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Kundenrezension

29 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Erwartungen nicht erfüllt, 3. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Was passiert in Russland (Gebundene Ausgabe)
Ich habe mir von dem Buch eine Beschreibung und Analyse der Ereignisse in Russland seit Putins Machtübernahme erwartet, um aktuelle Entwicklungen besser verstehen zu können. Leider wurden diese Erwartungen großteils nicht erfüllt.

Weite Teile des Buches widmen sich der westlichen Berichterstattung über Russland und beklagen deren Voreingenommenheit, Respektlosigkeit und Vorurteile. Das ist sicher ein wichtiger Aspekt, aber ist es wirklich wichtig seitenlang Beispiele zu lesen wie respektlos Moskau Korrespondent xy seinen Beitrag eingeleitet hat etc? Zudem wird nicht näher hinterfragt woher die Voreingenommenheit und Vorurteile kommen.

Frau Krone-Schmalz liebt es Vergleiche zu ziehen und aufzuzeigen, dass mit zweierlei Maß gemessen wird. Auch diese Vergleiche füllen viele Seiten, sind aber oft fragwürdig und mitunter skurril. Beispielsweise wird der Untergang der Kursk mit einem Flächenbrand in der Nähe des Atomforschungszentrums Los Alamos verglichen, wo auch die USA russische Hilfsangebot zurückgewiesen hätten. Den wesentlichen Unterschied, dass die Besatzung der Kursk ihr Leben verlor, während Los Alamos unversehrt blieb erwähnt die Autorin nicht.

Viele Urteile fallen leider sehr einseitig aus. Die Opposition um Kasparov wird als von außen (=USA) gesteuert und in Allianz mit fragwürdigen Figuren dargestellt. Mag sein, aber rechtfertigt das die Behinderung und den Gewalteinsatz? Kein Wort findet sich darüber in dem Buch. Dies ist nur ein Beispiel von vielen, generell kaum ein kritisches Wort zur Politik Russlands, die Autorin glaubt alles (Tschetschenien, Druck auf Estland, Ukraine, Polonium Attentat auf Litwinenko...) irgendwie rechtfertigen zu müssen und tritt als Anwalt Putins auf, wobei sie mit dessen Vorgänger Jelzin wenig zimperlich verfährt. Etwas mehr Ausgewogenheit und Differenziertheit hätte dem Buch sehr gut getan, das nämlich auch sehr interessante Passagen wie beispielsweise über die Gesellschaftskammer enthält.

Bedenklich fand ich ihre Behauptung, es hätte im Zuge der Wiedervereinigung und der NATO Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands nachweisbare Zusagen an die damalige Sowjetunion gegeben, die NATO nicht nach Osten zu erweitern. Allein diesen Nachweis bleibt sie ärgerlichweise schuldig, sie geht sogar soweit das Buch von Condoleezza Rice und Philip Zelikow "Sternstunden der Diplomatie" als Beleg zu zitieren, wohlweislich ohne Seitenangabe im Gegensatz zu anderen Quellennachweisen im Buch, da es dort einen solchen Nachweis nämlich nicht gibt und eine derartige Zusage garnicht erwähnt wird!

Wer eine ausgewogene Darstellung der Entwicklung in Russland der letzten Jahre sucht wird aus meiner Sicht mit dem Buch nicht glücklich werden.
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1-6 von 6 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 07.09.2008 18:55:32 GMT+02:00
"Bedenklich fand ich ihre Behauptung, es hätte im Zuge der Wiedervereinigung und der NATO Mitgliedschaft des vereinten Deutschlands nachweisbare Zusagen an die damalige Sowjetunion gegeben, die NATO nicht nach Osten zu erweitern."
Diese Zusagen werden von niemandem bestritten. Gorbatschev hat davon gesprochen, Jelzin, Putin, Medvedev, Lavrov. Aber auch Bush Senior und Clinton haben das bestätigt. Es gibt wohl Protokolle.
Ausserdem ist das ableitbar: Hätte Gorbatchev sich wohl zurückgezogen, wenn er diese Zusagen nicht gehabt hätte?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 09.09.2008 08:24:39 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 09.09.2008 09:13:51 GMT+02:00
Oliver Ertl meint:
Im Rahmen der Zwei-Plus-Vier Verhandlungen ging es um eine NATO Zugehörigkeit des wiedervereinten Deutschlands. Die Entwicklungen der folgenden Jahre, insbesondere der Zerfall der Sowjetunion, die Wiedererlangung der Unabhängigkeit beispielsweise der baltischen Staaten und damit deren zukünftiger EU bzw. NATO Beitritt waren zu diesem Zeitpunkt garnicht vorhersehbar.

Für mich allerdings, der wichtigste Punkt:
Wenn es schriftliche Nachweise solcher Zusagen gibt, dann hätte Frau Krone-Schmalz diese anführen müssen. Sie tut dies bei anderen Aussagen auch. Ärgerlich fand ich, dass sie das Buch von Condoleezza Rice und Philip Zelikow ohne Seitenangabe als Beleg anführt, was definitv falsch ist. Ich bin der Meinung gerade derart heikle Aussagen müssen genau belegt werden.

Zu Ihrer Frage:
Wie oben erwähnt war die zukünftige Entwicklung zu diesem Zeitpunkt nicht vorhersehbar. Und wenn die Entwicklung vorhersehbar gewesen wäre, hätte sich die damalige Sowjetunion in solch einer wichtigen Frage mit einer mündlichen Zusage begnügt ohne diese vertraglich im Zwei-Plus-Vier Vertrag festzuschreiben? Als "Gegenleistung" für den Rückzug wurde der Sowjetunion auch umfangreiche Finanzhilfe gewährt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 18.02.2009 21:47:15 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 24.09.2009 13:36:04 GMT+02:00
"Etwas mehr Ausgewogenheit und Differenziertheit hätte dem Buch sehr gut getan."
Aber, Oliver Ertl, genau das IST die Ausgewogenheit und Differenziertheit: Dass nämlich angebliches Fehlverhalten russischer Politik wie "Tschetschenien, Druck auf Estland, Ukraine, Polonium Attentat auf Litwinenko" nicht nachplaudernderweise angeprangert wird. Ausgewogenheit und Differenziertheit fördern zutage, dass der tragische Fall Tschetschenien (Bill Clinton: "eine Tat zur Erhaltung des Vaterlandes wie die Lincolns im Bürgerkrieg") komplexer liegt als unsere Journaille meint, dass Druck auf Estland oder die Ukraine nicht existiert, und vor allem, dass die Mär von einem "im Kreml" ausgeheckten "Poloniumattentat" auf den "Dissidenten" Litvinenko vollkommener Blödsinn ist.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.04.2014 10:40:29 GMT+02:00
US-Politiker und Beamte haben die Sichtweise Gorbatschows bestätigt.
Selbst der Spiegel gibt zumindest zu das "der Westen" alles tat um bei Gobatschow diesen Eindruck zu hinterlassen.

Also nix "Behauptung" sondern man kann es als Faktum werten.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 20.04.2014 20:34:44 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 20.04.2014 21:45:02 GMT+02:00
Oliver Ertl meint:
Um das als Faktum zu bewerten bedarf es mehr. Welche US Politiker und Beamten habe die Sichtweise Gorbatschows bestätigt und was genau haben sie bestätigt?
Etwas renommierter als der Spiegel ist sicher die NZZ, die gerade erst am 11.04.2014 einen interessanten Artikel dazu publiziert hat: "Die Mythen und Legenden wuchern. Die NATO hat Russland nie versprochen, auf die Aufnahme osteuropäischer Staaten zu verzichten."
Um es nochmals klar zu sagen Frau Krone Schmalz zitiert ein Buch, das ihre Behauptung stützen soll, was aber überhaupt nicht der Fall ist. Aus gutem Grund gibt sie zu dem Zitat auch keine Seitenangabe an. Es gibt keine Quelle, welche diese Behauptung stützt.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 07.11.2014 22:10:38 GMT+01:00
Zuletzt vom Autor geändert am 07.11.2014 22:16:21 GMT+01:00
Hier mal ein Fachpaper zum Thema Mythos der Osterweiterunggespräche: http://dialogueeurope.org/uploads/File/resources/TWQ%20article%20on%20Germany%20and%20NATO.pdf und Gorbatschow hat vor kurzem ein Interview zugegeben in dem er zugibt, dass es solche Gespräche nicht gegeben hat und Vereinbarungen schon garnicht. Damals gabs es den Warschauer Pakt ja noch und es war nicht abzusehen, dass dieser zerbricht, von daher lag das Thema damals auch noch garnicht in der Luft: http://rbth.co.uk/international/2014/10/16/mikhail_gorbachev_i_am_against_all_walls_40673.html

Danke für ihre Rezension, mir ist Frau Krone-Schmalz bereits negativ in einem Interview im NDR aufgefallen in dem sie die negative bzw "einseitige" Berichterstattung(über die Russen) der Mainstreammedien über den Ukrainekonflikt kristisiert, aber selbst absolut unkritisch über die Aktionen der russische Seite ist. Dort sah sie z.B. das Referendum in der Krim absolut als berechtigt und den Willen der Bevölkerung wiederspiegelnd sich von der Ukraine abzuspalten an. Dabei gab es auf dem Wahlbogen keine Optionsmöglichkeit für das Verbleiben in der Ukraine ohne Wiederherstellung der Verfassung von 1992 – also für den Status quo vor Beginn der Krise. Daher halte ich die Frau absolut unseriös und nach ihrer Rezension sowie dem Interview habe ich keinerlei Lust mehr mir das Buch zu kaufen. Denn Lust auf ein weiteres Sprachrohr der Kremlpropaganda habe ich absolut nicht mehr.
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