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Kundenrezension

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...da war es kalt und finster, es schrien die Raben vom Dach..., 8. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Audio CD)
Franz Schuberts Liederzyklus "Winterreise" D 911 nach Gedichten von Wilhelm Müller ist der wohl populärste Liederzyklus der klassischen Musik. Schubert selbst soll seinen Freunden angekündigt haben: "Ich werde euch einen Zyklus schauerlicher Lieder vorsingen." Wenige andere Kompositionen des deutschen Komponisten sind so durchgängig düster und schwermütig wie die "Winterreise". Die Geschichte vom jungen Gesellen, der von seinem Liebchen betrogen wird und infolgedessen seine sinistre, widrige Reise durchs verscheite Land antritt, um über seinen Verlust hinwegzukommen und sich schließlich resigniert seinesgleichen anzuschließen, hat viele andere Komponisten inspiriert.
Der berühmte deutsche Bariton Dietrich Fischer Dieskau hat sich zeit seines Lebens mit der "Winterreise" auseinander gesetzt. Mit verschiedenen Pianisten hat er zusammengearbeitet, bedeutende Einspielungen liegen mit Jörg Demus oder seinem Stammpianisten Gerald Moore vor. Die vorliegende Einspielung an der Seite von Alfred Brendel entstand mitten in der Sommerhitze des Jahres 1985 in Berlin und erfreut sich heute noch bester Tonqualität. Auch was den künstlerischen Aspekt betrifft, steht diese Aufnahme immer noch in vollem Glanze.

Schuberts kompositionstechnische Meisterschaft ist über jeden Zweifel erhaben. Dem torkelnden, benommenen Sänger gibt er eine unsichere, forschende Klavierstimme bei. Das führt dazu, dass gleich das erste Lied des Zyklus, "Gute Nacht", zu einem seiner besten überhaupt wird. Gekonnt benutzt er die "Wetterfahne", um den Wankelmut die Geliebte seines Protagonisten darzustellen. Intensiver Schmerz und Verzagtheit kennzeichnen auch die folgenden Lieder, erst im "Lindenbaum", einem der berühmtesten deutschen Volkslieder, findet der Wanderer Einhalt, schwelgt in Erinnerungen und lindert seine Schmerzen ein wenig. Mit welcher Liebe, mit welcher Empathie Schubert Müllers Vorlage umsetzt - man könnte meinen, er habe seine Todesahnung hier bereits mit eingeflochten.
Fischer Dieskau als blendender deutscher Bariton füllt seine Rolle mit Leben und Wärme. Das ist in den folgenden Liedern besonders wichtig. Schubert führt hier das bei ihm immer wiederkehrende Motiv des Baches ein. Dieser ist hier aber nicht verständiger Begleiter, sondern eisiger Freund: Erstorben und vereist liegt er da. Schubert verharrt in seiner Traurigkeit, gleitet im verzagten "Irrlicht" gar ins düsterste h moll ab. Fischer Dieskau scheint dem Leid des Protagonisten nachfühlen zu können. Auch in den leisesten, tristesten Episoden bleibt seine Intonation klar und gut verständlich. Er setzt passende, forsche Akzente, die auf seine lange Vertrautheit zu Schuberts Zyklus verweisen. Farben- und Kontrastreichtum stehen ihm zur Verfügung. Selten beispielsweise habe ich den "Frühlingstraum" spannender, niederschmetternder erlebt. Harsch und unerbittlich wird sein Tonfall, wenn er seinen Protagonisten die letzte Würde verlieren lässt und die "Letzte Hoffnung" dahinschwinden lässt.
Brendel hingegen hält den Vortrag stets transparent und differenziert, spielt sich nie in den Vordergrund und übernimmt das extrem wichtige Fundament des Zyklus'. Seine gewaltige Leistung wird besonders in den letzten Liedern deutlich, wo der eigentlich tief traurige, hoffnungslose Bariton zu recht versöhnlich klingenden Klavierakkorden singt. "Mut!" spricht sich der Wanderer zwar zu, doch es nutzt nichts. In den beinahe halluzinogen anmutenden "Nebensonnen" scheint er den Verstand vollends zu verlieren, im "Leiermann" schließlich einen Gleichgesinnten zu finden, der barfuß schiefe Töne auf seiner Leier produziert. Brendel empfindet diese Töne trefflich, besser als jeder andere, nach. Vor allem hier zeigt sich die perfekte Harmonie zwischen Brendel und Fischer Dieskau.

Fazit: Vielleicht nicht die allerbeste Einspielung dieses unergründlichen Zyklus', auf jeden Fall aber die kongenialste!
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 14.12.2011 12:46:02 GMT+01:00
Rina Furano meint:
"Wenige andere Kompositionen des deutschen Komponisten sind so durchgängig düster und schwermütig wie die "Winterreise"."
Das mag sein, aber - ohne Pedanterie - Franz Schubert war Österreicher. Herzliche Grüße!
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Details

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Rezensentin / Rezensent

Andre Arnold
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   

Ort: Rödental, Bayern

Top-Rezensenten Rang: 805