Kundenrezension

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein frisches knackiges Heavy Metal-Geschoss, 1. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Sacrifice (Audio CD)
Nach den beiden letzten eher lauen Saxon-Alben Call to Arms(2011) und Into the Labyrinth(2009), auf denen neben einigem hochkarätigem Material(Hammer of the Gods, Call to Arms, Chasing the Bullet, Batallions of Steel, Live to Rock, Valley of the Kings) leider viele Füller vorhanden waren, war man nun sehr gespannt, was einen bei Sacrifice erwarten würde. Sänger Peter Byford behauptet ja in den Interviews unentwegt, dass wieder verstärkt wert auf Rauheit und traditionell althergebrachte Saxon-Tugenden gelegt wurde - aber behauptet er das nicht bei jeder neuen Saxon-Veröffentlichung ? Beim durchlesen der Songtitel, wie auch der Songtexte zu Sacrifice, wird sofort klar, dass man hier das vorherrschende Metal-Klischee voll bedient - Manowar hätten keine besseren Songtitel(z.B."Stand up and Fight", "Warriors of the Road", "Wheels of Terror") auswählen können, wobei der Inhalt der Texte sich doch meist um sinnvolle ernste Themen dreht. Die Produktion nahm diesmal Band-Chef Peter Byford selbst in die Hand, unterstützt von Andy Sneap. Überhaupt hat ja das eigentlich alleinige Sagen in der Band seit den Abgängen der Ur-Mitglieder Steve Dawson(1986) und Graham Oliver(1995) nur noch das charismatische alleinige Band-Aushängeschild Peter Byford in der Hand, weil Band-Mitbegründer Paul Quinn sich freiwillig ins zweite Glied begibt und auch der Rest der im Laufe der Jahre angeheuerten Band-Mitglieder eher Ja-Sager und Mitläufer sind, wobei ich damit nich sagen will dass es grundsätzlich schlecht für eine Band ist, wenn das Sagen nur bei einer Person liegt und nicht bei mehreren Gleichberechtigten gleichzeitig - das klappt ja auch bei anderen Bands relativ gut, wie Whitesnake, Grave Digger oder AC/DC(hier hält Malcolm Young die Fäden in der Hand), wobei die Musik bei Saxon zusammen geschrieben wird - es ist nun mal eine Tatsache und vielleicht auch perfekt so. Für die Produktion neben Peter Byford beauftragte man Andy Sneap, der einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde durch seine rundum gelungene Produktion der letzten beiden Accept-Scheiben. Auch auf SACRIFICE bekommt man diesen brilliant fetten knackigen Breitband-Hochglanz-Accept-Sound zu hören, der hier natürlich auf die passende Saxon-Klangwelt angepasst wurde. SACRIFICE ist für mich das Album, dass sich seit Unleash the Beast(1997) wieder am allertypischsten durchgehend nach echten Saxon-Kompositionen und purem Saxon-Sound anhört, ohne moderne Trendanbiederungen - es hört sich aber trotzdem alles frisch und unverbraucht an. Auch die Stimme von Sänger Peter Byford kommt geewohnt kraftvoll und wieder etwas verjüngt daher, die Gitarren braten so richtig an allen Ecken und Enden, dass es eine wahre Freude ist(auch hier ein grosses Kompliment an Doug Scarrat und in erster Linie an Urgestein Paul Quinn) - in der Art könnten Saxon noch ein paar weitere Alben nachlegen, endlich fühlt man sich als Saxon-Fan wieder zu Hause. Wobei mir nach wie vor der prägnante pumpende Bass von Steve Dawson fehlt. Irgendjemand müsste ein Basser Timothy Carter darauf aufmerksam machen, dass man mit einem Bass auch richtige Töne, Melodie-Linien oder Bassläufe spielen kann, und es nicht nur als Instrument zu benutzen ist, um einen undefinierbaren Klangteppich zu erzeugen oder als wummernde Hintergrundmusik zu dienen. Es fällt ja Live und auch auf Platte kaum ins Gewicht ob Timothy Carter nun mitspielt oder nicht, als eigenes Instrument ist er jedenfalls nicht herauszuhören.
Letztendlich ist das brachiale SACRIFICE ein Paradebeispiel dafür wie sich ein Heavy Metal-Album anzuhören hat - man bekommt ein furioses Feuerwerk an Heavy Metal geliefert.

Es wurde ja lauthals von Sänger Peter Byford betont wieder Back to the Roots zu gehen, wobei damit im Normalfall die 3 Alben Wheels of Steel(1980), Strong Arm of the Law(1980) und Denim and Leather(1981) gemeint sind. Dabei wird so getan, als wenn es total simpel wäre wieder mal so ein Album wie damals zu machen, weil Saxon gerade jetzt einfach mal wieder aus dem Bauch raus Lust dazu hatten so zu klingen wie einst - ich frage mich bei solch fragwürdigen Aussagen immer auf was Saxon dann eigentlich bei den letzten 10 Studio-Alben Lust hatten, auch weil sich die Aussagen vor fast jedem Album davor ziemlich ähnelten - fast immer gab es bei den Alben bisher querverweise auf die Erfolgs-Alben und die Anfangsphase der Band. Aber diese alte Gruppendynamik, in der die Erfolgs-Alben der Anfangsphase entstanden, ist doch eh unwiederbringlich verloren ohne den Grossteil der Original-Mitglieder(die sich mit Motorbiker ziemlich blamierten), inzwischen schreiben Saxon eben Songs in anderer Besetzung und somit zwangsweise auch etas andere Songs, weil Basser Timothy Carter und Gitarrist Doug Scarrat einfach anders ticken und eben auch modernere Einflüsse miteinbrachten als die Urmitglieder und daraus zwangsläufig etwas andere Songs entstehen müssen. Aber letztendlich bin ich mir noch nicht mal so sicher ob im heute und jetzt tatsächlich noch mal Jemand so ein Album haben möchte mit den kurzen Spielzeiten von deutlich unter 40 Minuten oder der eher antiquierten Produktion, wobei natürlich die Qualität der damaligen Songs ausser Frage steht - alleine die 3 genannten Titel-Songs suchen Ihresgleichen. Und letztendlich sind sich Saxon im Prinzip vom Stil her gesehen bis auf wenige Ausnahmen(Destiny 1988) immer treu geblieben und haben niemals all zu weit von Ihren Ursprüngen entfernt, wie beispielsweise Judeas Priest oder auch Iron Maiden dies getan haben. Ab Metalhead(1999) hat man eben auch versucht dezent etwas modernere Harmonien in einige Songs einfliesen zu lassen um dem Zeitgeist Rechnung zu tragen. Und so ist auch SACRIFICE kein antquiertes altbackenes 80er-Heavy Metal-Album geworden, sondern ein zeitloses, frisches, raues und knackiges Musikwerk, dass sich im Hier und Jetzt abspielt.

SACRIFICE kommt von der Machart und seinem fetten Sound her, Metalhead(1999) als Vergleich am nächsten, dazu kommt noch ein gehöriger Schuss aus Unleash the Beast(1997) und Solid Ball of Rock(1991), und fertig ist ein weiteres kurzweiliges, durchdachtes, brachiales und prächtiges Saxon-Album, herausragend ist darüber hinaus die unheimlich klare und fette Produktion. Der grosse positive Unterschied zu den 2 Vorgänger-Alben ist einfach der, dass es auf SACRIFICE keine Füller oder wirklich schwachen Songs zu hören gibt, es hört sich alles hochklassig wie aus einem Guss an - überhaupt kommt es mir so vor, als hätte man wieder mehr Wert auf Details gelegt und das Album mit seinen 9 echten Songs akribisch ausgearbeitet. Auch zu moderne Soundanbiederungen und orchestrale überproduzierte Passagen sucht man auf SACRIFICE vergebens - SACRIFICE ist ein pures Heavy Metal-Album mit ein paar Hardrock-Anleihen geworden, veredelt durch die nöhlige, prägnante und unverwechselbare Stimme von Sänger Peter Byford - also genau das, was Saxon bisher immer in ihren stärksten Momenten ausmachte, und das, wofür die Fans Saxon am meisten seit 33 Jahren schätzen. Man merkt dem Album wieder eine gewisse Lust und Leidenschaft an, eine Aufbruchstimmung, die ich auf den letzten Alben etwas vermisste. Der kontinuierlich wachsende Erfolg der letzten Jahre hat sich wohl in positivem Feeling auf die Kompositionen ausgewirkt. Ich kann den grossen Erfolg vom Vorgänger Call to Arms nicht so ganz nachvollziehen, weil neben einiger starker Songs eben auch einige belanglose Füller gegenüberstanden und das positive Bild eigentlich sofort wieder egalisierten, aber anscheinend hat man diese Hoch- und Erfolgsstimmung auf SACRIFICE herüberretten können. Die Songs auf SACRIFICE sind wieder intensiver und prägnanter geraten und bleiben besser im Gehör hängen, auch die abwechslungsreichen eingängigen Mittelteile und Gitarrensolos sind diesmal perfekt gelungen und nicht nur als Beiwerk oder notwendiges Übel anzusehen - man kann das Album ohne Langeweile in einem Zug mit Genuss durchhören und muss sich nicht durchquälen, wie es auf den letzten beiden Alben teilweise der Fall war. Die knapp 40 Minuten Spielzeit mit 9 echten Songs auszufüllen klingt zwar im ersten Moment etwas kurz, dafür bekommt man aber eben auch keine Füller oder laue nichtssagende Quoten-Balladen vorgesetzt, es ist ein unheimlich interessantes und intensives Saxon-Album geworden, dass einfach grossen Spass beim anhören bereitet.

In den letzten 22 Jahren haben Saxon genau 3 herausragende Alben hinbekommen, das waren das furiose Unleash the Beast(1997), das harte klassische Mainstream-Album Solid Ball of Rock(1991) und das saustarke, einen Hauch modernere The Inner Sanctum(2007), darüber hinaus noch ein paar ganz ansprechende Alben, wie dogs of War(1995), das etwas düstere Metalhead(1999) und das modernere äusserst harte Lionheart(2004), die restlichen Alben Call to Arms(2011), Into the Labyrinth(2009), Killing Ground(2001) und Forever Free(1992) waren von eher minderer bis durchschnittlicher Qualität. Schön zu sehen, dass es Saxon zum wiederholten Male geschafft haben wie Phoenix aus der Asche zu entsteigen.

SACRIFICE kommt ja nach heutzutage relativ kurzen 21 Monaten nach Call to Arms auf den Markt, das stimmt aber auch nicht so ganz, weil man bei Call to Arms zum gleichen Zeitpunkt wie vor 2 Jahren mit dem Album auch schon fertig war, es aber erst veröffentlichen konnte als man eine neue Plattenfirma mit UDR gefunden hatte - denn zuerst war Call to Arms auf März 2011 angekündigt, die im Februar 2011 mit den Fans eingesungenen Chöre für den Song "Back in 79" wurden nachträglich in das bereits fertige Album eingefügt. Also von Albumproduktion zu Albumproduktion waren es auch diesmal wieder ziemlich genau 2 Jahre. Anders als füher geht einer Band heutzutage bei Live-Konzerten die unbändige Lust an den neuen Songs schon etwas verloren, weil sie ja meist schon 1 Jahr alt sind und eigentlich schon wieder ein alter Hut für die Band sind - das war früher irgendwie besser, als die Band ihr Album in 2 Wochen aufgenommen hatte und es spätestens 2 Monate später auf dem Markt war. Grundsätzlich kann ich aber so Diskussionen über musikalische Weiterentwicklung eh nicht nachvollziehen, denn letztlich ist ein guter Song ein guter Song und ein schlechter Song ein schlechter Song, da interessiert Weiterentwicklung eigentlich recht wenig - wobei musikalische Weiterentwicklung ja nichts anderes bedeutet, als das man andere Musik macht als zuvor, was ich aber gar nicht möchte, denn im Beispiel Saxon machen diese genau die Musik die ich seit 33 Jahren hören will und die ich auf jedem weiteren Album wieder von Ihnen erwarte - wenn ich andere Musik hören will dann kaufe ich mir andere Gruppen. Saxon verkörpern den Sound und die Musik am besten mit der sie bekannt wurden, und ich denke auch, dass Saxon das am besten können - man hat ja den Miss-Erfolg an dem gar nicht mal so üblen Destiny-Album gesehen, dass einfach melodischer AOR in Richtung Whitesnake/Foreigner/Survivor war, aber eben keine typische gewohnte Saxon-Musik. Saxon haben in Ihrer Karriere schon viele Trends durchlebt und überlebt, und es war gut dass Saxon sich nie zu weit von Ihren Wurzeln dabei entfernt haben, denn vermutlich nur durch diese Kontinuität und Verlässlichkeit konnten Saxon bis heute überleben, nachdem Trends wie Crunch oder Alternativ-Rock längst wieder abgeflaut sind.

Seit 27 Jahren lese ich bei jedem neuen Saxon-Album, dass es angeblich verstärkt querverweise zu Ihrer Hochphase zwischen Wheels of Steel(1980) und Power and the Glory(1983) aufweisen soll, diese Vergleiche kann man nun wirklich nicht mehr ernst nehmen, und auch auf SACRIFICE gibt es gerade im hinteren Teil bei den eher modern ausgerichteten Kompositionen "Walking the Steel", "Night of the Wolf" und "Wheels of Terror" Songs, die gut auf das Album Into the Labyrinth(2009) gepasst hätten, aber auf keinen Fall auf die erwähnten Werke der Frühphase. Leider sind diese Songs aber auch die 3 schwächsten des Albums, weil kein Refrain zündet. Ich finde es auch nicht angebracht Saxon nur immer auf Ihre Frühphase zu reduzieren, denn auch in der Neuzeit haben Saxon mit Solid Ball of Rock, Unleash the Beast und The Inner Sanctum einige hochkarätige Pracht-Alben herausgebracht, und auch die gutklassigen Alben der 2.Reihe, wie Metalhead, Lionheart und das aktuell vorliegende SACRIFICE brauchen sich mit etlichem hochklassigem Material darauf nicht zu verstecken.

Zu den Songs:

1:Das unheilvolle, vielleicht etwas zu lang geratene Intro "Procession" beginnt mit indianisch angehauchter Trommelkunst in einer Urwald-Atmosphäre und steigert sich zum Ende hin immer mehr bis es in den Titelsong übergeht - etwas langatmig

2:Das Album beginnt recht brachial, bedrohlich, düster und fast schon trashig mit dem majestätischen Titel-Song "Sacrifice", der durchaus mit seinem prächtigen Refrain und seinen immer wieder in den Versen flankierenden kreischenden Leadgitarren als Hymne durchgeht und mich sehr an den Song "Metalhead" erinnert. Knochentrockener und beinharter Heavy Metal - inhaltlich geht es um den Untergang der Inka-Kultur 5/5

3:"Made in Belfast" beginnt mit süsslichen irischen Mandolinenklängen, die sich durch den gesamten Song ziehen, bevor der Song in einen schonungslosen Midtempo-Groover übergeht mit Mainstream-Hit-Potential - Inhaltlich dreht sich der Song um die alten Schiffswerften in Belfast, in denen auch die Titanic gebaut wurde - nur der Refrain ist ein wenig dürftig ausgefallen, gegen Ende gibt es dann noch Hammerschläge zu hören die wohl auf die Arbeit in einer Werft hindeuten sollen - eigentlich ein netter authentischer Saxon-Song mit einem hübschen Solo, in den vermutlich viel Arbeit investiert wurde(Made in Belfast war ja auch der Songname, der als erstes bekannt war) - auch das Schlagzeug auf dem Song ist herausragend - es will ein Mainstream-Hardrock-Song mit Anspruch sein, dennoch haut er mich nicht gänzlich vom Hocker weil er sehr künstlich konstruiert wirkt - was wirklich geniales fehlt in dem Lied 4/5

4:"Warriors of the Road" ist ein furioser ultraschneller Rennwagen-Speed-Smasher, bei dem man richtig durchgeschüttelt wird und der einen griffigen, melodischen und hymnischen Refrain besitzt - erinnert mich ein wenig an "All Guns Blazing" vom Metalhead-Album - nach längerer Zeit endlich wieder einmal ein gelungener stimmiger stürmischer Speedster, der echt Klasse und Stil besitzt 5/5

5:Nach balladeskem Keyboardbeginn ist das atmosphärische "Guardians of the Tomb" dann ein anspruchsvollerer eingängiger episch flüssig groovender schnellerer Melodic-Rocker mit nettem melodischem Refrain über die Terracotta-Krieger-Armee in China - sehr schöner sinnvoller Song mit netten brillierenden Solo-Gitarren 5/5

6:"Stand up and Fight" ist ein typischer angenehmer eingängiger Saxon-Party-Song im schnelleren Midtempo zum mitgröhlen mit Ohrwurm-Garantie mit dem erdigen Charme alter Metal-Hits der 80er - wäre für mich die erste Wahl für eine Single gewesen - ein echter Saxon-Kracher. Für mich der beste Song des Albums 5/5

7:"Walking the Steel" ist ein schleppender zäher Stampfer mit massiven Gitarrenwänden - leider ist der eintönige Refrain nicht zwingend genug. Handelt von den zusammengestürzten Twin Towers des World Trade Centers vom 11.09.2001 und von deren Wiederaufbau - ein beklemmender und nachdenklich machender Song, der allerdings auch sehr fad, träge und behäbig daherkommt 3/5

8:"Night of the Wolf" mit seinen wechselnden wummernden Tempopassagen und akkustisch dargebrachten eingeflochtenen balladesken Momenten ist der Song so etwas wie der Ruhepol des Albums, wobei er keine Ballade ist - leider ist der oft wiederholte Refrain etwas zu naiv primitiv und langweilig ausgefallen - gemeinsam mit "Walking the Steel" der schwächste Song des Albums - die Songs transportieren gut die ernste unheilvolle Stimmung der Themen zum Zuhörer hinüber, allerdings besser macht das die Songs auch nicht -- trotzdem gut hörbar 3/5

9:"Wheels of Terror" ist ein wuchtiger solider Heavy Metal-Stampfer im Midtempobereich mit einem recht unscheinbaren schnöden Refrain, bei dem aber das schonungslose alles niederwalzende monolithische Monster-Grundriff der Verse voll überzeugen kann - zu dem grandiosen Monster-Grundriff ein ordentlicher Refrain und der Song hätte ein richtiger Brecher werden können - aber zumindest live könnte er eine Granate werden 4/5

10:"Standing in a Queue" gibt zum Abschluss einen formidablen treibenden Party-Rocker ab, er ist so ein Mittelding aus "Ive got to Rock(to stay alive)" und "Flying on the Edge" geworden - ein gelungener Ausklang 4/5

Das von den Inka inspirierte Cover mit diesem in Gold gehaltenen runden Schild mit stilechten Motiven darauf ist jetzt irgendwie so gar nichts neues im Metalbereich - da gibt es einen ganzen Haufen Cover andere Metalbands, die dem Cover zum verwechseln ähneln - z.B. Domain - The Artefact, oder Victory - Temples of Gold - um nur einige zu nennen. Man wird ja nicht müde immer wieder darauf hinzuweisen, dass abermals Paul Gregory das Cover entworfen hat, der ja damals das legendäre Crusader-Cover gezeichnet hat. Es gab schon einige nette Saxon-Cover darüber hinaus von Ihm, wie Rock the Nations, Dogs of war, Metalhead und Unleash the Beast. Auch das letzte Saxon-Cover mit Lord Kutchener, der alle Mann zur Rekrutierung in der Armee aufrief,war zumindest ein besonderes auffälliges Cover-Motiv, was man nicht alle Tage sieht - aber das Sacrifice-Cover ist diesmal etwas langweilig und schlicht ausgefallen, da wäre wieder mal eine traditionelle Ölzeichnung sehr viel besser gekommen. Aber letztendlich vielleicht auch Geschmackssache.

Die in der erweiterten Version vorhandene Zusatz-CD mit einigen neu eingespielten Klassikern ist auch eine nette Ergänzung, besonders bei "Forever Free" freut es mich, weil die damalige Studio-Version ja absolut miserabel produziert war, und die jetzige Version fett und frisch daherkommt und einen förmlich umblässt.
Ob man jetzt von "Requiem" und "Frozen Rainbow" eine Akkustik-Version, oder eine Orchester-Version von "Crusader" wirklich braucht, sei dahingestellt - als Zusatz-CD aber durchaus interessant - andere Bands hätten für so etwas wieder ein eigenes kostenpflichtiges Album herausgebracht.

Fazit:
Saxon sind auch weiterhin die Eckpfeiler und letzten authentischen Vertreter der New Wave of British Heavy Metal-Bewegung, die die Fahne hochhalten, ohne geringste Anzeichen von Schwäche oder Abnutzung zu zeigen. Und mit Ihrem 20.Studio-Album klingen Saxon wieder voll nach sich selbst, ohne experimentelle Trendanbiederungen folgt man kontinuierlich dem Erfolgspfad, ohne dabei altbacken zu wirken. Auf jedem einzelnen Track hört man den Enthusiasmus und die Freude an Heavy Metal heraus. Auch wenn nicht alles 100% gelungen erscheint, man ist wieder in der Spur und auf dem richtigen Weg! SACRIFICE sind einfach wieder 40 Minuten heiss geschmiedeter Stahl mit eingängigen knackigen Melodien - auf Ihre Art haben sich Saxon tatsächlich nochmals neu erfunden, zwischen Tradition und Zeitgemäss. Leider fehlen wieder die ganz grossen Gassenhauer und Hits, aber in seiner Kompaktheit ist SACRIFICE ein sehr frisches kerniges Album geworden von hoher qualitativer Güteklasse, dass einen förmlich umblässt. Kein Fan wird von SACRIFICE enttäuscht sein - es ist ein echtes Brett geworden, selbst wenn vielleicht die Brillianz von so edlen Alben wie Unleash the Beast und Solid Ball of Rock nicht ganz erreicht wird - gerade weil es im hinteren Teil dann doch qualitativ etwas abbaut(aber welches Album macht das schon nicht?). Ob SACRIFICE zu einem Klassiker wird, muss die Zeit zeigen, aber ich bin mit SACRIFICE zufrieden, selbst wenn es kein Klassiker werden sollte, es ist wenigstens vom Stil her ein astreines Saxon-Geschoss geworden, auf höchstem Niveau mit tollen eingängigen heavy Melodien und mit wirklich prägnanten, interessanten, vielseitigen und eingängigen musikalischen Solopassagen, die das Album dann doch knapp auf 5 Sterne hieven.

SACRIFICE ist jedem zu empfehlen, der auf hochklassigen Heavy Metal steht.

Nachtrag 22.April 2013 - Nachdem sich das Album bei mir gesetzt hat, muss ich Sacrifice bescheinigen doch ein Klassiker geworden zu sein - soviel melodische Power wie hier geboten wird, ist ein Fest für die Sinne. Es ist wirklich toll, so ein knackiges Heavy Metal-Album der alten Helden nochmal hören zu dürfen, nachdem die Konkurrenten aus dieser Zeit doch eigentlich fast einhellig nur noch halbgares, meist gemässigteres Material auf den Markt werfen.

Vielen Dank für das Lesen meiner Abhandlung zu SACRIFICE
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1-5 von 5 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.03.2013 19:37:44 GMT+01:00
udoreich meint:
...alles jut und richtig aber schreib doch einfach "Kurz & knackig", wie das Album...

Veröffentlicht am 01.03.2013 22:51:27 GMT+01:00
Ansgar meint:
Starke Rezension, viele Infos die man gut vertragen kann wenn einer nicht so der Oberfan ist und trotzdem durchblicken will.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 01.03.2013 23:44:13 GMT+01:00
Thore meint:
Stimmt. Wirklich eine sehr informative Rezension. Nebenbei bemerkt ist das bei den Fans eher ungeliebte "Metalhead" Album eines meiner Lieblingsalben. Ich war auch damals auf der Tour. Die damals gerade frisch gegründeten "Freedom Call" und "Skew Siskin" waren Vorgruppen. War ein geiles Konzert.

Veröffentlicht am 02.03.2013 12:48:21 GMT+01:00
Ralf Wegmann meint:
Respekt. Wirklich überaus ausführliche Rezension. Danke für die viele Mühe. Ich bin auch schon gespannt auf Sacrificie, nachdem die letzten beiden guter Durchschnitt waren.

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.03.2013 13:29:48 GMT+01:00
udoreich meint:
...ich war auch beim Konzert dieser Tour in Berlin ..."Metalhead" ist auch mein Favorit! Laut Interview haben Sie bei der Produktion viele Gitarrenspuren übereinander gemischt, damit es richtig fett klingt. Skew Siskin waren damals auch geil...
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