Kundenrezension

61 von 72 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Geschichte ist nicht fair..., 22. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vergesst Auschwitz!: Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage (Gebundene Ausgabe)
...das erkennt Henryk M. Broder am Ende seines Buchs -Vergesst Auschwitz!- sehr gut. Ist Henryk M. Broder fair? Da ist bei der Antwort Vorsicht geboten. Ich mag Henryk M. Broder, seit ich ihn(aus Publikationen und Film- und Fernsehauftritten) kenne. Der Mann ist intelligent, herrlich quer denkend und clever. In den letzten Jahren ertappte ich mich jedoch hier und da bei dem Gedanken, dass die Altersmilde um Henryk M. Broder einen weiten Bogen gemacht hat. Wenn der Journalist jemanden ins Visier nimmt, dann kann jedes Wort zur Fallgrube und jeder Satz zu einem dunklen Verlies werden. Gerade in Themenbereichen wie dem Holocaust oder Israel, ist das ein Kinderspiel. Da lauern vermintes Gebiet, Stolperstricke, Selbstschussanlagen und Heckenschützen an jeder Ecke. Ich hoffe trotzdem, eine Rezension zu Broders Buch schreiben zu können, ohne mich dabei in einem swimmingpoolgroßen Fettnäpfchen zu ersaufen.

Da ist zunächst einmal der Titel. Der ist ziemlich reißerisch. Autor und Verlag sei das erlaubt, aber der Titel weckt Erwartungen, die das Buch nicht erfüllt. Broder deckt nicht die antisemitische Grundhaltung im Nachkriegsdeutschland auf, oder zeigt einen Weg aus dem Dilemma der Nachkriegsgeborenen, die um das deutsche Schicksal nicht herum kommen können(das eigentlich auch gar nicht wollen). Vielmehr nutzt Broder seinen Text, um mit einigen, seiner Meinung nach, "ewig Gestrigen" abzurechnen. Ob das "Die Linke" ist oder der KenFM Moderator Ken Jebsen. Da ist Broder gnadenlos und oft auch tief verletzend. Für mich wurde das klar, als ich sah, dass Broder glatte 15 Seiten Email-Reaktionen auf seinen Konflikt mit Jebsen hin, in das Buch packte. Da hätten mir ein paar Auszüge gereicht, denn das jeder zweite Nerd und Schlaumeier heutzutage seine Meinung kundtun muss, war mir schon vorher klar. Broder schafft es nicht, so dämlich sich das jetzt auch anhören mag, seine Botschaft unterhaltend an den Leser zu bringen. Mir ging es zu oft um Spitzfindigkeiten in der Wortwahl oder um die Ecke gedachte Formulierungen. Broder zeigt alles auf, was falsch ist, aber er bietet leider keine Lösungsmöglichkeiten an.

Was den Konflikt zwischen Israel und der arabischen Welt angeht, hat Broder die Gut und Böse Rollen klar verteilt. Inwieweit seine Aussagen korrekt sind, kann ich nicht sagen, da mein politisches Fachwissen in diesem Bereich eher als kläglich zu bezeichnen ist. Mir fiel allerdings auf, dass Broder seinen Gegnern pauschal eine gewisse Geisteshaltung unterstellt und dabei, für meinen Geschmack, nicht klar genug zwischen Regimen, Parteien und einzelnen Menschen unterscheidet. Ein politischer Gegner, der auf die gleiche Art und Weise argumentiert, wird von Broder jedoch scharf attackiert.

Zum Abschluss kann ich nur hoffen, dass ich jetzt nicht in die Schusslinie geraten bin. Wie gesagt, ich mag Henryk M. Broder, obwohl... das ist eigentlich schon verdächtig, denn Henryk M. Broder möchte das eigentlich gar nicht. Ich werde auch weiterhin seine Fernsehauftritte genießen, seine Blogs lesen und mir den Teil seiner Arbeit heraussuchen, der mir richtig gut gefällt. -Vergesst Auschwitz- gehört dabei, finde ich jedenfalls, nicht zu seinen besten Arbeiten. Man mag von Henryk M. Broder denken was man will, ich glaube, dass Typen wie er wichtig sind. Am Ende gibt es dann noch einen Vergleich(auf die steht Henryk M. Broder gar nicht. Erhöhtes Fettnäpfchenrisiko!): Henryk M. Broder ist für mich wie James T. Kirk. Man kann ihn mögen oder auch nicht. Aber ohne ihn, würde dem Universum ganz sicher etwas fehlen...
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Kommentare

Von 2 Kunden verfolgt

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1-10 von 34 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 01.05.2012 22:15:54 GMT+02:00
Wenn es sich hierbei nicht um eine seiner besten Arbeiten handelt, verraten sie uns doch bitte welche sie am anderen, guten Ende sehen? (Bücher, Blogeinträge, Essays)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.05.2012 07:01:29 GMT+02:00
Auf der Website Achse des Guten findet man immer wieder gute Blogeinträge. -Entweder Broder - Die Deutschlandsafari-, die auf der ARD lief, fand ich ebenfalls hervorragend. Ansonsten ist Broder ein weites Feld. Ein Blick bei Wikipedia reicht aus, um zu erkennen, wie produktiv der Mann ist. Als Buch ist -Die Irren von Zion- ganz sicher lesenswert. Ein gut geschriebener "Aufreger" ist -Die Kritik der reinen Toleranz-. Wobei Broder auch da ganz klar polarisiert. Ich persönlich mag Broder am liebsten in unaufgeregter Stimmung(was nicht jedenTag vorkommt) innerhalb einer guten Talkrunde. Sein Auftritt vor kurzem bei -Roche und Böhmermann- fiel genau in diese Kategorie.

Viele Grüße

Thomas Knackstedt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.05.2012 10:30:40 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.08.2012 13:36:47 GMT+02:00
Gatekeeper meint:
Sie müssen Gluck gehabt haben, weil alles was ich von ihm gelesen habe, war nutzlos. Die Gründe werden deutlich in meinen anderen Kommentaren zu anderen Rezentionen. Seine Schriften sind voll von logischen Fehler, voll von Beleidigungen für die es keine Rechtfertigung gibt. Er verbreitet Desinformation und behauptet weiter, zum Beispiel, dass der Iran Israel von der Karte tilgen will, obwohl jeder weiss ,dass das nicht stimmt.

Er profitiert von einem Klima der Angst, die er selbst zu schaffen hilft. So, bei der letzten Buchsendung mit Denis Scheck, beginnt Denis Scheck sein Kommentar zu Grass' Gedichte mit der Behauptung, dass natürlich der Iran Israel bedrohen würde, das ist seine Versicherung, die er machen muß. Der Gegenteil ist aber wahr. Auch Lüders kann diese Position nicht bestreiten, ohne zuvor negativ über Irans Regierung (auch wenn es Gründe dafür gibt) zu sprechen. Alle haben Angst, das falsche zu sagen und denunziert zu werden.

Broder macht unkritisch Werbung für Kriege, für alle Kriege von denen Israel profitieren könnte. Er ist ein Polemiker ohne Substanz, um nicht mehr zu sagen. Sie scheinen sich blenden zu lassen von Äußerlichkeiten, wie gut er beleidigen kann, wie produktiv er sei. Was aber von dem, was er schreibt bestehen wird, interessant bleibt eine Woche nach der Veröffentlichung? Seine Büchern sind irrelevant. Sie selbst gestehen, dass Sie nichts vom Konflikt zwischen Israel und die Palästinenser wissen. Und das sind seine Anhänger, sie haben keine Ahnung von nichts. Befürchten Sie nicht, dass Sie leicht betrogen werden könnten, dass Sie sich Propaganda aussetzen, ohne die kritische Mitteln zu haben, sie zu hinterfragen? Warum sollte man einen Autor lesen und ernst nehmen, der masslos parteisch ist und den untersten intellektuellen Maßstäben nicht genügt? Warum geben Sie sich nicht die Mühe etwas anderes zu lesen und empfehlen wie die Bücher von Amira Hass, von Gideon Levy, oder Norman Finkelstein?

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.05.2012 12:42:06 GMT+02:00
Ich vermute mal, dass so, wie sie über Broder urteilen, er über sie urteilen würde. Aus diesem Grund ist jedes weitere Wort in einer Schwarz/Weiß und Gut/Böse Debatte eines zu viel. Vor allem, wenn es von einer Seite aus anonym geführt wird...

Thomas Knackstedt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 02.05.2012 14:36:36 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.08.2012 13:37:40 GMT+02:00
Gatekeeper meint:
Ich denke sie machen es sich zu leicht. Ich urteile so wie ich es tun mit guten Gründen. ich bin bereit über diese Fragen zu diskutieren. Ihre Vorgehesweise ist dagegen vollständig unverantwortlich. Broder spricht nicht über Kuchenrezepte oder über das Wetter von morgen. Er macht Werbung für Kriege, er hat Zugang zu vielen öffentlichen Fora. Er benutzt das um andere Leute beleidigend anzugreifen und zu kritisieren, um Werbung für Kriege zu machen. Jetzt sagen Sie, dass alles relativ ist, das man über nichts sprechen kann, es sei denn Sie zuerst eine Kopie von meinem Pass kriegen. Es tut mir leid. Sie, so wie alle anderen unkritischen Bewunderen und Anhänger von Broder, die Broderietten, sind nicht fähig eine rationale Diskussion zu führen. Ihr habt Angst und flieht so schnell Ihr könnt.

Wann werden Sie Amira Hass lesen?
The Gatekeeper

Veröffentlicht am 03.05.2012 01:52:20 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 03.05.2012 01:54:01 GMT+02:00
Eine hervorragende Rezension.

Es ist immer schön, eine differenzierte Meinung zu lesen. Sowohl die harten Kritiker, als auch die entgegengesetzten "Jubelperser" kommen mir häufig "verdächtig" vor: Sie wolllen auf ihre jeweils eigene Art abrechnen. Die einen mit Broder, die anderen mit Broders ideologischen Gegnern.
Um so schöner ist es, wenn die Stärken und Schwächen so anschaulich dargestellt werden, wie in dieser Rezension.
Insgesamt schließe ich mich der Einschätzung an, dass "Vergesst Auschwitz" nicht zu den stärkeren Broder-Büchern gehört. Es ist an vielen Stellen rhetorisch auch sehr schwach.
Wie Sie mag ich Broder dann, wenn er am ruhigsten stark argumentiert. Da geht mir teilweise jedes seiner Worte runter wie Öl.
Leider driftet er aber auch oft genug ab, rechnet selber undifferenziert mit seinen Gegnern ab und polemisiert, was ihn insgesamt als Publizist schwächt (schwächen kann).

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.05.2012 07:51:59 GMT+02:00
Hallo skydive,

das Lob gebe ich gern zurück. Inhaltlich ziehe ich vor ihrer Rezension des Buches den Hut. Sehr differenziert und plastisch haben sie das "Problem" mit Henryk M. Broders Argumentation auf den Punkt gebracht. Wo soll ich unterschreiben?

Viele Grüße

Thomas Knackstedt

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 03.05.2012 11:05:53 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 31.08.2012 13:38:46 GMT+02:00
Gatekeeper meint:
Das Problem ist, wie ich schon gezeigt habe, dass wenn man alle Probleme seiner ARgumentation berücksichtig, nichts übrig bleibt.

Ein Beispiel. Er schrieb einen satirischen Text wo er sagte, dass er zum Islam konvertiert sei. Ich denke es gibt viel am Islam zu kritisieren. Aber Broders Text ist einfach albern. Er schreibt, als ob man nicht genauso schreiben könnte über seine Religion und es wurde genau so schlimm aussehen. Was ist der Erkenntnisgewinn von seinem Text? Null, weil er nicht in der Lage ist, differenziert mit solchen Fragen umzugehen. Er könnte das auch nicht versuchen.

Veröffentlicht am 08.05.2012 11:55:36 GMT+02:00
Querschläger meint:
Letzter Absatz: Was habe Sie gegen "Schusslinien". In diese geraten Sie automatisch, wenn Sie die Holocaust-Lobby auch nur ansatzweise kritisch betrachten ...

"Genießen" Sie aber weiterhin den Herrn Broder, dem durchaus bewusst ist, dass wir Deutschen direkt vom Nationalsozialismus zum Nationalmasochismus übergelaufen sind ... Sie sind ein Teil dieses Mainsteams.

Veröffentlicht am 21.05.2012 21:04:52 GMT+02:00
hendryk broder hat einen vorteil auf seiner seite, er muss als publizist genau wie thilo sarrazin keine lösungen bzw. allheilmittel finden. ein buch ist immer die persönliche ansicht des schreibers. das darf man nicht vergessen. stellen sie sich vor, deutschland wäre umgeben von muslimischen ländern, und es gäbe angriffe wie gegen israel!!!

nur mal zum nachdenken
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