Kundenrezension

116 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen schade, 28. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Marina: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes" nehme ich bewusst aus diesem Kontext, denn dieses Buch steht für sich alleine als eines der größten literarischen Meisterwerke.
Doch nun zu "Marina": Das Buch ist spannend und gut geschrieben.
ABER: Es erzeugt eine Stimmung absolut unnötigen Grusels. Ich selbst genieße es sehr, wenn eine Handlung immer wieder an ungewöhnliche, unheimliche, düstere Orte kommt. Ich liebe es, wenn mal ein alter Friedhof oder ein verlassenes Anwesen vorkommt. Wenn diese Düsternis als Gewürz oder Höhepunkt eingesetzt wird. Aber bei "Marina" erreicht dieses wahllose Erzeugen gruseliger Stimmungen einen traurigen Höhepunkt. Die Handlung entspinnt sich zwischen gewollt schaurigen Orten. Da wechseln sich versteckte Friedhöfe mit glasblinden Gewächsgäusern, alten Jugendstilvillen, Cherubin-gekrönten, vermoosten Brunnen, abbruchreifen Prunktheatern und - wer hätte das für möglich gehalten - der Kanalisation Barcelonas ab. Die Stimmung des Wetters ist immer extrem opulent und düster gehalten, als würden sich alle Elemente eifrig zusammen rotten, um mit aller Gewalt diese spezielle Atmosphäre zu schaffen. Und da kann ich trotz aller Lust an diesem Schauder sagen: Jetzt ist es aber mal gut. GENUG DAVON!
Das Ganze wirkt einfach zu gewollt. Wenn dann schreckliche Halb-Leiche-Halb-Puppe-Geschöpfe auftauchen, muss ich mich zwingen, das Buch nicht anzuschreien, dass es jetzt echt etwas zu sehr abdriftet. Das, was Zafon am besten kann - die Erzeugung dieser vergangenen, verfallenen Stimmung - gerät hier zu einer gnadenlosen, vollkommen übertriebenen Materialschlacht. Weniger wäre einfach mehr gewesen. Ich weiß nicht, ob ich noch mal eines seiner Bücher lesen möchte. Es kommt einfach nichts Neues, Überraschendes mehr von ihm. Und das ist jammerschade, denn er IST zweifelsohne einer der größten Literaten unserer Zeit.
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Von 1 Kunden verfolgt

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1-10 von 13 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.06.2011 20:52:38 GMT+02:00
Horstl meint:
trifft sehr genau meine Empfindung beim Lesen des Buches! wirklich "schade"

Veröffentlicht am 13.06.2011 19:35:08 GMT+02:00
Koepke meint:
ich fand "Marina" wirklich schlecht. Halbtote, Gestank, vollkommen unglaubwürdige Situationen, und eine Geschichte, die sich in sich selber dreht. Ein Held der genau weiss, was er nicht tun darf, aber dann doch nicht anders kann, als in die Kanalisation zu steigen. Eine Jugendliebe, die ihren Höhepunkt darin findet, dass die Geliebte über 30 Seiten lang stirbt. Eine Liebeserklärung an Barcelona? Mieser kann man Barcelona kaum darstellen. Schade.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.06.2011 19:49:52 GMT+02:00
Anne Catbooks meint:
Ich kann dem nur zustimmen! Habe das Buch auch so empfunden!

Veröffentlicht am 27.06.2011 12:10:55 GMT+02:00
Portinari meint:
Liest noch mal das Epilogue am Ende.
Einiges was in der Geschichte vorkam waren weit hergeholt, aber das Gran Teatro Real ist tatsächlich im brannt gewesen.
Die Fantasie ist für alles offen, er legte in diesem Buch sein Herz hin.
Drehe "Oscar Drai" um ... Car-l-os.
Ich empfand das Buch als sehr persönlich.

Veröffentlicht am 16.07.2011 22:50:19 GMT+02:00
Randy.nos meint:
Sehr gut beschrieben; ich sehe es genau so und ich kann nicht verstehen, warum dieses Buch fast 5 Sterne hat.

Veröffentlicht am 01.10.2011 14:11:11 GMT+02:00
Lucas Brand meint:
Ich kanns ja einerseits verstehen was du hier schreibst. Aber eins hast du wohl falsch verstanden. Zafon hat Marina geschrieben, bevor Der Schatten des Windes herauskam. Will sagen: Er hat früher Jugendbücher geschrieben und Marina ist ein Schritt in die Erwachsenen-Buch-Welt. Und ich finde es etwas engstirnig, wenn man möchte, dass ein Autor nur eine Art Buch schreiben darf. Ich hab Marina verschlungen, denn es war ein intelligenter Thriller, der aber auch Lebensweisheiten vermittelt, die zum Nachdenken anregen...

Veröffentlicht am 01.10.2011 21:00:55 GMT+02:00
zitat: wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "Schatten des Windes" nehme ich bewusst aus diesem Kontext, denn dieses Buch steht für sich alleine als eines der größten literarischen Meisterwerke.
.) kurz zu deiner aufzählung , bitte wenn du schon so eine auflistung machst und dann erwähnst das er ein litararisches Meisterwerk geschrieben hat, und danach nicht neues hervorbringt dann kurz zu deiner Info Marina wurde herausgegeben 1999

Marina. Edebé, Barcelona 1999, ISBN 84-236-4899-0 (dt. Marina. Übersetzt von Peter Schwaar. Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-095401-5).

und La sombra del viento. Planeta, Barcelona 2001, ISBN 84-08-05793-6 (dt. Der Schatten des Windes. Übersetzt von Peter Schwaar. Insel, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-458-17444-3).
El juego del ángel. Planeta, Barcelona 2008, ISBN 978-84-08-08118-0 (dt. Das Spiel des Engels. Übersetzt von Peter Schwaar. Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-095400-8).

also zur Info..

Veröffentlicht am 10.11.2011 10:25:07 GMT+01:00
C. Schenck meint:
Wie kann jemand, der nur ein gutes Buch geschrieben hat (Der Schatten des Windes) einer der "größten Literaten unserer Zeit" sein? Welches ist unsere Zeit, das 20. und 21. Jahrhundert? Sehr hochgegriffen. Warum bleibt man nicht einfach dabei, zu sagen, er hat ein wirklich wunderbares, außergewöhnliches Buch geschrieben und danach war Schluß? (Ist ja nicht so selten.)

Veröffentlicht am 30.04.2012 15:44:22 GMT+02:00
Franz Moor meint:
"Ich würde niemals behaupten, dass Zafon in der Lage ist, ein schlechtes Buch zu schreiben. Aber wenn sein nächstes und übernächstes Buch genauso gestrickt ist wie "Spiel des Engels" und "Marina", dann möchte ich behaupten, dass er entweder immer wieder die alten Strickmuster anwendet, oder dass ihm nichts mehr einfällt. "

Genau diese Art und Weise, seine Werke aufzubauen, immer wieder neue Handlungsstränge abzuzweigen, zu erschaffen und am Ende auf ein grosses Ganzes hinauslaufen zu lassen, macht Carlos Ruiz Zafon aus! Genau diese Art und Weise, diese Strickmuster sind der Grund, wieso einen seine Bücher so in den Bann ziehen und ich jedes seiner Bücher geradezu verschlinge! Selbst seine alten Werke sind derart bildhaft, mystisch, faszinierend und ja, auch gruselig, dass man mitfühlt, leidet und die Hauptfiguren jederzeit und auf Schritt und Tritt begleiten möchte, ja sogar muss! die Bücher "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" sind ein neuer Abschnitt seiner Schaffensphase...und ganz ehrlich, ich hoffe auf viele weitere Bücher dieser Strickmuster, voller Mystik, feinsinniger Charaktäre, Abgründe und faszinierender Schauplätze, die beim Lesen lebendig werden!

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.04.2012 15:59:11 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.04.2012 15:59:46 GMT+02:00
Franz Moor meint:
An C. Schenck: Wie kann man denn bitte schön nach einem Nachfolgebuch ("Das Spiel des Engels"), welches ebenso fasziniert wie "Der Schatten des Windes" davon sprechen, dass danach Schluss war und nichts gescheites mehr kam?! Tragen wir den Autor da nicht ein wenig früh zu Grabe? ...aber immer schön mitreden ohne Sinn und Verstand!
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