Kundenrezension

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zum zweiten Mal alles richtig gemacht, 10. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Sacrificium (Audio CD)
Xandria sind mir zwar nicht erst seit dem letzten Album ein Begriff, sondern schon seit "Ravenheart" (2004), liefen bei mir jedoch eher unter "ferner liefen" - einerseits konnten sie meinen Geschmack nicht so richtig treffen, andererseits war die Konkurrenz durch z.B. Epica und Nightwish einfach zu groß, als dass sie eine reelle Chance gehabt hätten. Das hat sich mit der letzten Scheibe "Neverworld's End" und dem damit einhergenden - meiner Meinung nach - radikalen Kurswechsel jedoch deutlich geändert und dieser Weg wird nun mit "Sacrificium" konsequent fortgesetzt.

Nachdem 2013 mal wieder die Sängerin gewechselt wurde (übrigens ein nerviger Trend bei vielen Metal-Bands - mir egal, ob sie ihre Sängerinnen nun geradewegs "rausschmeißen" oder man einfach "andere Wege gehen möchte"), dachte ich schon "och nö!", aber weit gefehlt! Im Gegensatz zu vielen ihrer Kollegen machen Xandria nämlich hier bereits zum zweiten Mal alles richtig, nicht zuletzt weil sie ihre Sängerin durch eine würdige, ebenfalls klassisch ausgebildete Nachfolgerin ersetzt haben, und servieren auf dem Silbertablett bzw. -ling 12 Stücke feinsten und bombastischen Symphonic Metals, gewürzt mit einer herausragenden Sopranstimme und ohne Kompromisse! Tatsächlich wäre ich wie schon bei "Neverworld's End" kaum in der Lage, Anspieltipps zu geben, weil sich das Album einfach durchgehend gut anhört und sich keinen Durchhänger erlaubt. Einzig der erste und längste Titel "Sacrificium" (eine interessante Abwechslung, den im Genre fast schon obligatorischen >10 Minuten-Titel einmal gleich an den Anfang des Albums zu stellen) sowie "Dreamkeeper" konnten noch nicht so richtig zünden, aber beide sind keineswegs schlecht und das kommt bestimmt noch nach häufigerem Anhören. Der Rest ist ein auf Hochglanz polierter und derart aufeinander abgestimmter Mix aus Bombast, Gebolze, fetten Drums, Operngesang, Orchester- und Chorparts, dass es eine reine Freude ist. Wie der Vorgänger kommt auch "Sacrificium" völlig ohne Growls und Screams aus und entzieht sich daher von vornherein dem bei anderen Bands gerne angeführten Vorwurf, das "Beauty and the beast"-Gesangskonzept zu kopieren. Trotzdem wirkt die CD in keinster Weise zu "weichgespült".

Zu der Produktion müsste sich mal jemand äußern, der tatsächlich Ahnung davon hat; ich bin kein Experte, aber für mich kommt der Sound auf der Bang & Olufsen mit der entsprechenden Lautstärke satt und sehr klar rüber. Der Sinn einer zusätzlichen Instrumental-CD erschließt sich mir nicht - zumal bei dieser Art von Musik, die eben nur *mit* der Sopranstimme wirklich perfekt wird. Daher habe ich mir nur die normale Version des Albums gekauft und für die gibt es verdiente 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung.

Zu den ständigen Vergleichen mit Nightwish muss ich sagen, dass sie in gewisser Weise legitim sind, haben Nightwish das Genre doch entscheidend vorangebracht (manche würden vielleicht sagen "erfunden"). Was m.E. nicht gerechtfertigt ist, ist daraus hier einen Plagiatsvorwurf zu drehen oder zu behaupten, die Sängerin würde zu sehr nach Tarja Turunen klingen. Sopran ist Sopran und natürlich klingen Sopranistinnen "irgendwie ähnlich", aber nicht gleich! Tatsächlich wurde ich beim Hören von "Neverworld's End" von jemandem, der Xandria nicht kannte, gefragt, ob das eine CD von Tarja sei. Bei Manuela Kraller mag ich eine gewisse Ähnlichkeit ja noch zugestehen (beide hatten übrigens ihre Gesangsausbildung in Finnland), Dianne van Giersbergen klingt jedoch für mich eindeutig anders und geht mehr in Richtung Melissa Ferlaak (ex-Visions of Atlantis). Außerdem möchte ich behaupten, dass die Songs teilweise(!) eher nach z.B. Visions of Atlantis klingen als nach Nightwish, aber stets ihre Eigenständigkeit behalten. Nur "Little Red Relish" hätte vom Songwriting her auch von Nightwish stammen können. Vielleicht liefern Xandria jetzt die Musik, die Nightwish nach 2005 gemacht hätten, wenn diese ihre hervorragende Sopranistin(!) nicht durch eine objektiv schlechtere Sängerin ersetzt und den Stil von "Once" beibehalten hätten - haben sie aber nicht, also ist es auch kein Plagiat. (Das geht jetzt übrigens nicht gegen Nightwish, ich mag auch deren neuere Alben, aber diese gehen stilistisch nun mal in eine etwas andere Richtung.)

Es wird häufig beklagt, dass es ja ach so viele "female fronted" Gothic/Symphonic Metal-Bands geben würde, die sich wenig unterscheiden und nur den Erfolg von Nightwish zu kopieren versuchen - tatsächlich gibt es aber einen großen nicht weiter erwähnenswerten Einheitsbrei und nur sehr wenige gute Bands, die dafür aber mindestens genau so hochqualitativ wie Nightwish (ob nun mit Tarja Turunen oder ohne) sind. Xandria haben spätestens mit dieser CD bewiesen, dass sie eindeutig in letztere Gruppe einzuordnen sind.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.05.2014 00:09:48 GMT+02:00
Werner Mohr meint:
Stimme dir zu 99% zu! Sehr schön beschrieben und völlig richtig!

Nur muß ich gestehen das ich Manuela und Dianne sehr schwer auseinanderhalten kann, beide sind fantastisch!
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