Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Was für ein Meisterwerk der dunklen Musik, 17. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Puritanical Euphoric Misanthropia (Audio CD)
Satan muss meine Gebete erhört haben. Nach dem eher schwächeren "Spiritual Black Dimensions" Album liefern DIMMU BORGIR mit "Puritanical Euphonic Misanthropia" einen weiteren Kracher im Format von "Enthrone Darkness Triumphant" ab. Das von der damaligen Besetzung nur noch Shargrath und Silenoz übrig geblieben sind, stört dabei wenig. Vielleicht hat gerade der starke Besetzungswechsel - es kamen Nick Barker (ex-CRADLE OF FILTH) an den Drums, Galder (ex-OLD MAN`S CHILD) an der Leadgitarre, Mustis an den Keyboards und Vortex (ex-BORKNAGAR) am Bass und dem klaren Gesang neu hinzu - wieder frisches Blut in die "dunkle Festung" gebracht. Vor allem Nickolas Barker's Schlagzeugarbeit klingt um einiges weiterentwickelt, als es noch bei den britischen Vampiren der Fall war. Viel mehr Feinheiten stecken nun in seinem Spiel, was vor allem bei "Hybrid Stigmata - The Apostasy" bemerkbar wird.

Doch wollen wir beim Opener "Fear and Wonder" beginnen, einem schönen klassisch angehauchten Intro, das von Keyboarder Musitis verfasst wurde, dessen Erfahrungen die Songs auf diesem Album auch weiterhin sehr gut betonen. Bei "Blessings upon the Throne" wird dann erst mal so richtig der Knüppel ausgepackt, dass es nur so eine Freude ist! Hier machen sich auch gleich die vermehrten Thrashriffs auf "Puritanical Euphonic Misanthropia" zum ersten Male bemerkbar, die wieder zu den Norwegern zurückgefunden haben. Sehr brachial beginnt hingegen das fast 8 minütige "Kings of the Carnival Creation", welches ein wenig an die modernen Black Metal Bands a la ZYKLON und MYRKSKOG erinnert, der treibende Mittelpart hingegen zeigt DIMMU BORGIR wieder von ihrer unverkennbaren Seite. Hier kommt, dieses Album betreffend (er hat ja schon bekanntlich auf dem letzten Release einige Passagen eingesungen), auch zum ersten Mal der genial klare und kraftvolle Gesang von Basser Vortex zur Geltung, der sich im Vergleich zu BORKNAGAR Tagen stark gesteigert hat. "Hybrid Stigmata" beweist, dass der Norden Sechser es nicht verlernt hat, äußerst melodiöse Songs zu schreiben, wobei vor allem dieses Stück eine unbeschreibliche Dichte vorweisen kann.

So reihen sich moderne Loops zwischen klassische Streicher und brachiale Metalriffs, betont von sehr abwechslungsreichem Gesang. Wieder mehr in die traditionelle Richtung tendiert "Architecture of a genocidal Nature", wobei mich dieser Song ein wenig an die britischen Kollegen CRADLE OF FILTH erinnert, was vor allem an der Gitarren- und Keyboardarbeit liegt. Doch diesen Vorurteil wollen die Jungs nicht auf sich sitzen lassen und beweisen mit "Puritania", dass sie auch anders können. Hier werden einige weitere Industrial Elemente ausgegraben, welche wieder die brachialere Seite von DIMMU BORGIR hervorheben und stellenweise ein wenig an das geniale "The Horror Grandeur" Album erinnert. Um einiges geheimnisvoller und auch wieder mit mehr klassischen Elementen bestückt breitet sich "Indoctrination" wie ein Klangteppich aus, der allerdings wieder auch leichte Parallelen zu den ehemaligen Brötchengebern von Drummer Nickolas vorweist. Naja, daraus macht sich das Sextett nicht viel und bietet mit "The Mealstorm Mephisto" dem Hörer eine weitere brachial aggressive Nummer, die wie auch schon "Blessings upon the Throne", "Kings of the Carnival Creation" oder "Hybrid Stigmata" den neuen eingeschlagenen Weg markieren soll. Und wenn man schon einen Weg verfolgt, soll man ihn einhalten, wie auch bei "Absolute Sole Right". Hier schimmern wie auch schon zuvor, einige leichte Death Metal Elemente durch, die scheinbar in der Black Metal Szene wieder eine größere Rolle zu spielen scheinen. Über eine megageniale Hookline verfügt der Song "Sympozium": eine außerordentlich sinistres Keyboardthema erzeugt dabei eine unglaublich morbide Atmosphäre, die zwar den Song über erhalten bleibt, allerdings das Thema an sich zu wenig wiederholt wird.

Dennoch ist dieser Track ein wahrer Hammersong, der sich auch durch Vortex'Gesang besonders hervorhebt. Das sehr majestätische Outro "Perfection or Vanity" verabschiedet den Hörer mit einem weiteren akustischen Ohrenschmauß. Doch wird mit dem TWISTED SISTER Coversong "Burn in Hell" nochmal eine kleine Zugabe gegeben, die es in sich hat. Das, meine liebe Damen und Herren, das ist ein coversong, wie er im Buche steht. Nicht nur plumpes Nachspielen, sondern eigene Interpretationen, so wie es sich gehört. Wäre nicht die einfache Struktur der Riffs und des Aufbaus, könnte das Stück bedenkenlos der Klangschmiede von DIMMU BORGIR zugeordnet werden. Zweifelsohne einer der besten Coversongs aller Zeiten! Wer Shargrath und Co. nach dem letzten Album "Spiritual Black Dimensions" abgeschrieben hatte, agierte da wohl ein wenig zu früh, da die Jungs sich wieder stärker denn je zuvor zurück melden. Zwar nicht ganz so stark wie CRADLE OF FILTH' "Midian", aber zumindest sind DIMMU BORGIR mit "Puritanical Euphonic Misanthropia" dicht auf den Versen!
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