Kundenrezension

47 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der vielleicht erste relativ realistische Western, 4. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Schwarze Falke (DVD)
Handlung (ohne zu viel zu verraten):
Texas 1868 - Als Comanchen die Gegend unsicher machen bildet sich eine Bürgermiliz um sie zu vertreiben. Bei ihrer Rückkehr stellt diese fest, dass eine Farm überfallen und ein kleines Mädchen (Später als Erwachsene: Natalie Wood) und deren ältere Schwester entführt wurden. Der Indianerhasser Ethan Edwards (John Wayne) und anfangs 2 Youngster (Jeffrey Hunter, Harry Carey Jr.) machen sich auf eine jahrelange Verfolgung, während der sie nicht nur mit Indianern aneinander geraten.
State (allgemein):
Trotz seines Alters ist "Der schwarze Falke" bis heute einer der besten Western, hat daher bisher als einziger mit John Wayne seinen Weg in unsere umfangreiche DVD Sammlung gefunden (Was nicht so bleiben wird). Die bis heute grandios anmutenden Naturaufnahmen, der spannende, für damalige Verhältnisse insgesamt logische Plot, die gute Besetzung, typischer John (Ford und Wayne) Hartemännerhumor („Sieht aus als ob sie dich eingekreist hätten" „Keine Angst, ich werde mich schon wieder auskreisen") und einer der bis heute besten Kauzigetypdarsteller (Hank Worden in der Rolle des alten Schaukelstuhlliebhabers Moose Harper) - all das kann immer noch überzeugen.
State (historisch gesehen):
Obwohl der Film in dieser Hinsicht eine Unmenge von Fehlern aufweist, so kann er doch für sich verbuchen als - soweit mir bekannt - erster (1956) Western um ein realistisches Bild der Zeit bemüht zu haben. Bis dahin galoppelten in den meisten Streifen die Westerner ständig und quasi Endlos durch die Lande - hier zeigt eine Schlüsselszene bei der Indianerverfolgung zu Beginn des Films das selbiges gar nichts bringt - im Gegenteil. Indianer werden nicht mehr nur (aber auch) als dudarfstjetztvompferdfallen Schießbudenfiguren dargestellt, sondern als stolze denkende Wesen, die durchaus ihren Willen artikulieren können. Erstmals wird auch in Frage gestellt ob sie wirklich die einzig Bösen und Schuldigen des WW waren. Zum Thema Entführung weißer Frauen durch die Comanchen gibt es übrigens im wirklich empfehlenswerten Buch "Texas" des Historikers und vielfachen Romanautors James A. Michener einige (wenige) interessante Passagen.
Jedoch muss ich andererseits auch der Rezension von "tiwa72" zustimmen. John Ford verschweigt schlussendlich wie Brutal Milizen und Armee bei Angriffen auf Indianerdörfer vorgingen. Bis heute zeigt tatsächlich nur die englische Produktion "Das Wiegenlied vom Totschlag" (unbedingt anschauen obwohl trotz anders lautender Werbung immer noch gekürzt) ein realistisches Bild dieser Massaker (und wurde prompt in Amerika noch nie in voller Länge gezeigt). Ein amerikanischer Film kann das nicht ohne dabei daheim finanziell "baden" zu gehen (Beispiel: Ciminos "Heaven's Gate"). Die Comanchen allerdings galten bereits vor dem Auftauchen der Weißen auch bei ihren indianischen Nachbarn als sehr brutales Volk.
Anmerkung: Wer realistische Western neueren Datums mag und sich Titel zu bekannten amerikanischen Personen/Ereignissen dieser Zeit anschauen möchte, sollte es mal mit folgenden Scheiben versuchen:
"Long Riders" und "American Outlaws" (James/Younger Bande), "The Broken Chain" (Irokesen), "Geronimo" (Apachen), "Ride with the Devil", "Gettysburg" und "Glory" (Bürgerkrieg), "Heaven's Gate" (Johnson-County-Weidekriege), "Hidalgo" (Frank Hopkins), "Wild Bill" (Wild Bill Hickock), "Tombstone" und "Wyatt Earp" (OK-Corral), "Buffalo Girls" (Calamity Jane). Drei dieser Filme sind auch gemeinsam als Western-Collection erschienen. Zum Zeitpunkt der Einsendung dieser Rezension waren die Titel alle bei Amazon erhältlich.
Die DVD:
Das Bild liegt in anamorphen Widescreen, Verh. 1.85:1 vor, entspricht nicht der vielfache gesendeten TV-Fassung sondern wurde nachkoloriert. Zuckungen, Blitze, dunkle Flecken - alles verschwunden. Natürlich entspricht auch das jetzige Bild nicht der heute übliche Qualität, aber was die Techniker nach über 50 Jahren aus dem Originalmaterial herauszauberten - Hut ab! (Auf der Rückseite der DVD findet sich übrigens die 4:3 Version.)
Die Tonspuren (deutsch, englisch, spanisch) verblieben in Mono, wurden ebenfalls überarbeitet, leider nicht mit so guten Ergebnissen wie das Bild, aber doch so weit zufrieden stellend.
Das sich die Arbeit, die sich die DVD Macher mit der Überarbeitung des Ausgangsmaterials machten definitiv gelohnt hat zeigte mir ein direkter Vergleich (zwischen Videoaufnahme und DVD hin und her schalten) eindrucksvoll. Es liegen (technische) Welten dazwischen.
Untertitel gibt es in 19 Sprachen, sowie in Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte, letztere sind allerdings nicht koloriert und nur zeitweise mit den Namen der Sprecher versehen.
An Extras (auch hier können Untertitel zugeschaltet werden) finden wir:
--- Interview mit Jeffrey Hunter (4:03 Min.)
--- Interview mit Natalie Wood (7:00 Min.)
Beide Interviews zeigen auch Szenen von den Dreharbeiten
--- Dokumentation "Monument Valley" (6:48 Min.)
--- Dokumentation "Setting Up Production" (6:41 Min.)
Wie die Interviews stammen die Dokus aus einer damaligen TV Werbesendung. Lustig: Sogar die Zigarettenwerbung wurde drin gelassen und sogar untertitelt ;-)
Fazit:
Dieser für die DVD Veröffentlichung gelungen aufpolierte Klassiker ist Pflichtprogramm für jeden Western Fan.
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