ARRAY(0xa29cbd68)
 
Kundenrezension

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ordentlicher Schluck Entkalker und ab geht's, 3. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Time (Deluxe Edition inkl. 3 Bonustracks) (Audio CD)
Es gibt Dinge, mit denen rechnet man irgendwann einfach nicht mehr. Zum Beispiel damit, dass ich noch Millionär werde. Oder eben mit einem neuen Rod Stewart Rock-Album, was überwiegend aus neuen, eignen Songs besteht.

Dabei kann man Rod Stewart nicht einmal vorwerfen in den letzten 15 Jahren seit "When we were the new boys", dem letzten amtlichen Rock-Album, faul gewesen zu sein. Im Gegenteil, er war enorm produktiv, nur eben nicht nicht kreativ.
Nach Gott sei Dank überstandener Kehlkopfkrebs-Erkrankung veröffentlichte er in den Jahren von 2001 bis 2012 insgesamt 13 Alben - neun Studioproduktionen, zwei Best of Kopplungen, die natürlich jeweils auch eine obligate neue Aufnahme enthielten, sowie zwei Live-Alben als DVD. Nur handelte es sich ab 2002 ausschließlich um Coversongs, noch dazu in weitgehend bis dato Stewart untypischen Genres: eine ganze Reihe von Swing-Alben, eine Soul-Platte und im letzten Jahr auch noch ein Weihnachtsalbum. Was die Puristen wohl am meisten wurmen dürfte: In keiner Dekade verkaufte Stewart mehr Platten, als in den letzten zehn Jahren. So umstritten seine Exkurse in Fankreisen auch gewesen sein mögen, so erfolgreich waren sie auch.
Lediglich das 2001er Album "Human" bestand noch mehrheitlich aus neu geschriebenen Songs, allerdings nicht von ihm, und so wie es überwiegend klang, wohl auch offenbar nicht für ihn. Es wirkte irgendwie eher wie ein Versuch aus Rod Stewart eine One-Man-Boygroup zu machen, ein etwas bemühter Versuch einer Frischzellenkur mit falschen Zutaten. Jedenfalls hätten die Songs damals wohl besser zu den Backstreet Boys gepaßt.

Auch wenn ich mich mit dem Swingin'Rod als Sinatra-Erbe durchaus anfreunden konnte, keimte doch von Jahr zu Jahr mehr die Sehnsucht nach einer Platte auf, die nochmal eigenes, neues und vor allem nicht so sauberes Material aus den Boxen bläst...

Nun rotiert "Time" und klingt so wie "Human" vielleicht gedacht war. Der Mann soll im Januar 68 Jahre alt geworden sein? Never!
Frisch, putzmunter und gut gelaunt entfaltet Stewart seinen Stilistik-Fächer soweit wie noch nie binnen eines Albums. Auf "Time" finden sich von allen Zutaten, die Rod Stewart über die Jahrzehnte verwendete etwas: Folk-Rock-Elemente wie in den ganz frühen 70ern die eindeutig mit "Maggie May" verwandt sind (z.B. Live the life), Rock mit satten Gitarren wie in den Folgejahren oder auch in den späten 90ern wieder (Finest woman, Legless) , Stücke, die klingen als wären sie 1988 in einer Session mit "Forever young" entstanden (She makes me happy, Can't stop me now) und mit "Sexual Religion" auch noch eine Nummer, die im modernen Pop-Sound des neuen Jahrtausends daherkommt, in der Rods Reibeisenstimme aber nicht wirkt wie ein Fremdkörper, was bei besagtem "Human" das auffälligste Problem war.

Offizielle Pressetexte haben mit dem tatsächlichen Album ja meist nicht viel mehr gemein, als ein BigMac-Portrait auf der Werbetafel mit dem Elend vor einem, wenn man die Pappschachtel öffnet - hier allerdings scheint es glaubhaft, wenn es dort sinngemäß heißt, dass Stewart beim Schreiben seiner Autobiographie (die Ende Oktober erschien), so inspiriert war durch das Reflektieren seiner Lebensstationen, dass die neuen Songs zu seiner eigenen Überraschung wie von selbst durch ihn hindurch in die Welt sprangen. In der Tat klingt "Time" wie ein Ritt durch die Zeit.

Und er muss wahrlich von der Muse nicht nur geküsst, sondern regelrecht zu Boden geknutscht worden sein, denn selbst in seinen blühendsten Songwriter-Jahren, stammte nie mehr als die Hälfte eines Albums aus seiner Feder. Die andere Hälfte war stets von anderen geschrieben worden oder gecovert. Diesmal sind 11 von 12 (bei der Deluxe-Edition 13 von 15) Songs mindestens unter seiner Beteiligung entstanden!
Und das eine verbliebene, das zwölfte? Auch das passt zum Ritt durch die Zeit: "Picture in a frame" ist der mittlerweile vierte Song von Tom Waits, den Rod Stewart sich nach "Dowtown train", "Tom Traubert's Blues (Walzing Mathilda)" und "Hang on St.Christopher" zu eigen macht.

Wer alle Schaffensphasen von Rod Stewart mag, wird mit dem neuen Album rundum glücklich sein. Wer nur die ein oder andere Phase goutierte, wird zumindest einiges finden, was begeistert. Quer durch alle Klänge wirkt Stewart jedenfalls so frisch, wie schon lange lange nicht mehr.

Tja, manchmal geschehen doch Dinge, mit denen man nicht mehr gerechnet hat. Rod Stewart hat tatsächlich nach 15 Jahren ein Album abgeliefert, was nochmal richtig gute eigene, neue, nie gehörte Songs enthält. Braucht irgendjemand meine Kontonummer wegen der andern Sache?
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 04.05.2013 13:39:18 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 04.05.2013 13:45:11 GMT+02:00
Ronny H. meint:
sorry,aber ich kann der neuen Platte nichts abgewinnen...ich hab schon immer gern Rod Stewart gehört,aber das neue Album zündet genau so wenig wie die letzten Studio-Alben....meiner Meinung nach war "Vagabond Heart" das letzte gute Album von ihm....bin gerade beim Hören der 3. Seite der Doppel-LP....bis jetzt hab ich nur seichten Pop und Rod`s immer flacher werdende Stimme gehört,.....dazu kann man noch kritisieren,das die LP auf jeder Seite 3 Lieder hat,wozu soll das gut sein?Außer das es der Plattenfirma zu mehr Umsatz dient,seh ich keinen Sinn drin,da die Lieder auch nicht besonders lang sind,sodas man es wegen des Klanges nötig hätte....
Rod konnte mal so schön rockige Nummern und bewegende Balladen singen....bestes Beispiel ist die LP "Foot Loose and Fancy Free"....davon ist leider nichts als Süßholz-Geraspel übrig geblieben....
Fazit:Rod Stewart rockt nicht mehr...........SCHADE!!!!!!!!!!!

Veröffentlicht am 04.05.2013 13:51:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 13.05.2013 12:58:35 GMT+02:00
M meint:
Zitat: "er muss wahrlich von der Muse nicht nur geküsst, sondern regelrecht zu Boden geknutscht worden sein" - Cooler Satz ***Grins*** - Tolle Rezension :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 04.05.2013 13:57:50 GMT+02:00
HG meint:
Einer Rezession unterliegen Herr Günthers Rezensionen nun aber wahrlich nicht. Ich plädiere eher für Hochkonjunktur. ;-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.05.2013 01:06:47 GMT+02:00
Exakt Heike G., und man weiß nicht, wer ihn denn zum Boom küsst hat oder ob er statt zu Boden versilbert an die Decke geknutscht wird. Wer in diesem Album ungehörte Songs entdeckt, der hat seine Kontonummer schon an der richtigen Stelle hinterlegt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.05.2013 13:01:23 GMT+02:00
M meint:
Danke für den Hinweis :-) Ist nun korrigiert ...
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details