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Mäßiges Krimivergnügen, 17. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Tod im Koog (Broschiert)
Ich bekam diesen Krimi mit Lokalcolorit aus dem hohen Norden von jemandem geschenkt, der in dieser Ecke Deutschlands lebt und auf den ich mich in Sachen Lektüretipps (vor allem im Hinblick auf das Krimigenre) bisher immer verlassen konnte. Nicht ganz ohne Erstaunen stelle ich fest, dass auch die bisherigen Kritiken durchweg positiv ausfallen. Ich finde diesen Krimi, der erste aus der Reihe dieses Autors, höchst mittelmäßig. Zunächst fällt bei der Gestaltung der Figuren ein ausgeprägter Hang zur Stereotype auf: die Handwerker (Bauarbeiter) sind fast durchweg notgeile, widerliche Idioten, nicht in der Lage einen geraden Satz auszusprechen, geschweige denn, das Unrecht in einer brutalen Vergewaltigung zu erkennen. Die Vertreter der akademischen Berufe sind selbstgerechte, arrogante Fatzkes, die sich fast ausnahmslos völlig empört über die Tatsache äußern, dass auch sie im Zuge der Ermittlungen um eine Speichelprobe gebeten werden. Zwischendurch taucht eine durchgeknallte Schamanin auf, die mit endlosem spirituellen Gequatsche nicht nur die Ermittler, sondern auch die Leser unerbittlich nervt. Apropos Ermittler: Der eine ist ein fader Durchschnittstyp ohne Ecken und Kanten, der andere zeigt immerhin einige Schwächen, vor allem wenn es darum geht, in jeder Situation schlechte Witze beizusteuern. Wer über abgeschmackte Wortgefechte zwischen Bayern und Friesen in der jeweiligen Mundart lachen kann, hat Glück gehabt. Am Ende hat dann irgendwie jeder mit jedem was gehabt und der Mord war eigentlich nur eine wenig nachvollziehbare Kurzschlusshandlung ohne erkennbares, glaubwürdiges Motiv. Drei Sterne nur wegen der liebevollen Landschaftsbeschreibungen, die atmosphärisch immerhin friesisch-herbe Wirkung haben. Ansonsten: lieber ein Jever trinken und Musik hören!
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Tod im Koog 3897058553
Hannes Nygaard
Emons
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Mäßiges Krimivergnügen
Ich bekam diesen Krimi mit Lokalcolorit aus dem hohen Norden von jemandem geschenkt, der in dieser Ecke Deutschlands lebt und auf den ich mich in Sachen Lektüretipps (vor allem im Hinblick auf das Krimigenre) bisher immer verlassen konnte. Nicht ganz ohne Erstaunen stelle ich fest, dass auch die bisherigen Kritiken durchweg positiv ausfallen. Ich finde diesen Krimi, der erste aus der Reihe dieses Autors, höchst mittelmäßig. Zunächst fällt bei der Gestaltung der Figuren ein ausgeprägter Hang zur Stereotype auf: die Handwerker (Bauarbeiter) sind fast durchweg notgeile, widerliche Idioten, nicht in der Lage einen geraden Satz auszusprechen, geschweige denn, das Unrecht in einer brutalen Vergewaltigung zu erkennen. Die Vertreter der akademischen Berufe sind selbstgerechte, arrogante Fatzkes, die sich fast ausnahmslos völlig empört über die Tatsache äußern, dass auch sie im Zuge der Ermittlungen um eine Speichelprobe gebeten werden. Zwischendurch taucht eine durchgeknallte Schamanin auf, die mit endlosem spirituellen Gequatsche nicht nur die Ermittler, sondern auch die Leser unerbittlich nervt. Apropos Ermittler: Der eine ist ein fader Durchschnittstyp ohne Ecken und Kanten, der andere zeigt immerhin einige Schwächen, vor allem wenn es darum geht, in jeder Situation schlechte Witze beizusteuern. Wer über abgeschmackte Wortgefechte zwischen Bayern und Friesen in der jeweiligen Mundart lachen kann, hat Glück gehabt. Am Ende hat dann irgendwie jeder mit jedem was gehabt und der Mord war eigentlich nur eine wenig nachvollziehbare Kurzschlusshandlung ohne erkennbares, glaubwürdiges Motiv. Drei Sterne nur wegen der liebevollen Landschaftsbeschreibungen, die atmosphärisch immerhin friesisch-herbe Wirkung haben. Ansonsten: lieber ein Jever trinken und Musik hören!
Desdemona
17. Januar 2012
- Insgesamt:
5

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