Kundenrezension

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5.0 von 5 Sternen Ein Buch, dass sich ein Pilzsammler anschaffen sollte, 9. April 2014
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Rezension bezieht sich auf: Welcher Pilz ist das? (Kosmos-Naturführer) (Taschenbuch)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Man soll sich ja alle paar Jahre als Sammler ein neues Pilzbuch anschaffen, so der Ratschlag von Experten. Grund hierfür ist nicht nur die Tatsache, dass durch Tourismus und Klimaveränderung neue Arten einwandern, sondern auch, dass es über die bereits heimischen Arten immer wieder neue Erkenntnisse gibt. Diese Forschungsergebnisse stehen dann zwar gewöhnlich in der Tagespresse (z. B. die Meldung von 2001, dass der Grünling doch nicht essbar ist), aber wer hat schon immer die Zeit und Muße, derartige Artikel zu sichten und aufzuheben?

Diesen Band aus der Kosmos-Naturführerreihe kann man getrost auf die Liste derjenigen Pilzbücher setzen, die man sich ab und zu kaufen sollte. Er enthält über 450 Pilzarten, ist also durchaus umfangreich, obwohl er im Taschenbuchformat erscheint. Die wichtigsten Pilze werden hier mit Fotos und Beschreibung aufgeführt.

Die ersten Seiten enthalten Tipps zum richtigen Sammeln, wie man den Fund am besten verarbeitet und auch Anweisungen für den Notfall, wenn man doch einmal ein paar giftige Exemplare erwischt hat. Dies kommt beim Pilzesammeln leider häufiger vor, als man denkt. Wer also Neuling ist, sollte diese Kapitel nicht aussparen, sondern sich zu Gemüte führen, was man in einem derartigen Notfall zu tun hat. Weiterhin wird am Anfang des Buches die Struktur des Pilzes dargestellt und Fachbegriffe wie "Volvahülle“ oder "milchend“ erläutert. Informationen, die sehr nützlich sind, wenn man darauf aus ist, neue Pilzarten kennenzulernen und die Beschreibungen im Buch verstehen will.

Der Hauptteil startet mit dem wohl bekanntesten Speisepilz, dem Steinpilz. D. h., es geht mit Röhrenpilzen los, gefolgt von Lamellenpilzen und daraufhin weiteren Arten. Die Pilze werden anhand von Fotos, erläuternden Zeichnungen und einem Textteil beschrieben, der u. a. darüber informiert, wann und wo der jeweilige Pilz am besten zu finden ist, ob er überhaupt essbar ist und wenn ja, ob er mit anderen, u. U. gefährlichen Arten verwechselt werden kann und was wichtige Unterscheidungsmerkmale sind.

Dabei gibt es jedoch das Problem, dass dies alles manchmal nicht ausreicht, um einen Pilz eindeutig zu erkennen. Die Natur ist eben sehr eigenwillig, und das bedeutet, dass Pilze je nach Ort und klimatischen Bedingungen unterschiedlich aussehen können, z. B. was Farbe und Form betrifft. Dann sehen sie den Fotos im Buch nicht hundertprozentig ähnlich, oder sie ähneln den Bildern anderer Pilzarten. Deswegen ist es empfehlenswert, sich bei Exemplaren, die man noch nicht so gut kennt, aus mehreren Quellen zu erkundigen. Dies kann mündlich geschehen, z. B. bei Pilzberatungsstellen oder anderen verwandten und bekannten Personen (wie man Perlpilze von giftigen Doppelgängern unterscheidet, hat mir z. B. einmal ein Waldspaziergänger erklärt).

Oder aus weiteren Pilzbüchern. Ich rate dazu, sich mehrere Pilzbücher anzuschaffen und bei Pilzarten, die man noch nicht so gut kennt, die entsprechenden Artikel in den einzelnen Büchern vergleichend durchzuarbeiten. Empfehlen möchte ich hierzu "Essbare Pilze und ihre giftigen Doppelgänger“ (ebenfalls ein Kosmos-Naturführer), "1200 Pilze“ von Rose Marie Dähncke (ein sehr detailliertes, umfangreiches Buch), "Der große Pilz-Atlas“ von Jean-Louis Lamaison und Jean-Marie Polese (mein Lieblingsbuch, was Pilze betrifft) sowie den "Neuen BLV-Pilzatlas“ von Thomas Læssøe und Anna Del Conte.

Was in diesem Buch fehlt, ist ein Extrakapitel, in dem die häufigsten Giftpilze nebeneinander aufgeführt sind. Da sollte sich der noch unerfahrene Leser vielleicht extra kundig machen (z. B in anderen Pilzbüchern oder Broschüren von Pilzberatungsstellen), damit hier auch wirklich nichts schief geht. Pilzvergiftungen können eine üble Sache sein, und dabei ist gar nicht mal der bekannte Fliegenpilz die gefährlichste Art, sondern der Risspilz, der häufig an Wegrändern wächst und deshalb doch ab und zu von sehr unbedarften Spaziergängern mitgenommen wird (die falsche Einstellung, es gebe in Deutschland gar keine wirklich gefährlichen Pilze, ist leider immer noch viel zu häufig). Bei diesem Pilz merkt man erst nach ca. drei Wochen, dass man sich vergiftet hat. Dann ist es oft schon zu spät, einen Arzt aufzusuchen, und lebenslange Nierenschäden sind die Folge. Also: das Problem mit den Giftpilzen unbedingt ernst nehmen!

Das ungefährlichste Sammelvergnügen hat man dann, wenn man erst einmal mit leicht zu erkennenden Speisepilzen anfängt, die man praktisch überhaupt nicht mit Giftpilzen verwechseln kann (z. B. Steinpilz, Marone, Pfifferling) und sich dann immer mehr in die Materie einarbeitet. Dabei ist jedoch – wie bereits erwähnt – Vorsicht geboten. Viele Pilzvergiftungen ließen sich mit ein bisschen mehr Gewissenhaftigkeit vermeiden. Wer übrigens nicht so recht weiß, was er mit seinem Fund letztendlich anstellen soll (immer nur Pilzsuppe mit Reis ist eben doch langweilig), dem empfehle ich das Kochbuch "Pilze und Waldbeeren“ von Reinhardt Hess (ebenfalls Kosmos-Verlag). Es enthält z. B. das relativ einfache russische Gericht "Pilzkaviar mit Rotweinessig“, sehr zu empfehlen!
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Bota-Jo
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