Kundenrezension

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Buch lässt einen mit gemischten Gefühlen zurück, 4. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Das vergessene Pergament (Gebundene Ausgabe)
Was mir als erstes beim Lesen dieses Buches in den Sinn kam, war: Düster; düster, deprimierend, beklemmend.
Der Roman ist ohne Zweifel brilliant recherchiert. Man fühlt sich regelrecht ins Mittelalter zurück katapultiert. Mir ist es beim Lesen so ergangen, dass ich das Gefühl hatte, den Gestank auf den Straßen zu riechen, die Städte vor mir zu sehen, als ob ich selber hindurch gegangen wäre.
Das verbohrte Denken der Leute, die Kirche und all das verlogene Handeln was im Namen des Herrn getan wurde. Diese Doppelmoral hat mich beim Lesen fast verrückt gemacht.
Die Angst der Leute, wegen irgend einer Kleinigkeit, eines falschen Blickes oder weil einem vielleicht die Nase nicht passte, der Hexerei bezichtigt zu werden und auf dem Scheiterhaufen zu landen, wird vom Autor hervorragend herübergebracht. Die Schilderungen der Pest-Szenen in Venedig sind ebenfalls sehr gut gemacht.
Die Protagonistin dieses Romans, Afra, ist gut herausgearbeitet. Sie arbeitet als Magd auf dem Hof des Landvogts Melchior von Rabensteins. Sie hat zwar nichts, führt aber nach dem Unfalltod ihrer Eltern hier zumindest ein sorgenfreies Leben. Doch dann wird sie vom Landvogt vergewaltigt und bringt Monate später heimlich einen Sohn zur Welt. Sie setzt ihn aus und flieht. Ihren wertvollsten und einzigen Besitz nimmt sie mit. Eine Schatulle, die ihr Vater, ein Bibliothekar,ihr hinterlassen hat. Sie soll die Schatulle nur in äußerster Not öffnen, ansonsten könne sie viel Leid bringen. Afra landet in Ulm, wo sie bei einem Fischer-Ehepaar Heim und Arbeit findet. Durch einen Zufall rettet sie kurz darauf dem Dombaumeister Ulrich von Ensingen das Leben und die beiden verlieben sich ineinander. Doch ihre Liebe steht unter keinem guten Stern, denn Ulrich ist verheiratet. Afra ist verzweifelt und öffnet die Schatulle. Darin ist ein geheimes Dokument, in Geheimschrift verfasst. Sie macht sich auf den Weg zu einem Alchimisten, mit deren Hilfe sie den Text lesbar machen möchte. Dies gelingt auch, aber Afra hat keine Ahnung, was für eine Lawine sie damit losgetreten hat; enthält der Text doch brisante Informationen, die das Ende der Kirche bedeuten könnten, und für den zahlreiche Personen bereit sind zu morden, um in den Besitz des Dokumentes zu gelangen. Plötzlich sieht sich Afra der Hexerei angeklagt, ihr Geliebter landet im Gefängnis, und sie muss erkennen, dass sie niemanden mehr trauen kann...
Mich stören an diesem Roman einige Sachen, deshalb gibt es von mir auch nur 3 Sterne.
Ich finde die Länge der einzigen Kapitel sehr unglücklich, die teilweise mehr als 80 Seiten umfassen. Das machte es für mich, die ich Bücher immer von Kapitel zu Kapitel lese und ungern zwischendrin aufhöre- sehr schwierig zu lesen.
Dann hätte ich es schön gefunden, wenn der Autor etwas mehr auf jenes geheimnisvolle Pergament eingegangen wäre. Es wurde zwar kurz auf den Inhalt eingegangen, bei mir lässt es allerdings noch viele Fragen offen.
Die Liebesgeschichte zwischen Afra und Ulrich von Ensingen ist für mich viel zu kurz und emotionslos formuliert. Hier hätte man auch mehr rausholen können.
Einige Passagen des Romanes waren für mich schlicht zu unlogisch. Wie es im Mittelalter ohne entsprechendes Werkzeug einer einzigen oder auch zwei/drei Personen gelang schwere Quader aus Gewölben und Pfeilern herauszubrachen und so zum einstürzen zu bringen, ist für mich mehr als weit hergeholt.
Warum ihr vor Jahren von ihr ausgesetzter Sohn auf einmal in der Geschichte auftauchen muss, ist mir auch nicht ganz klar geworden? Oder war er jener geheimnissvolle Mann der ihr prophezeit wurde? Nur mit welchem Sinn und Zweck? Und wo ist das wichtig für den Verlauf der Geschichte?
Auch das Ende des Buches, welches ich hier natürlich nicht verraten werde, hinterlässt einen als Leser-mich auf alle Fälle- unbefriedigt. Mein Gedanke war:"Wie? Das warŽs?"
Fazit zum Schluss: Das Buch hinterlässt bei mir zwiespältige Gefühle. Zum einen Teil ein dickes Lob an den Autor wegen brillanter Recherchen, seiner Fähigkeit, den Leser so in die Geschichte hineinzuziehen, dass er meint, persönlich vor Ort zu sein, und dann auch Unglaube/ Unverständnis darüber wie er in anderen Teilen der Geschichte so unlogisch, bzw. unausgereift, teilweise sogar lieblos schreiben kann.
Aber macht euch am besten selber eine Meinung, es hat nun mal jeder eine eigene Ansicht darüber, wie ein gutes oder auch schlechtes Buch zu sein hat.
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