Kundenrezension

23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitdokument, 2. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Rolling Stones - Stones in the Park (Metalpak) [Limited Edition] (DVD)
Im Juli 1969 pilgerten eine halbe Million Menschen in den Londoner Hyde Park, um einem Freeconcert der Rolling Stones beizuwohnen. Zwei Tage vorher war Brian Jones gestorben und so widmeten die Stones dieses Konzert dem ehemaligen Bandmitglied, indem Mick Jagger einige Gedichtzeilen vortrug und einige tausend weiße Schmetterlinge aus Kartons freigelassen wurden, bevor die Band mit der Musik begannen.

Um es kurz zu machen, die Stones spielten katastrophal. Das hatte mehrere Gründe: Zum einen war der neue Gitarrist Mick Taylor überhaupt noch nicht richtig integriert, zum anderen hatten die Stones, auch durch die Drogenprozesse bedingt, eine lange Konzertpause hinter sich, so dass sie das Zusammenspiel erst mal wieder lernen mussten. Drittens war es einer jener Tage, bei denen Keith Richards aussah, als hätte man ihn gerade erst aus dem Bett gezogen und genauso spielte er auch. Den meisten Songs fehlte es an Tempo, wobei besonders negativ "I'm Free" auffällt, das ungeheuer lahm herüber kommt . Man kann Mick Jagger ansehen, dass er über das gesamte Konzert mehr Tempo fordert. Jagger ist es auch, der als Einziger eine überzeugende Vorstellung liefert. Dabei dürften die Zuschauer ihren Augen nicht getraut haben, als er auf die Bühne kam. Mit dem Fummel, dem er da anhatte, passte er eher in eine Ballettstunde als in ein Rockkonzert (das dürfte der Anfang des zeitweiligen Flirts Jaggers mit der Bisexualität gewesen sein), aber als es dann losging, zeigte sich, welch großartiger Entertainer er war und ist.

Das Konzert wird nur in Auszügen und nicht chronologisch gezeigt: Dazwischen finden sich immer wieder Interviews mit Jagger und Szenen aus der Vorbereitung und anderen Teilen des Hyde Parks wie das berühmte "Speaker's Corner". Da sieht man z. B. Tom Keylock, den Sicherheitsmensch der Stones, mit der englischen (weit harmloseren) Ausgabe der Hell's Angels diskutieren oder Marianne Faithfull mit ihrem Sohn Nicholas.

Also, das Konzert war nicht so besonders. Was aber gut herüberkommt , ist die Stimmung, die damals im Swinging London geherrscht hat. Locker, beschwingt, voller Zuversicht. Das Drama von Altamont kurze Zeit später sollte einige wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen. "The Stones In The Park" ist also mehr als Zeitdokument zu verstehen, auch in Hinsicht auf die sich entwickelnden neuen Stones, die später auf der Tournee so kraftvoll wie nie zuvor rocken sollten.

Ach ja: Ironie des Schicksals...Unter den Besuchern war auch Ron Wood, der hier genauso wie alle anderen erstmals Mick Taylor bei einem Auftritt sah, dessen Posten er Jahre später beerben sollte

Als Stonesfan sollte man diese DVD unbedingt besitzen und zwar genau diese Ausgabe. Warum? Weil Jaggers Genuschel bei den Interviews endlich mal deutsch untertitelt ist.
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1-4 von 4 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 30.06.2010 02:51:10 GMT+02:00
Hallo Pete, super Rezension! Ich möchte nur anmerken, dass Ron Wood Mick Taylor laut "According to the Rolling Stones" bereits Mitte der Sechziger nicht nur schon bei Auftritten gesehen hat, sondern auch für ihn eingesprungen ist, weil dieser sich mangels Selbstbewußtsein für nicht besonders gut hielt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 19.07.2010 09:28:20 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Hi,

ich kann jetzt zwar die entsprechende Stelle in dem Buch nicht finden, aber das kann nicht bei den Stones gewesen sein, denn Mitte der Sechziger war Mick Taylor ja noch nicht bei den Stones. Trotzdem guter Hinweis.

Veröffentlicht am 20.05.2011 21:46:12 GMT+02:00
Siegfriedt meint:
Es war ein echtes Knaller-Konzert und die Stones haben geil gespielt!!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 23.05.2011 21:40:39 GMT+02:00
Pete Thrope meint:
Schön, dass es Ihnen gefallen hat. Mein ich gar nicht ironisch.
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