Kundenrezension

35 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein bisschen von allem, nur nicht Star Trek, 31. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Star Trek (DVD)
Man wünschte sich, J.J. Adams und das Autorenteam hätten mehr Zeit mit der ursprünglichen Star-Trek-Serie verbracht. Dann hätten viele Fehler und Unstimmigkeiten vermieden werden können, z.B. ein viel zu alter Captain Pike oder ein emotional instabiler Spock, der sofort aus der Fassung gerät, sobald man irgendetwas gegen seine Mutter sagt und der - wie ein Teenager - auf der Brücke mit Uhura knutscht. Überhaupt sind alle Figuren nur ein Abklatsch ihrer selbst. Weder Spock noch sein Vater schaffen es, die den Vulkaniern eigene Distanziertheit und Arroganz stimmig zu vermitteln. Scotty wird zu einem versponnenen Technikfreak und Chekov spricht, als hätte er gerade einen Kurs English für Anfänger absolviert. Besonders befremdlich die Beziehung zwischen Uhura und Spock. Nicht, dass ich einem jungen Spock keine Leidenschaft zutrauen würde, allerdings wird auch diese Beziehung nicht durch die Serie unterstützt. Und Kirk wird zu einem prügelnden, prolligen Halbstarken, der es nie in die Akademie, geschweige denn auf den Captains-Sessel geschafft hätte. Natürlich werden diese Brüche durch die Änderung der Vergangenheit erklärt, aber angesichts der hanebüchenen Unlogik erscheint das wie einst Bobby Ewing, der aus der Dusche wieder ins Leben, Pardon, in die Serie zurückfand. Hier hätte man beliebige andere Namen für die Figuren verwenden können, denn mit Star Trek oder dem Star-Treck-Universum hat dieser Film am wenigsten zu tun.

Insgesamt gelingt es weder, zwischen den Figuren eine stimmige Chemie aufzubauen - etwas, das der ursprünglichen Serie mit spartanischen Mitteln, aber umsomehr Schauspielerei und guten Storys gelang - noch eine stimmige Geschichte zu erzählen. Das liegt auch am völlig überfrachteten Setting, das alles ist, aber eben nicht glaubwürdig. Wo die ursprüngliche Serie durch physikalische Korrektheit punktete, ist dieser Film nur hübsch bunte Action. Nett anzuschauen, aber eigentlich austauschbar. Dieser Star Trek erinnert mehr an Star Wars oder den Wüstenplanet.

J.J. Abrams hat sicherlich Recht, dass dieser Film schneller ist als andere Star-Trek-Filme, leider hat er bei aller Geschwindigkeit vergessen, eine Geschichte zu erzählen. Er hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, etwas eigenes zu schaffen. Die Geschichte besteht im Wesentlichen aus einer Kurzfassung von Star Trek 10 (Nemesis) und der Rest der Story ließe sich in zwei Sätzen zusammenfassen. Selbst Emmerich gönnt seinen Filmen mehr Substanz und Originalität. Mich erinnert dieser Film an eine Fahrt mit dem Intercity. Man düst mit hoher Geschwindigkeit an der Landschaft vorbei, aber man verpasst nichts, wenn man mal nicht aus dem Fenster schaut. Mit einem Rausch der Geschwindigkeit hat das nichts zu tun.

Was bleibt, ist ein schwacher Film ohne Spannung und Höhepunkte.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.11.2010 21:34:32 GMT+01:00
Eine sehr schöne sachliche Rezension ohne polemisch zu werden, die trotzdem noch neue Kritikpunkte findet. Respekt! (Allerdings hoffe ich, dass sie beim "Wüstenplaneten" nur die Verfilmungen meinen. Den Roman "Dune" kann man sicher nicht auf eine Stufe mit dem Weltraummärchen "Star Wars" und diesem Star Trek-Abklatsch setzen.

(Ich weiß, nicht hilfreich, bitte drücken!*lol*)

Veröffentlicht am 22.01.2012 18:11:38 GMT+01:00
space-man meint:
Schön, das hier auch mal jemand einen kleinen Vergleich mit Roland Emmerich auf Lager hat. Es ist an sich schon was dran.
Ich dagegen schrieb seinerzeit in meiner Rezension am Ende:

Woran mich STAR TREK 11 erinnerte?
An Roland Emmerich's GODZILLA !!!
...der hatte mit den vorherigen Godzilla Filmen auch nichts gemeinsam....

Ja, auch ich hatte am 17. Juni 2009 eine Rezension zu diesem 11. STAR TREK Film geschrieben. Allerdings floppte diese gewaltig: '14 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich' steht da jetzt... ;-)

Erschreckend dabei ist besonders, das ebenfalls nahezu alle weiteren Rezensionen, welche den Film oder besser den Inhalt sprich das Drehbuch sowie die Regie in Bezug zu allen vorherigen STAR TREK Produktionen (insbesonders die der alten Classic-Serie der 60er Jahre) beschreiben, diesem Bewertungsschema folgen. Man sieht somit heute im Januar 2011 bereits ein Ergebnis was ---sagen wir mal--- nahezu unentschieden verläuft. Da sind zum einen die Uralt-Trekkies, die mit der alten Originalserie aufgewachsen sind, oder zumindest mit TNG, und die nachfolgende(n) Generation(en), welche dem heutigen Action-Hau-Drauf-Ohne-Verstand-Wumm-Bumm- & Ablach-ohne-Sinn-und-Verstand - Kino- & Filmerlebnis - Boom verfallen sind.

Dieser 11. Star Trek Kinofilm kann nun wirklich allenfalls heutigen Teenagern sehr gut gefallen, da diese bereits eine ganz andere Lebensphilosophie besitzen als wir, die bereits seit einigen Jahrzehnten dabei sind.
Das ist nicht weiter überraschend. Erschreckend, ja, ohne Zweifel, doch nicht überraschend. War es nicht bei uns damals genau so, aus Sicht unserer Eltern? In den 70er und 80er Jahren? Comics galten als Schund, Science Fiction war nur was für Kinder (Germany hierbei ganz gross geschrieben), etc.

Daher ist es, so leid mir das tut es schreiben zu müssen, nachvollziehbar, das der 11. STAR TREK Kinofilm als einer der erfolgreichsten, wenn nicht der erfolgreichste aller, STAR TREK Kinofilme gilt. Eben aus dem selben Grund, warum vor mehreren Jahren diese grottenschlechte Tunten-Parade 'Traumschiff Surprise - Periode I' wahrhaftig als der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten betitelt wurde. Ich konnte mir diesen Schund nicht ansehen, wirklich nicht, da kann man mich mit foltern. Doch diese beiden Filme waren so erfolgreich, weil die 'neuen' Star Trek Fans, also die die in den 80er und 90er Jahren geboren wurden, sich die Schwarte(n) immer wieder und wieder im Kino voller Begeisterung reingezogen haben, und jetzt auf DVD.
...während wir 'echten' Trekkies von damals uns so weit wie möglich davon distanzierten. Alles in Allem waren es vielleicht nur einige Millionen die ins Kino gingen, doch die meisten davon mehr als ein oder zwei mal.
Star Trek 11 ist ja nun wirklich voll mit hirnloser Action und noch hirnloserem hintergründigen Humor gespickt das man ihn ja schon fast als Parodie bezeichnen könnte.
Das gab ich in meiner Rezension ja auch gewissermassen zu verstehen.
Aber: es muss jeder selbst entscheiden, ob er/sie einen Film, eine Serie, oder einen Musik-Titel gut findet oder schlecht.
Also, jedem das seine.

Tatsache ist nun mal das die STAR TREK Filme 9 und 10 längst nicht das einpielten was sich Paramount erhofft hatte.
Also versuchten sie was neues, STAR TREK 11 kam dabei heraus, und es funktionierte. Sogar sehr, sehr gut. Und in erster Linie geht's in Hollywood um die Kohle, den Zaster, Moneten, Piepen, und davon kam mehr als erwartet rein mit ST 11.

Also, glaubt mal nicht das es noch einmal 'ECHTES' Star Trek geben wird.
'Teenies im Weltall' ist angesagt, traurig, aber wahr.

Erfreuen wir uns an die guten alten STAR TREK Serien und den ersten, sagen wir mal 8 Filmen, meinetwegen auch 10... fertig.
... das war's ... vorbei ... Ende ... aus ... up and away ...
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