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Kundenrezension

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine weitere Lücke in der Sammlung geschlossen, 6. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Weg nach Frankreich (Taschenschmöker aus Vergangenheit und Gegenwart) (Broschiert)
Als Mitte 2012 bekannt wurde, dass „Der Weg nach Frankreich“ endlich auch in deutscher Sprache erscheinen sollte, war das schon eine kleine Sensation für die Freunde des französischen Autors Jules Verne. Denn obwohl die gewaltige Romanreihe „Voyages Extraordinaires“ in Deutschland nahezu vollständig vorlag, klaffte in ihr mit dem bislang nie übersetzten „Chemin de France“ noch immer eine schmerzliche Lücke. Bis 2012, denn so lange sollte es nach der Erstausgabe von 1887 dauern, bis sich ein deutscher Verlag fand, der gewillt war das Buch zu veröffentlichen. Über die Gründe dieser langen Verzögerung ist im Vorfeld viel gerätselt worden, und verschiedene Ansätze zur Klärung liefert das Nachwort des Vorsitzenden der deutschen Jules Verne Gesellschaft, Bernhard Krauth. Möglicherweise lag es tatsächlich an der als nicht Verne-typisch eingestuften Handlung des Buches (ein historischer Stoff ohne phantastische oder futuristische Elemente) oder an der deutschfeindlichen Sprache Vernes, der hier wirklich kein Blatt vor den Mund nimmt und alles Deutsche als hässlich, arrogant und hinterhältig zeichnet. Diese überzogene Darstellung von Nationalitäten oder fremden Kulturen ist jedoch ein sehr typisches Zeitphänomen und gleichzeitig ein Stilmittel, das Verne immer wieder einsetzte, sei es gegenüber Engländern, Juden oder eben uns Deutschen. Übersetzte und hierzulande immer wieder neu aufgelegte Beispiele, wie „Die 500 Millionen der Begum“, gibt es im Œuvre des großen Phantasten jedoch genug, so dass dieser Ansatz nicht ganz befriedigen kann. Vielleicht ist der Roman auch ganz einfach übersehen worden, wie es kurze Zeit später mit „Cäsar Cascabel“ noch einmal geschehen sollte, der vermutlich durch ein Versehen nicht bei Hartleben erschienen war, sodass sich ein anderer Verlag die Veröffentlichungsrechte sichern konnte. Welche Theorie auch immer zutreffend sein mag: In jedem Fall scheint der Roman auf die eine oder andere Weise als ungeeignet oder unerwünscht eingestuft worden zu sein, was dazu führte, dass er schließlich vergessen und nie übersetzt wurde.

Nach langer Vorbereitungszeit initiierte der deutsche Jules Verne Club in den letzten Jahren eine deutsche Übersetzung durch Gudrun Hermle. Für die Clubmitglieder gab es im Herbst 2012 dann endlich eine wunderbar gestaltete, gebundene Ausgabe, die optisch und haptisch an die klassischen Hartleben-Ausgaben erinnern sollte.
Die erste deutsche Ausgabe für den Buchhandel besorgte Sven-Roger Schulz mit seiner Edition Dornbrunnen in enger Zusammenarbeit mit dem Jules Verne Club. Der Verlag ist Freunden des französischen Phantasten bereits mit dem Sammelband „Der Humbug“ (ISBN 9783943275001) äußerst positiv aufgefallen. „Der Weg nach Frankreich“ liegt nun seit Ende 2012 in einer sehr ansprechenden Taschenbuchausgabe vor, die sämtliche Illustrationen der französischen Erstausgabe reproduziert und im Gegensatz zur Clubausgabe sogar noch einen etwas umfangreicheren Anmerkungsapparat enthält. Eine gebundene Ausgabe soll zu einem späteren Zeitpunkt erscheinen, allerdings wird diese Ausgabe dann wohl ausschließlich über die Verlagswebseite zu beziehen sein.

Inhaltlich hat Andreas Fehrmann den „Weg nach Frankreich“ bereits recht ausführlich dargestellt, deshalb möchte ich mich nur auf einige wenige Eindrücke beschränken. Der Roman beschreibt die Flucht einer französischen Familie aus Deutschland zu Beginn des Revolutionskrieges im Jahre 1792. Die Handlung wird aus der Ich-Perspektive des Rittmeisters Natalis Delpierre geschildert, der aus einfachen und relativ ungebildeten Verhältnissen stammt, was sich auch in seiner Sprache widerspiegelt – einfache und kurze Sätze bestimmen das Bild. Damit erzeugt Verne ein sehr authentisches Bild, das glücklicherweise auch in der flüssigen Übersetzung erhalten bleibt. Wie bei Jules Verne üblich, beginnt der Roman recht gemächlich, steigert aber die Spannungskurve gegen Ende zusehends. Sicher ist es richtig, dass die Thematik des Buches ein klein wenig untypisch für Verne erscheint, allerdings hat der Autor in seinem umfangreichen Gesamtwerk immer wieder historische Themen verarbeitet, z.B. in „Die Familie ohne Namen“, „Mathias Sandorf“ oder „Der Archipel in Flammen“.

„Der Weg nach Frankreich“ ist ein (etwas routiniert verfasster) Abenteuerroman aus der Feder Jules Vernes, der zwar nicht ganz in der Liga seiner großen Klassiker mitspielt, aber dennoch solide Unterhaltung bietet. Dem selbst auferlegten Anspruch des Autors nach Wissensvermittlung wird das Buch gerecht, indem es wie nebenbei die Menschen und Gepflogenheiten einer längst vergangenen Epoche wiederauferstehen lässt. Endlich ist eine weitere Lücke im Werk Jules Vernes geschlossen, und dafür kann man allen Beteiligten einfach nur dankbar sein.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.02.2013 17:25:51 GMT+01:00
Meiko Richert meint:
Ein Nachtrag inhaltlicher Art: Ich war lange Zeit überzeugt, die überzogene Darstellung von Nationalitäten, wie sie z.B. bei Jules Verne oder gelegentlich auch bei Karl May immer wieder vorkommen, sei im 19. Jahrhundert vollkommen normal gewesen. Das mag immer noch stimmen, nach der Lektüre von Theodor Fontanes "Vor dem Sturm" war ich aber überrascht, dass es offensichtlich auch ganz anders ging. Und das, obwohl auch Fontane nicht von den deutsch-französischen Konflikten verschont geblieben war und sich sogar in französischer Kriegsgefangenschaft befand. Aber gut, mit dem Abstand von anderthalb Jahrhunderten muss man die Bücher von Verne und Zeitgenossen einfach als das nehmen, was sie sind: Unverzichtbare Zeitdokumente fernab aller „political correctness“.
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Ort: Berlin

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