9 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Weisheit ist altersunabhängig, 26. Februar 2010
Rezension bezieht sich auf: Weisheit: Über das, was uns fehlt (Gebundene Ausgabe)
Gert Scobel ist mir als Aufbereiter philosophischer Informationen erheblich angenehmer als Peter Sloterdijk. Scobel als Wissenschafts-Journalist, Talk-Show-Moderator, Buch-Autor - in jedem Falle vorzuziehen, weil er sachgetreuer, beobachtender, abwägender - und damit klüger, wenn nicht sogar weiser vorgeht. Während Mode-Philosoph Peter Sloterdijk eher an Guido Westerwelle erinnert, so Scobel eher an Merkel - oder besser: Steinmeier. Eine kluge Eule also. Dass er dem Buddhismus in seinem Buch über Weisheit einen korrekt breiten Platz einräumt, hätte ganz sicher selbst Arthur Schopenhauer zu Beifall veranlasst - und der war doch meist sehr mies drauf. Scobel informiert nicht nur breitgefächert und korrekt, beim Lesen seines Buches entstehen im Leser parallel auch neue Einsichten. Bei mir zum Beispiel, dass Weisheit, wie im alten Rom, wo man erst ab 60 zum Senator wählbar wurde, nicht mit Alter notwendig zusammenhängt. Mir kamen auf einmal meine beiden Töchter, eine 35, Architektin, die andere 37, Bankerin, weise vor: in ihrer Zuwendungsfähigkeit, in ihrer Fähigkeit, für ein ausgewogenes Urteil den notwendig distanzierten Abstand zu halten, in ihrer Fähigkeit, energisch auf Entschlüsse zuzusteuern: man sieht, dass gute Schulen schon recht früh angenehme Schüler(innen) in den Weg des Lebens entlassen: Grund genug für im Erziehungsbereich Tätige mit diesem Buch über Weisheit Mut dafür zu fassen, nicht nur als Wissens-Quantifizierer und Aussortierer junger Hoffnungen tätig zu werden, sondern auch als jemand, der sich bemüht, Weisheit zu vermitteln. Wir wären dann nicht mehr so häufig Typen wie Westerwelle ausgeliefert, den halte ich wirklich nicht für weise ...
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Weisheit: Über das, was uns fehlt 3832180168
Gert Scobel
DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG
Weisheit: Über das, was uns fehlt
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Weisheit ist altersunabhängig
Gert Scobel ist mir als Aufbereiter philosophischer Informationen erheblich angenehmer als Peter Sloterdijk. Scobel als Wissenschafts-Journalist, Talk-Show-Moderator, Buch-Autor - in jedem Falle vorzuziehen, weil er sachgetreuer, beobachtender, abwägender - und damit klüger, wenn nicht sogar weiser vorgeht. Während Mode-Philosoph Peter Sloterdijk eher an Guido Westerwelle erinnert, so Scobel eher an Merkel - oder besser: Steinmeier. Eine kluge Eule also. Dass er dem Buddhismus in seinem Buch über Weisheit einen korrekt breiten Platz einräumt, hätte ganz sicher selbst Arthur Schopenhauer zu Beifall veranlasst - und der war doch meist sehr mies drauf. Scobel informiert nicht nur breitgefächert und korrekt, beim Lesen seines Buches entstehen im Leser parallel auch neue Einsichten. Bei mir zum Beispiel, dass Weisheit, wie im alten Rom, wo man erst ab 60 zum Senator wählbar wurde, nicht mit Alter notwendig zusammenhängt. Mir kamen auf einmal meine beiden Töchter, eine 35, Architektin, die andere 37, Bankerin, weise vor: in ihrer Zuwendungsfähigkeit, in ihrer Fähigkeit, für ein ausgewogenes Urteil den notwendig distanzierten Abstand zu halten, in ihrer Fähigkeit, energisch auf Entschlüsse zuzusteuern: man sieht, dass gute Schulen schon recht früh angenehme Schüler(innen) in den Weg des Lebens entlassen: Grund genug für im Erziehungsbereich Tätige mit diesem Buch über Weisheit Mut dafür zu fassen, nicht nur als Wissens-Quantifizierer und Aussortierer junger Hoffnungen tätig zu werden, sondern auch als jemand, der sich bemüht, Weisheit zu vermitteln. Wir wären dann nicht mehr so häufig Typen wie Westerwelle ausgeliefert, den halte ich wirklich nicht für weise ...
FrizzText "frizz"
26. Februar 2010
- Insgesamt:
5

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Ort: Wuppertal
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