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Kundenrezension

43 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ein Ego-Dokument, 2. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Ego-Tunnel: Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik (Gebundene Ausgabe)
Hatte mir das Buch zum Geburtstag gewünscht - und bekommen. Habe sofort die Lektüre einer spannenden Biographie über Paul Dirac unterbrochen. Hoffnungsvoll habe ich begonnen, in diesem Buch zu lesen, in der Erwartung endlich was neues und überraschendes auf dem Grenzgebiet zwischen Hirnforschung und moderner Philosophie des Geistes zu erfahren. Vielleicht waren meine Erwartungen und Hoffnungen - auch durch nicht wenige positive Rezensionen hier bei Amazon - zu hoch gespannen. Wie auch immer, entnervt und gelangweilt habe ich in der Mitte des Buches (immerhin habe ich bis zur Seite 160 durchgehalten, dafür 2 Sterne!) aufgehört zu lesen.

Was mich besonders zunehmends gestört hat, sind die vielen unnötigen pseudo- oder semi-wissenschaftliche Begriffe und/oder Neuschöpfungen, die den Schein erwecken sollen, dass man jetzt was tiefgründiges erfahren bzw. entdeckt bzw. begriffen hat. Über Analogie-Muster geht dies alles leider nicht hinaus. Dafür brauche ich aber keine Philosophie.

Als Anfangslektüre für diejenigen, die noch gar nichts auf diesem Gebiet gelesen haben, mag es durchaus geeignet sein, über die vielen Experimente und Erklärungsversuche der Hirn- und Kognitionsforschung zu erfahren, aber "erfrischend und enorm anregend" (Antonio Damasio zitiert auf der Rückseite des Buches) ist dieses Buch trotzdem nicht, jedenfalls nicht in der ersten Hälfte. Und über die zweite Hälfte wurde hier an anderer Stelle schon die eine oder andere kritische Bemerkung gemacht. Also kann ich ruhigen Gewissens mit der spannenden Lektüre der oben erwähnten Biographie über Paul Dirac fortfahren.

P.S. (2010.08.26 als Reaktion auf einem Kommentar):

Das Leib-Seele-Problem ist eine uralte, typisch-philosophische Diskussion, der Abertausende von Publikationen gewidmet sind, aber ohne 'Beihilfe' einer empirisch-orientierten Wissenschaft wohl für immer für sich hin dümpeln wird. Insofern liegt Metzinger richtig, keine Frage. Neurologie ist so eine empirisch-orientierte Wissenschaft, die vielleicht - eines Tages - überzeugend nachweisen kann, dass das Leib-Seele-Problem ein Scheinproblem bzw. Pseudo-Problem ist, weil 'Leib' und 'Seele' bloß zwei Aspekte der gleichen Wirklichkeit sind. Mir würde interessieren zu wissen, und zu verstehen, wie diese Doppeldeutigkeit theoretisch zu erklären wäre und in einem Modell nachgeahmt werden könnte - inklusive der Entstehung dieses (falschen) Leib-Seele-Dualismus. Dazu muss man sicherlich ein tieferes Verständnis allerhand neurologische Phänomene bekommen, und da gibt es heutzutage einiges zu berichten (auch wenn's sich herausstellen würde, dass auch dies nur vorläufige Modelle sind), z.B. über das menschliche Gedächtnis (Nobelpreis für Eric Kandel) oder über sog. Spiegelneurone (siehe Google) oder über seltsame Verirrungen des menschlichen Geistes (siehe populäre Bücher von Oliver Sachs) oder über die herausragende Bedeutung der Emotionen (kontrovers diskutierte Theorie von Gerald Edelmann) oder über die Tücken der Selbstreflexivität (Maturana, oder eine Reihe von Bücher von Douglas Hofstadter) oder über die zumindest denkbare Möglichkeit der Bedeutung von Quantumphänomene für das Entstehen bzw. die Erklärung von 'Bewusstsein' (z.B. Roger Penrose). Und so weiter und so fort. Die Vorstellung, man könne das Thema mit einer einzigen philosophisch-orientierten Theorie ein vor allemal abhaken, grenzt - vorsichtig ausgedrückt - an Wunschdenken. Wahrscheinlicher ist es, dass wir ein Patchwork unterschiedlich(st)er Theorien und Modelle und Methoden brauchen um die vielen Aspekte dessen was wir Bewusstsein nennen auf die Schliche zu kommen. Und so lange wir nicht im Stande sind, konkrete Vorhersagen neuer Bewusstseinsphänomene zu machen, so lange haben wir in Wahrheit nichts verstanden, nur beschrieben und zusammengefasst was das Auge und andere Hilfsmittel uns präsentieren (was allerdings ein gewisses Bewusstsein voraussetzt, oder?)
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1-10 von 16 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 23.04.2010 11:13:02 GMT+02:00
absolut einverstanden mit den inhalt ihrer rezension. Ich habe in meine privaten bibliotek, um die 70 bücher stehen und gelesen, über das thema bewustsein. Ich bin weder ein anfänger noch ein vollständiger laie. Ich konnte das buch von Herrn Metzinger nicht weiter als die seite 80 lesen,da ich von seine "egotunnel theorie" nichts aber nichts verstanden habe. Das ganze buch ist eine aufreihung von "unnotige pseudo-oder semiwissenschaftliche begriffe und/oder neuschöpfungen"(wunderbar ausgedrückt von rezensenden) die einen nicht weiterbringen. Ich habe alle großen philosophen der weltgeschicht und der modernen gelesen ,aber so ein durcheinander von nicht nachvollziebaren vorgänge die angeblich im menschlichen gehirn ablaufen und mit ein bewustsein ,das nicht mit das selbst verbunden ist, da das selbst ein konstruckt ist(gegensatz), habe ich noch nicht erlebt. Ein paar beispiele, seite 74;"Der dynamische Filter der phänominalen Transparenz.......", seite 75 "Bewustsein ohne naiven Realismus existiert tatsächlich"
oder, auch seite 75; "Es tritt immer dann auf,wenn wir uns mit Hilfe anderer höherstufiger Repräsentationen des Konstruktionsvorganges selbstbewust werden- also all der Doppeldeutigkeit und der dynamischen Vorstufe ,die dem stabilen Zustand vorangehen" Kann man da verstehen was Herr Metzinger meint? Ich verstehe es nicht, zwar bin ich mit philosophische begriffe gewohnt. Das ganze buch ist mit derartige "Neuschöpfungen"(guter begriff des rezensenten)voll gepfercht. Wie soll dieses buch ein "normal ottoverbraucher" verstehen? Ich war von dem buch so "erfrischt" ,dass ich es bei seite 80 zugeklappt habe ,mein(angeblich inexistentes) bewustsein untern arm genommen habe und eine kabrio autofahrt machte, um mein getunneltes gehirn aus zu lüften.
Ich bin 73 Jahre alt.

Veröffentlicht am 30.04.2010 13:01:58 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 30.04.2010 13:04:02 GMT+02:00
log.o meint:
Zwar habe ich noch nicht dieses Buch, allerdings verschiedene Aufsätze von Metzinger gelesen und - zugegeben - einige Anstrengung für die etwas spezielle Terminologie aufwenden müssen. Diese Mühe halte ich allerdings für überaus lohnend. Daher hätte es mich wirklich mal interessiert, welche Empfehlungen Sie, der Sie Ihren Horizont ja offensichtlich weit über dieser "Anfangslektüre" verorten, in Petto haben. Vielleicht mit der Überraschung, auch mal was Substanzielles, nicht nur Formales zu erfahren. (?)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 26.08.2010 12:34:42 GMT+02:00
Koyaanisqatsi meint:
Kommt ganz drauf an, für was Sie sich (besonders) interessieren. Das Leib-Seele-Problem ist eine uralte, typisch-philosophische Diskussion, der Abertausende von Publikationen gewidmet sind, aber ohne 'Beihilfe' einer empirisch-orientierten Wissenschaft wohl für immer für sich hin dümpeln wird. Insofern liegt Metzinger richtig, keine Frage. Neurologie ist so eine empirisch-orientierte Wissenschaft, die vielleicht - eines Tages - überzeugend nachweisen kann, dass das Leib-Seele-Problem ein Scheinproblem bzw. Pseudo-Problem ist, weil 'Leib' und 'Seele' bloß zwei Aspekte der gleichen Wirklichkeit sind. Mir würde interessieren zu wissen, und zu verstehen, wie diese Doppeldeutigkeit theoretisch zu erklären wäre und in einem Modell nachgeahmt werden könnte - inklusive der Entstehung dieses (falschen) Leib-Seele-Dualismus. Dazu muss man sicherlich ein tieferes Verständnis allerhand neurologische Phänomene bekommen, und da gibt es heutzutage einiges zu berichten (auch wenn's sich herausstellen würde, dass auch dies nur vorläufige Modelle sind), z.B. über das menschliche Gedächtnis (Nobelpreis für Eric Kandel) oder über sog. Spiegelneurone (siehe Google) oder über seltsame Verirrungen des menschlichen Geistes (siehe populäre Bücher von Oliver Sachs) oder über die herausragende Bedeutung der Emotionen (kontrovers diskutierte Theorie von Gerald Edelmann) oder über die Tücken der Selbstreflexivität (Maturana, oder eine Reihe von Bücher von Douglas Hofstadter) oder über die zumindest denkbare Möglichkeit der Bedeutung von Quantumphänomene für das Entstehen bzw. die Erklärung von 'Bewusstsein' (z.B. Roger Penrose). Und so weiter und so fort. Die Vorstellung, man könne das Thema mit einer einzigen philosophisch-orientierten Theorie ein vor allemal abhaken, grenzt - vorsichtig ausgedrückt - an Wunschdenken. Wahrscheinlicher ist es, dass wir ein Patchwork unterschiedlich(st)er Theorien und Modelle und Methoden brauchen um die vielen Aspekte dessen was wir Bewusstsein nennen auf die Schliche zu kommen. Und so lange wir nicht im Stande sind, konkrete Vorhersagen neuer Bewusstseinsphänomene zu machen, so lange haben wir in Wahrheit nichts verstanden, nur beschrieben und zusammengefasst was das Auge und andere Hilfsmittel uns präsentieren (was allerdings ein gewisses Bewusstsein voraussetzt, oder?)

Veröffentlicht am 27.08.2010 01:29:32 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.08.2010 03:36:10 GMT+02:00
log.o meint:
Anscheinend sind Ihnen mittlerweile doch noch leichte Bedenken hinsichtlich der Arbeiten Metzingers gekommen .(?) Ihre schnelle Aburteilung klingt hinsichtlich der hier nachgeschobenen Erläuterungen nur leider immer noch nicht wirklich überzeugend, während Ihnen ja durchaus konzidiert werden soll, dass Sie sich da einen ganz respektablen Horizont geschaffen haben. Natürlich spielt das Leib-Seele-Problem heute noch eine Riesenrolle, schließlich ist das Wiedererstarken des Jenseitswahns (egal welcher konfessionellen Verblendung) und die OBE-Begeisterung nicht zu leugnen. Aber über Dualismus, Spiegelneurone und die vielfach unterschätzte Emotionalität muss hier doch nichts erörtert werden, oder wie? Nur, dass etwa die These: "Es gibt kein ICH!", maßgeblicher Teil aktueller Diskussion, schon längst Ihren aufgefürten Quellen entspringen soll, erschließt sich mir jedenfalls nicht. Die respektablen Popper u. Eccles dürfen ja längst in Frieden ruhen, geschenkt! Nur entsteht das aktuelle Erkenntnismaterial heute weniger aus den Geisteswissenschaften, sondern maßgeblich in den OPs der Neurochirurgie, namentlich durch die sattsam bekannte Riege der (zur Lektüre zu empfehlenden) Hirnforscher, deren Ergebnisse sich Metzinger zu Nutze und mit ihrer philosophischen Einbindung imho in der Fachwelt einen überaus respektierten Namen gemacht hat. Dabei ist er - selbstverständlich!! - noch längst nicht in der Lage, die deskriptive Erfassbarkeit der Erste-Person-Perspektive überhaupt vorherzusehen. Dass aber die Wegbeschreibungen dorthin überaus spannend und nicht zuletzt irritierend und erhellend sind, haben Sie jedenfalls nicht entkräften können, sorry.

Im übrigen habe ich mittlerweile einige Auszüge gelesen und hinsichtlich der Terminologie feststellen können, dass diese, verglichen mit früheren Texten durchaus lesbar und verständlich ist. Wen das überfordert, der kann sich ja - pardon - in seichte Buchten, wie z.B. solche von R.D. Precht zurückziehen... (Josef Peter?)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.08.2010 10:04:22 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.08.2010 10:53:57 GMT+02:00
Koyaanisqatsi meint:
Vielen Dank für die schnelle Reaktion! Wir reden an aneinander vorbei. Nein, es sind mir keine Bedenken gekommen, wenn Sie damit meinten, dass ich nun positiver über das Buch als solche urteilen würde (geht auch wohl nicht mehr seit ich das Buch weiterverkauft habe).

Um es klar zu stellen (und weitere Missverständnisse zu vermeiden): weder habe ich behaupten wollen, dass die von Herrn Metzinger verfolgten Studien (an denen er teilweise selber mitgearbeitet hat, wie Sie wissen) kompletter Unsinn seien, noch dass die zentrale These 'Es gibt kein ICH' nicht der empirischen Forschung Wert sei, oder sonstwas abwegiges. Im Gegenteil!

Wenn diese These mittels neurophysiologischen, neurochirurgischen und anderen empirischen oder experimentellen Methoden erhellt und erhärtet und vielleicht sogar 'bewiesen' werden könnte, wäre das z.B. ein heftiger Schlag für die kognitive Psychologie und gegen viele psychologisierende Therapien (Sie wissen welche ich meine, und Sie wissen wahrscheinlich auch, dass die sich davon nicht beirren lassen werden ~ zu viel steht auf dem Spiel). Dennoch ~ so ist meine Vermutung ~ wird der Begriff 'ICH' nicht so schnell aus unserem alltäglichen Vokabular und Denken verschwinden, was auch wiederum nichts neues oder schlimmes ist (die Physiker müssen ja auch damit leben, dass die Laienvorstellung der Welt mit ihren theoretischen Modellen wenig zu tun hat).

Nein, es ging mir in meiner Rezension nur darum, die Lesbarkeit des Buches, das laut Ankündigung und selbstgestecktes Ziel des Autor für's breite Publikum gedacht war, anzuprangern. Das hat er offensichtlich nicht geschafft, wie Sie auch selbst am Ende Ihrer Reaktion - möglicherweise ungewollt - zugeben. D'accord: wenn Ihnen solch (m)eine Reaktion zu 'schmall' oder zu 'formal' ist, soll man entweder Farbe bekennen (warum ist man mit dem Autor überhaupt nicht einverstanden, was gefällt einem punktuell überhaupt nicht) oder dem geneigten Leser der Rezension Alternative vorschlagen. Mit dem ersteren sollte man in einer Amazon-Rezension vorsichtig sein (nicht das geeignete Medium), mit dem zweiten kann ich mich durchaus anfreunden ~ und habe das versucht (kenne jedoch keine adäquate Alternative zu dieser Ego-Tunnel-Geschichte - vielleicht helfen Sie mir da weiter? Vielleicht doch der Neurophilosoph-Kriminalist Northoff ?).

Zugegeben: Die Popularisierung wissenschaftlicher Ergebnissen ist immer eine Gratwanderung zwischen Exaktheit, Vollständigkeit, Verständlichkeit und ... Lesbarkeit für ein breites Publikum. Auf jeden Fall sollte es Appetit auf mehr machen, aber dann bitte auf das richtige Futter. Ich fürchte, das Buch verführt dazu, einige Kenntnisse aus der Neuro-Wissenschaften als bare Münze aufzugreifen, und dann zum Alltag das 'freien Assoziieren und Philosophieren' zurückzukehren (siehe einige Rezensionen). Dann hat das Buch erst Recht sein Ziel verfehlt!

IMHO

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.08.2010 11:48:47 GMT+02:00
Zuletzt vom Autor geändert am 27.08.2010 11:55:54 GMT+02:00
log.o meint:
Na gut, lassen wir's halt so stehen. Metzinger habe ich bisher einmal während eines Vortrags (natürlich über seine Kognitionsforschungen) erlebt und als sehr klar und erhellend empfunden. (Übrigens ist er auf english, siehe Vortrag in USA auf utube, besonders leicht zu verstehen.) Dass die Thematik hoch komplex und daher nicht massenkompatibel ist muss ja wohl nicht explizit betont werden. Dass Metzinger sie aber einigermaßen zugänglich macht, halte ich eben für eine sehr respektable Leistung, auch wenn nicht jeder mit seinem Stil einverstanden sein mag, daher mein Einwurf.

Aber natürlich steht er damit gegen eine massive Front wertekoservativer Kritiker, die die Erschütterungen ihres Weltbilds nicht hinnehmen wollen/können. Wenn dann auch noch der vieldiskutierte freie Wille zur Disposition steht, gerät möglicherweise auch noch die gesellschaftliche Ornung in Gefahr, siehe u.a. Justiz, Klerus usw. usf. Insofern kann ich Ihre Stellungnahme respektieren, in ihrer Logik nur nicht ganz nachvollziehen, zumal darin eben keine tatsächlichen Alternativen oder vergleichbare Publikationen zu den im Ego-Tunnel beschriebenen Thesen und Konsequenzen zu finden sind, insbesondere aber keine, mit denen eine Abwertung Metzingers zu rechtfertigen wäre.

Fazit: Es geht nicht darum, Ihre Einstellung zum Buch infrage zu stellen, sondern die hierzu angeführten Argumente zu dessen Abwertung. Aber nach allem was Sie hier argumentieren halte ich Ihr Wiedersehen mit Metzinger für nicht gerade unwahrscheinlich...

Gruß

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 27.08.2010 19:13:36 GMT+02:00
Koyaanisqatsi meint:
Einverstanden. Worüber ich mich jetzt schon freuen würde ...

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2010 10:36:04 GMT+02:00
Das Buch mag interessant sein, jedoch schafft es in der Kernfrage kein Wissen. Wieso? Weil dies einfach unmöglich ist. Ich finde es zudem bedenklich, wenn sich Philosophen auf extreme Positionen versteifen. Etwas mehr Dialektik bitte!

Naja, insgesamt ist das Buch alter Wein in neuen Schläuchen und die Experimente zeigen *nur*, dass Materie von ebenso großer Bedeutung ist wie Geist. Nicht mehr, nicht weniger.

Grüße

Ein Aristoteliker :-)

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 30.10.2010 14:32:54 GMT+02:00
Koyaanisqatsi meint:
Erlauben Sie mir diese kleine Scherzfrage: War Aristoteles ein Dialektiker avant la lettre? Im Übrigen bringe ich Dialektik eher mit Plato in Verbindung, stimmt's? Interessanter finde ich Ihre Behauptung, dass 'dies einfach unmöglich ist', denn wenn das stimmt, gibt es bestimmt auch eine einfache Erklärung oder Begründung (für diese Unmöglichkeit), sei es eine logische oder eine empirische, und vielleicht hilft diese uns in der Diskussion weiter. Allerdings glaube ich kaum, dass sich Befürworter solcher Philosophien von solchen Unmöglichkeitsthesen abschrecken lassen werden, siehe die weltweite Kontroverse, Aufregung und Empörung um Autoren wie Richard Dawkins in der Frage, ob es denn überhaupt ein Gott gibt bzw. geben kann. Oder ist für Sie dieser Vergleich zu abwegig, weil besagter Autor sicherlich eine 'extreme Position' zu besagter Frage einnimmt?

Gruß

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 16.11.2010 10:52:15 GMT+01:00
Andre Wagner meint:
Wer zu diesem Thema mal einen "richtigen" Philosophen studieren möchte, der kann sich an das Gesamtwerk Ernst Cassirers heranwagen. Und wer dies macht, wird erkennen, dass ein Metzinger nichts Neues vorzuweisen hat und sogar noch weit hinter das Abstraktionsniveau von Philosophen wie Cassirer zurückfällt, was allerdings in der Philosophie nicht ungewöhnlich ist.

"Neurologie ist so eine empirisch-orientierte Wissenschaft, die vielleicht - eines Tages - überzeugend nachweisen kann, dass das Leib-Seele-Problem ein Scheinproblem bzw. Pseudo-Problem ist..."

Das ist logisch nicht möglich, da es in der Neurologie sehr vereinfacht gesagt niemals um etwas anders als um verschiedene Zellen und deren Organisation / Interaktionen gehen wird. Ein Begriff wie "Seele" oder auch "Bewusstsein" ist dort ebenso fehl am Platz, wie Empfindungen in der Physik.
Wenn also ein Metzinger sagt, es gibt kein "Ich"... dann hat es in etwa den gleichen Wert wie die Aussage, die ein Physiker treffen könnte: Es gibt "in Wirklichkeit" kein Licht, keine Wärme, keinen Schmerz, keine Musik und so weiter.
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