Kundenrezension

30 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein großartiger Erzähler! Aber ein wichtiges Buch, 4. Oktober 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Fall Collini: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Ein grossartiger Erzähler!" steht auf dem Rücken des Buches, ein Zitat aus einer Spiegel-Rezension. Leider stimmt das nicht. Ferdinand von Schirach ist Rechtsanwalt und mag Interessantes aus seinem Fachgebiet und seinem Erfahrungsschatz zu berichten haben. Zu Literatur machen kann er das nicht.

Der Inhalt des Buches klingt vielversprechend: Caspar Leinen, ein junger Anwalt, der die Pflichtverteidigung für einen brutalen Mörder übernimmt, der nie straffällig war und dessen Motive völlig unklar sind. Das Opfer: Der Großvater von Caspar Leinens bestem Freund. Und schließlich führt alles zurück "in ein erschreckendes Kapitel deutscher Justizgeschichte", wie der Bucheinband verspricht. Man fragt sich fast, wie all das auf nur 193 Seiten entwickelt werden soll. Man erwartet die atemlose Lektüre eines Krimis, der nicht nur spannend ist, sondern auch einen bislang unbeachteten Sachverhalt der jüngeren deutschen Justizgeschichte interessant verarbeitet.

Letzteres tut von Schirach auch, aber erst nach 120 Seiten. Hier, wenn schon mehr als die Hälfte des Buches vorüber ist, wird es interessant. Davor: Viel Langeweile statt Atemlosigkeit. Schirach schien hier das dringende Bedürfnis gehabt zu haben, die eigene Berufserfahrung zu verwursten. Er hätte sich nur manchmal fragen müssen, ob das, was er schreibt, dem Roman überhaupt dient. Immer wieder völlig unnötige Beschreibungen wie diese: "Unten, aus dem Geschäft gegenüber, kam ein Mann mit seinen Einkäufen, er rutschte aus, fing sich, musste die Tüten loslassen, kleine orangene Schachteln fielen in den Schnee." An einer Stelle liest man: "Der Justiziar sagte immer weiter Sätze, die in solchen Besprechungen immer gesagt werden: 'Da bin ich ganz bei Ihnen', 'Das entscheiden wir zeitnah' und 'Wir bleiben in Kontakt'."
Warum lässt er seine Figuren dann solche Sätze nicht in guten Dialogen sagen? Schirachs 'großartige Erzählkunst' erschließt sich mir nicht. Man kann ihm zwar nicht vorwerfen, dass er nicht wüsste, wie man schreibt. Aber ein großartiger Erzähler hätte aus diesem Stoff mehr gemacht.
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Kommentare

Von 1 Kunden verfolgt

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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 21.05.2012 12:27:20 GMT+02:00
Kindleworm meint:
Der gleichen Meinung bin ich auch. Die Story - welche an sich wirklich interessant ist, wenn man sich die Kurzbeschreibung des Buches einmal durchliest - wurde vom Autor leider einfach etwas zu langweilig erzählt. Auch fand ich seine Erzählweise etwas "sprunghaft", es war manchmal etwas schwierig dem Autor zur folgen (gerade beim, meiner Ansicht nach, etwas missglückten und unnötigen Einbau einer Liebesgeschichte). Das Buch wird erst zum Ende hin wirklich interessant, aber da kommt der Schluss dann doch einfach viel zu schnell und vieles bleibt leider offen...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 21.07.2013 11:19:50 GMT+02:00
Sowohl der erste Kommentar als auch diese Reaktion darauf erscheinen mir völlig daneben! Das Buch ist sehr gut geschrieben. Wer hier etwas langweilig, sprunghaft, schwer nachzuvollziehen empfindet - dem kann, glaube ich, nicht geholfen werden! Der sollte sich dann eben leichtere Kost nehmen oder action-Groschenromane lesen, aber nicht demjenigen, der in einem sehr guten Stil schreibt, die Handlung und Lösung mit etlichen unerwarteten Wendungen gut aufbaut, fachkundig recherchiert schreibt, Vorwürfe machen. "Und vieles bleibt leider offen" - das sagen auch immer meine pubertären Schüler über Kurzgeschichten, nach deren offenen Ende sie selbst anfangen sollen zu denken.
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