Kundenrezension

17 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Domingo als Bariton - ein zweischneidiges Schwert !, 19. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verdi (Audio CD)
Ohne jeden Zweifel: Domingos Stimme ist mit 72 Jahren einfach ein unglaubliches Phänomen.Wenn andere Tenöre schon längst auf den Ägisth in Elektra oder den Herodes in Salome(u.a.) ausgewichen sind,kann sich sein Siegmund und sein Parsifal durchaus noch hören lassen,zumindest was das Stimmpotential angeht.Doch einfach mal das Fach wechseln,wenn die höhere Lage nicht mehr so mitspielt,nun ja - gehen tut es schon - wie man auf dieser CD hören kann.Domingo singt so ziemlich jeden Bariton-Hit,der Verdis Feder entsprungen ist,er singt alle Arien und Szenen tadellos,mühelos,bisweilen auch ausdrucksstark,doch wie ein Verdi Bariton klingt er beim besten Willen eben nicht.Weder besitzt er das väterliche baritonale Timbre für einen Rigoletto oder Germont,etwas eher dann doch für Simone,noch überzeugt er in den doch sehr virilen Partien eines Renato , Luna oder gar eines Carlo(Forza),von Macbetto ganz zu schweigen.Am ehesten liegt ihm wohl noch der Posa!Und die tenorale Unsitte der "Stimmschluchzer",die man von ihm als Tenor so gut wie nie hörte,ausgerechnet die pflegt er hier als Bariton mehr als genug: einfach deplaziert!
Auch nach mehrmaligem Hören komme ich zu dem Ergebnis,dass hier zweifelsohne eine technisch nach wie vor sehr gute Stimme singt,dass Domingo,den ich als Tenor sehr schätze,den im Alter normalen stimmlichen Verfall bewundernswert auffangen kann,indem er vom Tenor zum Bariton "mutiert".Doch auf der entscheidenden Seite,wie geht die Stimme unter die Haut,wie kann sein Timbre Emotionen befördern und auslösen,da kann dieser verdiente Sänger nicht punkten.Interessanterweise lautet denn auch der Titel der CD "Domingo - Verdi" ,die Stimmlage Bariton wird nur im Kleingedruckten erwähnt,bzw.durch einen extra Aufkleber von Sony Classical.Hat da jemand die Vorsicht walten lassen,ahnend,dass diese Stimme nicht richtig zuzuordnen ist,kein Bariton eben im wahren Sinne,aber eben auch kein Tenor?

Es ist durchaus keine Seltenheit,vom Bariton zum Tenor,vom Mezzo zum Sopran aufzusteigen,doch fällt mir auch bei intensivstem Nachdenken kein Tenor ein,der als Bariton erfolgreich - oder ein Sopran,der als Mezzo ERFOLGREICH gewesen wäre.
FAZIT : Nicht alles,was machbar ist,muss auch schön und packend sein.
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 25.08.2013 23:17:44 GMT+02:00
vully meint:
Ramon Vinay - begann als Bariton, wurde dann Heldentenor, später wieder Bariton.

Regina Resnik - erst jugendlich dramatischer Sopran, später dann gefeierter Mezzo.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.08.2013 10:49:26 GMT+02:00
[Vom Autor gelöscht am 26.08.2013 11:43:52 GMT+02:00]

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.08.2013 12:00:16 GMT+02:00
Klaus Böhn meint:
Resniks Sopranpartien waren hauptsächlich Lady Macbeth,Santuzza und Sieglinde,Rollen,die schon immer gerne und gut auch von Mezzosopranistinnen gesungen wurden(Verrett,Crespin u.a.),bevor sie schon sehr früh ins tiefere Fach wechselte.Insofern kann sie nicht mit einem typischen Sopran wie z.B.Tebaldi oder Price verglichen werden.Vinay war schon immer ein eher baritonaler Stimmtyp,was die Auswahl seiner späteren Tenorrollen erheblich beeinflusste.Dass er vom Otello und Tristan wieder zu Jago und Kurwenal zurückkehrte war zu erwarten.Man kann seine Tenorstimme beim besten Willen nicht mit der Domingos vergleichen,auch wenn z.B. beide den Otello sangen.Domingo war von Anfang an ein Tenor und ist es - genau genommen - vom Timbre her heute noch.
Ich hätte mich evtl.präziser formulieren sollen,denn gemeint waren Rollenwechsel ins tiefere Fach auf die schon etwas älteren Tage nach langen und erfolgreichen Karrieren im oberen Stimmbereich.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.08.2013 20:34:53 GMT+02:00
jg meint:
Domingo war ganz am Anfang ein Bariton. Er wechselte nur sehr frueh zum Tenor, und jetzt wieder zurück.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.09.2013 15:07:02 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.09.2013 15:08:02 GMT+02:00
Klaus Böhn meint:
Domingo sang sehr hochliegende Baritonpartien in Zarzuelas in der Theatergruppe seiner Eltern, mit 16-17 Jahren!!!Als er 1959 - also mit 18 Jahren - beim Vorsingen an der National Opera den Prolog aus Bajazzo zusammen mit "Nemico della patria" aus Andrea Chenier wählte,wurde ihm mitgeteilt,dass er ein Tenor und kein Bariton sei,worauf er die Tenorarie "Amor ti vieta" aus Fedora vom Blatt singen musste,vom Gremium eindeutig als Tenor eingestuft wurde und als solcher sofort einen Vertrag bekam.Er fing mit kleinen Tenorpartien an (Borsa,Spoletta,Normanno,Gastone,Pang,Remendado,Cassio)bevor er bereits 1961(also mit 20 Jahren) als Alfredo und Cavaradossi das große Tenorfach begann,gefolgt von Edgardo und Rodolfo im Jahr 1962.
Dies kann man gerne nachlesen im Kapitel Madrid and Mexico(1941-1961) seiner Autobiografie "My first forty years".
Sein Bariton-Anfang war eindeutig ein Versuchsstadium in einem Alter,in dem die Stimme noch nicht fertig entwickelt ist.Dies als Wechsel vom erfolgreichen Bariton zum erfolgreichen Tenor zu bezeichnen halte ich für äußerst fragwürdig,zumal Domingo selbst diese Einschätzung nirgendwo in seiner Autobiografie teilt.
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