Amazon.de: Frank Reiboldss Rezension von Liberalismus
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Gute Einführung, 28. Juli 2006
Dieses Buch bietet an Hand zeitgenössischer Entwicklungen eine Einführung in die zeitlose Ideologie des (klassischen) Liberalismus.

Da das Buch 1927 geschrieben wurde, sind die Beispiele natürlich schon überholt (englisches Empire, Oktoberrevolution und Bolschewismus in Russland, Völkerbund). Die Beschreibung des Faschismus als antiliberale Bewegung, welche die ebenfalls antiliberale Bewegung des Bolschewismus bekämpft, ist hilfreich zum Verständnis der damaligen Zustände. Die Vorhersage, der Faschismus werde zu endlosen Kriegen zwischen den Völkern führen, hat sich ja mit dem Zweiten Weltkrieg bewahrheitet.

Das Ziel des Liberalismus liegt lt. Mises darin, im In- und Ausland für Frieden zu sorgen. Dann kann die arbeitsteilige kapitalistische Wirtschaft funktionieren und Wohlstand für alle erzeugen. Diesem Ziel dienen auch die Bürgerrechte, weil sie Gewalt verhindern. Der Staat muss alles tun, um Frieden zu bewahren (Justiz, Polizei, Verteidigung); andernfalls soll er die Bürger in Ruhe ihre Arbeit erledigen lassen.

Den größten Raum des Buches nehmen Wirtschaftsfragen ein. Der Autor weist nach, dass eine arbeitsteilige kapitalistische Wirtschaftsverfassung funktioniert und der Sozialismus ein Irrweg sein muss, weil dort wegen fehlender Marktpreise keine sinnvolle Lenkung der Investitionen möglich ist. Das hat sich mittlerweile als richtige Vorhersage erwiesen.

Die Grundlage des Kapitalismus sieht der Autor im Privateigentum. Eine Wirtschaftsordnung ohne Privateigentum, wie sie der Sozialismus darstellt, kann demnach nicht wirklich funktionieren. Im Zuge dieser Beweisführung stellt sich heraus, dass unsere so genannte gemischte Wirtschaft (vom Autor Interventionismus genannt) nicht stabil ist und in den Sozialismus münden wird: Eine Einmischung in die Wirtschaft zieht zwecks Reparatur der unbedachten oder unbeabsichtigten Folgen eine weitere Einmischung nach sich usw. usf. Nach und nach gibt es immer mehr Regulierungen und die Wirtschaft wird erstickt.

Das Eintreten des Liberalismus für das Privateigentum darf jedoch nicht dazu verleiten, den Liberalismus für eine Lobby der Unternehmer zu halten. Der Liberalismus tritt für Freihandel und Freizügigkeit ein, die Unternehmer fordern Schutz vor (ausländischem) Wettbewerb und Subventionen. Mises zeigt, dass der Liberalismus die einzige Bewegung ist, die keinen Sonderinteressen dient. Gerade deshalb habe es der Liberalismus trotz seiner wissenschaftlich fundierten Leitsätze so schwer, in einer parlamentarischen Demokratie Fuß zu fassen.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der eine Einführung in den (klassischen) Liberalismus benötigt.
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