Kundenrezension

24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nikons J Serie reift, 16. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Nikon 1 J3 Systemkamera (14 Megapixel, 7,5 cm (3 Zoll) LCD-Display, Full HD) Kit inkl. 1 Nikkor 10-30 mm VR-Objektiv weiß (Elektronik)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ich konnte mir vor einem guten Jahr bereits einen Eindruck von Nikons J Serie mit der J 1 gewinnen und muss sagen, ich war damals nur mäßig begeistert. Die Kamera schien weder Fisch noch Fleisch und konnte sich nicht entscheiden, ob sie jetzt für Gelegenheitsfotografen oder ambitioniertere Hobby Knipser gedacht war. Mittlerweile ist die Serie 2 Generationen weiter, wie sie sich entwickelt hat, dazu jetzt mehr:

Verarbeitung und Ausstattung:
Bereits die J1 war ein recht stylisches und gut verarbeitetes Produkt. Die J3 in der Farbe weiß sieht hier noch ein bisschen edler aus. Allerdings erkauft man sich die weißte Farbe mit dem Verzicht auf die Magnesium
Elemente am Gehäuse, so dass man nur noch Kunststoff in den Händen hält. Dadurch fühlt die Kamera sich nicht so wertig an, wie der Vertreter in schwarz. Auch wirkt die Kamera vom Schwerpunkt her wesentlich objektivlastiger, bedingt durch das geringe Gewicht des Kunststoffgehäuses. Die Spaltmaße am Gehäuse sind jedoch recht stimmig, so dass die Verarbeitung als gut bezeichnen lässt, wenn auch die schwarze J1 hier die Nase klar vorn hat. Ansonsten hat Nikon nicht sehr viel vom Aussehen her verändert. Im Gegensatz zur J1 sind ein paar Knöpfe verschwunden (Disp, Zoomwippe, F-Taste), so dass sich schon auf den ersten Blick erkennen lässt, dass man als Nutzer den Weg über das Menü nehmen muss, egal, was man konfigurieren möchte. Damit ist die Frage nach der Zielgruppe wenigstens
direkt beantwortet. Das Moduswahlrad ist auf die Gehäuseoberseite gewandert und die gummierte Daumenablage auf der Rückseite ist (leider) verschwunden. Zur Ausstattung der Kamera. Der Sensor der J3 hat immer noch das gleiche
CX-Format, wie der Rest der Nikon 1 Reihe. Allerdings trägt er jetzt 14,2 Millionen Pixel im Gegensatz zu den 10 Millionen der Vorgänger, was für die Erwartungen nicht sonderlich optimistisch stimmt, dazu aber später mehr.
Ansonsten scheint Nikon seine J Reihe nur sehr behutsam abzudaten, die Änderungen im Vergleich zur J1 sind erstaunlich gering. Das Menü wurde verändert, der Bildprozessor scheint noch ein wenig schneller zu sein und
es wurden einige neue Fotografiermodi ergänzt, die gerade für Einsteiger durchaus hilfreich sein können. Der Blitz wurde neu konstruiert, besitzt jedoch immmernoch die realtiv geringe Leitzahl von 5. Einen Blitzschuh für
externe Blitzgeräte gibt es nach wie vor nicht, das Display löst mit 921.000 Pixeln hoch genug auf, um auch Details zu erkennen und das herausragende Merkmal der Kamera, der Hybridautofokus ist natürlich nach wie vor vorhanden.
Alles in Allem kann sich die J3 in punkto Ausstattung und Verarbeitung nur wenig von der J1 abgrenzen. In der Farbe weiß wirkt das Kunststoffgehäuse nicht so wertig wie das Magnesiumgehäuse des schwarzen Vertreters, sieht aber gerade aus der Entfernung stylischer aus.

Handhabung und Bedienung:
Hier ist die J3 besser geworden im Vergleich zur J1 und bewegt sich für Leute, die nur wenige Einstellungen während des Fotografierens vornehmen auf gutem Niveau. Mir gefallen die Menüs recht gut, auch wenn sie sich je nach gewählten Modus doch recht stark unterscheiden, so dass man manchmal auf der Suche nach der ein oder anderen Option verzweifelt, nur um festzustellen, dass sie in dem Modus nicht zur Verfügung steht, ein Ausgrauen der entsprechenden Optionen wäre schöner gewesen. Durch die zusätzlichen Modi fällt die Aufteilung auf zwei verschiedene Menüebenen auch wesentlich stärker ins Augenmerk. So lassen sich die Modi zusätzlich über die F-Taste verändern (der Kreativmodus verbirgt unter anderem die Blenden-, Zeit-, Programmautomatik,...), fraglich, warum nicht gerade diese Modi noch Platz auf dem Moduswahlrad gefunden haben. Die übrigen Parameter finden sich dann im eigentlichen Menü in 6 verschiedenen Kategorien. Das Menü reagiert sehr zügig und sehr gut gelöst ist die Historie, die ein schnelles Rückgängigmachen von Einstellungen erlaubt. Die Bedienung ist in meinen Augen daher ganz gut gelungen und kompromisslos auf Einsteiger getrimmt. Die Kamera will die Automatiken nutzen und nur bei Bedarf in
manuelle Einstellungen entführt werden. Von Seiten der Handhabung muss man sagen, dass die Kamera nur
durchschnittlich gut in der Hand liegt. Mir persönlich fehlt die gummierte Daumenauflage bei der J3 im Vergleich zur J1 und die objektivlastigkeit beim weißen Kunststoffgehäuse, dass die Kamera sich bei mir bei einhändiger
Bedienung nicht sonderlich sicher anfühlte. Eine zweite Hand ist Pflicht, auch wenn man nicht zoomen will.
Sehr gelungen ist die Livezeitlupe, bei der man nach dem Andrücken des Auslöser das Motiv in Zeitlupe auf dem Display verfolgen kann, um dann im "richtigen" Moment auszulösen. Die erleichtert nicht nur Einsteigern die
ein oder andere gute Aufnahme, bei der man den perfekten Moment aussuchen kann. Eine gelungene Neuerung bei der J3.
Die Blitztaste, die an die Seite des Gehäuses gewandert ist, ist bei der ansonsten recht guten Bedienbarkeit eine Ausnahme, da sie ungünstig platziert ist und teilweise vom Halteriemen überdeckt wird, wenn er angebracht ist.
Das Display der Kamera ist höher aufgelöst als noch bei der J1 und eignet sich nun auch wesentlich besser zur Schärfekontrolle aufgenommener Fotos, dies war in Anbetracht der Preisklasse der Kamera eine wirklich notwendige Änderung.

Bildqualität & Performance:
Der relative kleine Sensor im Vergleich zu anderen Systemkameras konnte bei der J1 vor allem wegen seiner relativ geringen Auflösung von 10 Megapixeln überzeugen, auch wenn das Rauschverhalten bei höheren ISO Werten deutlich schlechter als bei Kameras mit APS-C Sensor ausfiel. Bei der J3 hat Nikon die Megapixel Zahl nun auf 14 erhöht. Dies ermöglicht eine etwas höhere Detailtiefe bei geringen ISO Zahlen und guten Lichtverhältnissen, fällt jedoch bei Standard Abzügen nicht sichtbar auf. Erst beim Einzoomen des Bildes am PC sieht man diese Verbesserung. Das Rauschveralten erweist sich wie beim Vorgänger bis ISO 800 als gut, bei ISO 1600 merkt man den Eingriff der Rauschunterdrückung stärker als bei Modellen mit größerem Sensor. Die Fotos eigenen sich aber durchaus noch für normale Abzüge, so dass man getrost die ISO Automatik 160-1600 der Kamera nutzen kann. Das Objektiv zeigt nur die üblichen geringen Verzeichnungen an beiden Enden des Zoombereichs und zeigt eine durchaus gute Abbildungsleitung.
Besonderes Merkmal der Kamera ist nach wie vor der schnelle Autofokus. Die Kamera verfügt über einen Phasen- und Kontrastautofokus. Der Phasenautofokus erlaubt wirklich schnelle Fokussierung bei guten Lichtverhältnissen, während der Kontrastautofokus bei schlechteren Lichtverhältnissen zum Einsatz kommt. Hier fokussiert die Kamera entsprechend langsamer, jedoch die ist Fokusleistung bei guten Lichtverhältnissen wirklich sensationell, gerade in Anbetracht der Kameraklasse. Der Verschluss der Kamera arbeitet ebenfalls sehr schnell, so dass die Kamera in der Lage ist, Bilder mit 60 fps bei voller Auflösung aufzunehmen, allerdings ist nach 20 Bildern im RAW Format aufgrund des Pufferspeichers Schluss. Auch ist der Fokus während der Serienbildaufnahme in dieser Geschwindigkeit fix, dies ändert sich er bei einer Geschwindigkeit von 10 fps. Die Videoaufnahme ist mit 1080p Aufnahmen bei 30 fps mittlerweile ein Standard Feature. Die Kamera produziert ordentliche Videos ohne sichtbares Shutterlag o.ä. Nur das Mikrofon kann nicht ganz überzeugen. Windgeräusche sind deutlich hörbar und eine Anschlussmöglichkeit für ein externes Mikrofon fehlt genauso wie ein Blitzschuh für externe Blitzgeräte. Der interne Blitz fährt weit genug aus dem Gehäuse raus und auch ein Stück nach vorne, so dass das Standardobjektiv den Blitz nicht verdeckt. Allerdings hat er nur eine Leitzahl von 5 und ist damit nicht sonderlich stark.

Fazit:
Die Nikon J3 ist eine ordentliche Systemkamera, deren Zielgruppe definitiv Einsteiger und Automatikfotographierer sein dürften. Gerade der schnelle Autofokus ist ein Alleinstellungsmerkmal der Kamera, allerdings ist der Sensor bei Nikons J Reihe kleiner als der vergleichbarer Systemkameras. Dadurch leidet die Bildqualität gerade bei schlechten Lichtverhältnissen etwas, ohne dass man die Bildqualität der Kamera als schlecht bezeichnen darf. Sie produziert gerade für normale Abzüge sehr gute Fotos und bietet aufgrund der kompakten Abmessungen und des Designs durchaus einen Hinguckfaktor. Beim weißen Modell erkauft man sich jedoch das Design mit einem Verzicht auf das Magnesium Gehäuse und muss mit Kunststoff Vorlieb nehmen, was die Wertigkeit ein wenig reduziert.
Aufgrund der nur marginalen Verbesserungen und des stark gesunkenen Preises der Vorgänger sollte man bei einer Kaufentscheidung auch diese noch in Betracht ziehen, da diese mittlerweile zum Schnäppchen geworden sind (besonders die J1). Ansonsten finden sich bei der Konkurrenz viele Modelle mit größeren Sensoren und damit auch etwas besserer Bildqualität (Bsp. Sonys NEX Serie, Samsungs NX Serie), aber auch größeren Abmessungen. Außerdem sollte man bedenken, dass Käufer, die viele Einstellungen der Bildparameter vornehmen wollen, bei dieser Kamera falsch beraten sind, für alle anderen dürfte die J3 (oder die Vorgänger) durchaus in die Auswahl aufgenommen werden, zumal die J3 einige (wenige) interessante neue Features bietet.
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V. Förster
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Ort: Rheinland

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