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Kundenrezension

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen weitgehnd ok aber nicht fehlerfrei, 8. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Nofretete: Die Wahrheit über die schöne Königin (Beck'sche Reihe) (Taschenbuch)
Das Buch ist übersichtlich gestaltet und insgesamt gut zu lesen. Es gibt einen schönen Überblick über die Amarnazeit mit einem Schwerpunkt auf den bekannten Daten über die berühmte Nofretete. Da alles schon über 3000 Jahre her ist, und die Quellen nicht sehr vollständig sind, "schweift" das Buch häufig vom Nofretete-Thema ab, indem es z.B. den Lebenslauf von Echnaton stark in den Vordergrund stellt. DAs ist allerdings kein Mangel, denn nur mit einem genügenden Abschweifen, kann man sich ein Bild über eine so entfernte Zeit verschaffen, dass die vielen Lücken etwas ausgleicht.

Was mir aber gar nicht gefallen hat ist die Art, mit der der Autor im Hinblick auf die DNS-Untersuchung einiger Mumien mit anderen Meinungen umgeht oder seine eigenen Thesen (mehr als das sind sie schließlich nicht) vertritt. Den Abschluss seiner Thesen zu diesem noch bei weitem nicht abgeschlossenem Thema macht er mit: "Damit sind alle anderen Theorien ein für alle Mal vom Tisch...". Schon alleine diese Aussage ist wissenschaftlich-objektiv unmöglich.

Zugegeben, seine Theorien über die Mumien decken sich auf den ersten Blick hervorragend mit einigen der bekannten Fakten. Er hat sich aber darin verbissen, dass die Mumie "Jounger Lady" (die nachgewiesene Mutter Tutanchamuns) auch Nofretete zu sein hat. Um das zu belegen bedient er sich dem Prinzip des Data Snoopings (Rosinenpickerei). Passende Indizien werden euphorisch dargestellt, unpassende einfach nicht erwähnt, umgedeutet oder aus fadenscheinigen Gründen abgelehnt. Beispiele?

- Warum erscheint bei der von ihm gewählten Mutter Nofretetes nie ein Beleg für die Verwandtschaft? Seine Erklärung: Weil die Frau aus Bescheidenheit darüber schweigt. Wer ägyptische Selbstdarstellungen und Titelnennungen kennt, wird wissen, dass Bescheidenheit das ist, was man dort auf keinen Fall zu erwarten hat.

- Warum ist die Mumie Amenhoteps III in Wirklichkeit die von Aja? Erklärung: Weil sie stark beschädigt ist. Da Grabräuber so etwas ja bekanntlich nie tun, muss es eine gezielt Schändung gewesen sein.

- Sein wichtigster Beweis: Eine Inschrift, die Nofretete als Mutter Tutanchamuns bezeichnet. Wer den Text auf der Stele lesen kann, wird allerdings eins erkennen: Nur der Name und Titel Nofretetes ist erhalten. Der Teil mit dem Namen Tutanchamun und der Begriff "geboren von" o.ä. befindet sich im zerstörten Teil des Textes. Er ist (passend) rekonstruiert.

Und der Autor unterschlägt einfach die wichtigste Erkenntnis der DNS-Untersuchung, die sein gesamtes Gedankenkonstrukt im Grunde auflöst: Die Mumie aus KV 55 (ein leiblicher Bruder der Jounger Lady) ist gleichzeitig der Vater (oder Bruder des Vaters) von Tutanchamun. Sollte Hermann Schlögels Mumienzuweisung stimmen, müsste Nofretete, verheiratet mit ihrem Nichtbruder Echnaton, mit ihrem leiblichen Bruder einen Ehebruch begangen haben, um zur Mutterschaft Tutanchamuns zu kommen. Das halte ich doch für ziemlich ausgeschlossen...

Eine sehr objektive und übersichtliche Darstellung der DNS-Ergebnisse liefert u.a. das National Geographic Deutschland in der Ausgabe 9/2010.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 24.06.2015 19:59:38 GMT+02:00
Simurgh meint:
Danke für diese Rezension. Ich habe mich schon gefragt, ob es nur mir so ergeht, da ich selbst als Biologe nicht vom Fach bin und daher nicht alle Indizien interpretieren kann. Ein Widerspruch ist mir aber sofort aufgefallen: Einerseits schließt Schlögl aus, dass Echnaton und Noftretete Bruder und Schwester waren, andererseits bestätigen die DNA-Analysen von 2009, dass Tutanchamuns Eltern eben genau das waren: Geschwister. Dabei ist erst einmal völlig nebensächlich, wer denn nun wer war - Schlögl verrennt sich in der Annahme, dass Nofretete Tutanchamuns Mutter gewesen sein MUSS, und biegt sich die Fakten so, dass es passt. Ich sehe ein, dass die Kritik an der Identifikation der unbekannten Mumie als Amenophis III. berechtigt sein mag und dass die daraus abgeleiteten Ergebnisse belastet sind, doch daraus zu schließen, dass es sich bei dieser Mumie um Eje handeln muss, ist ebenso spekulativ. Schlögl prangert wissenschaftliche Fehler an, die er selbst begeht.

Überhaupt ärgert mich der Stil seiner Ausführungen sehr. Er ist voreingenommen, weil für ihn feststeht, wie die Familienverhältnisse lauten müssen, und stellt Interpretationen als Fakten dar. Von einer wissenschaftlichen Abhandlung erwarte ich, dass sie alle fundierten Ergebnisse berücksichtigt; auch solche, die der eigenen Vorstellungen zu widersprechen scheinen. Alles andere ist unwissenschaftlich.
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