von Andy Sneap, der meines Erachtens gute Arbeit geleistet hat.

In die Amon Amarth-eigene Todeskerbe hauen neben dem Titeltrack noch das ausgezeichnete "Shape Shifter" sowie die mit stampfenden Riffs unterlegten "As Loke Falls", "We Shall Destroy" und das mit einem gottgleichen Solo ausgestattete "Coming Of The Tide". Im finalen, über acht Minuten dauernden "Warriors Of The North" ziehen Amon Amarth nochmal alle Register ihres Könnens und lassen eine musikalisch sehr abwechslungsreiche Achterbahnfahrt über den Hörer hereinbrechen. Exzellent gemacht! Zwischen diesen Songs stehen einige Stücke, die man - vom Gesang abgesehen - nicht unbedingt als Death Metal bezeichnen kann. Beispielsweise startet "Blood Eagle" mit einem Manowar-Gedächtnis-Intro und wird dann zu einer schnellen Power Metal-Hymne inklusive "Oh-oh-oh"-Chören. Das hätte man so nicht unbedingt von dieser Band erwartet... Im bereits kurz vor Erscheinen des Albums hörbaren "Father Of The Wolf" gibt man sich hingegen eher dramatisch-melancholisch - was den sympathischen Schweden ebenfalls gut zu Gesicht steht. "Under Siege" bringt den Bass so prominent ins Spiel wie noch bei keinem anderen Song von Amon Amarth und weiß mit Akustik-Spielereien und viel Dramatik zu überzeugen. Auf "Hel" gibt sich schließlich ein bekannter Gaststar die Ehre: Messiah Marcolin (Candlemass) gibt dem Stück einen düsteren, fast orientalischen Touch, an dem sich die Geister scheiden werden. Mir persönlich gefällt die Kollaboration ganz gut, ich verstehe aber jeden, der damit auf einer Amon Amarth-Platte nicht viel anfangen kann.

Noch ein Wort zur von mir gekauften Doppel-CD-Box: Die Schachtel ist erwartungsgemäß schön und recht stabil gearbeitet. Das beiliegende Poster ist in Ordnung - es zeigt das Cover-Motiv in groß bzw. die Band auf der Rückseite. Sehr schwach finde ich das Booklet - das hat man von Amaon Amarth definitv schon inspirierter und "liebevoller" (ähem...) gesehen. Die zweite CD enthält vier sehr interessante Songs, von mir zunächst irrtümlich für Cover-Versionen von Judas Priest ("Burning Anvil Of Steel"), Black Sabbath ("Satan Rising"), Motörhead ("Snake Eyes") und AC/DC ("Stand Up To Go Down") gehalten. In Wirklichkeit sind es von Amon Amarth im Stil der jeweiligen Bands eingespielte Nummern. Besonders das Motörhead-"Cover" ist hörenswert, die anderen fallen demgegenüber ein wenig ab, sind aber immer noch gut. Ist ganz lustig zu hören, wie Amon Amarth mit "normalen" Texten, die sich nicht um Wikinger und nordische Gottheiten drehen, klingen.

Fazit: Vier Sterne. Wenn zumindest eine einfache, direkte Hymne mit zwingendem Refrain á lá "Cry Of The Black Birds", "Twilight Of The Thunder God" oder gar "Pursuit Of The Vikings" am Start gewesen wäre, wäre es die Höchstwertung geworden. Aber auch so: Hut ab, die Wikinger können sich weiterhin ganz oben behaupten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.07.2013 15:05:00 GMT+02:00
Mario Karl meint:
Nette Rezension! Aber, ähem, die Nummern der Bonus-CD sind keine Coverversionen, sondern selbst komponierte Songs, die im Stil dieser vier Bands gezockt werden ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 05.07.2013 07:58:43 GMT+02:00
Stefan T. meint:
Peinlich, peinlich... ;-) Vielen Dank für den Hinweis - ich habe es entsprechend geändert. Oh Mann, da habe ich tatsächlich an "unentdeckte" Stücke von vier alt-ehrwürdigen Gruppen geglaubt... So gesehen: Gute Arbeit von Amon Amarth, die offenbar das Songwriting der "Klassiker" gut drauf haben.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent

Stefan T.
(TOP 1000 REZENSENT)   

Ort: Wien

Top-Rezensenten Rang: 969