Kundenrezension

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Küche in Zitaten, 23. Juni 2008
Rezension bezieht sich auf: Kulturgeschichte der deutschen Küche (Gebundene Ausgabe)
Kultur und deutsche Küche, ja geht denn das zusammen? Blicken wir nicht immer schnell über die Alpen oder zumindest in das Land jenseits des Rheins, wenn wir unseren Gästen etwas wirklich gutes servieren wollen? Haben wir nicht viel mehr Spaß, etwas über das Kochen in Asien oder vielleicht Mexiko zu lernen, als sich mit den regionalen Klassikern wie den Königsberger Klöpsen zu beschäftigen? Deutsche Küche, so meint man zu wissen, das besteht doch nur daraus, das älteste Schwein des Hofes so lange in einem Bottich weich zu kochen, bis es genießbar geworden ist.

Das vorliegende Buch eines Autors mit dem spannenden Namen Peter Peter beschreibt die Entwicklung der einheimischen Küche weit dynamischer. Immer schon haben fremde Einflüsse eine Rolle gespielt. Erst mit den Römern betraten die Germanen die historische Bühne, und schon haben die Germanen diesen ihre Rezepte geklaut. Und immer schon wurden Lebensmittel aus der Ferne eingeführt. Auch im Mittelalter und in der Renaissance hat man sich also beim Kochen Mühe gegeben. Leider spielte aber auch immer wieder das Thema Gesundheit eine Rolle und - noch schlimmer - das Thema Religion. Und dann gab es in der frühen Neuzeit ein protestantisches Ethos, was den Genuss zumindest für uns Nordlichter plötzlich schwierig machte. Und dann kamen Kriegszeiten und Wirtschaftswunder, wechselnde Moden und politische Systeme. Und immer haben diese einen Einfluss auf das Essen gehabt.

Peter Peter begleitet diese Entwicklungen in einem Kapitel pro Epoche. Im Wesentlichen zitiert er dazu zeitgenössische Quellen, so oft, dass es dem Leser auch schon mal zu viel werden kann, vor so vielen Fragementen aus Kochbüchern, Traktaten, Romanen, Gedichten, Gesängen, Tagebüchern, Gesetzen und anderen Textsammlungen. Auf der anderen Seite: Spannend ist das schon. Und man erhält so auch einen Überlick über das, was man heute vielleicht nicht mehr so genau wissen kann. Dazu gibt es dann auch noch zeitgenössische Rezepte (oft allerdings ohne Maße, Zeit- und Gewichtsangaben). Ergänzt wird das dann noch durch epochenübergreifende Kapitel zu Sonderthemen wie Bier, Wurst und Brot.

Insgesamt ein informatives und unterhaltsames Buch, welches durchaus den Appetit des Leser anregen kann.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 12.09.2008 22:21:56 GMT+02:00
Apicula meint:
Lieber Niclas, ich war auf den ersten Blick verliebt in das Buch, als ich es im Buchladen in Händen hielt, aber beim Lesen stellen sich mir die Nackenhaare auf. Jetzt hab ich mich erinnert, dass Du (der gute Dr. Fuchs ja auch) das Buch so positiv besprochen hast. - Andererseits erwähnst Du ja auch " Im Wesentlichen zitiert er dazu zeitgenössische Quellen, so oft, dass es dem Leser auch schon mal zu viel werden kann, vor so vielen Fragementen aus Kochbüchern, Traktaten, Romanen, Gedichten, Gesängen, Tagebüchern, Gesetzen und anderen Textsammlungen. " - Das ist es woran ich mich störe. Die abgehbobene Sprache im Stil einer drögen Doktorarbeit die mit 1000 Fakten gespickt ist ... wirkt nicht gerade anspornend. --- Für mich ist das Buch erst einmal ein Ärgernis, das mich knapp 20 Euro gekostet hat. ;((
Dabei habe ich mich so drauf gefreut. *seufz*

Ich glaub ich muss dem Ding in ein paar Wochen eine neue Chance geben. Einstweilen empfehl' ich mich! ;-)
Sabine

Antwort auf einen früheren Beitrag vom 13.09.2008 05:41:42 GMT+02:00
Hi Sabine,

es ist das Buch eines Sammlers. Würde man das Schreiben von Büchern als eine Fleißaufgabe sehen, wären auch fünf Sterne angemessen. Und ja, solche Bücher entstehen, wenn man zu lange eines Geisteswissenschaft an der Uni studiert hat.

Auf der anderen Seite, auch das kann seine Berechtigung haben. Ich bin ja selbst manchmal etwas kopflastig, liebe Detailinformationen, die auch mal unnötig sein dürfen, habe eine Neigung zu Sprachblüten, und so kann ich nicht sagen, dass ich mich beim Lesen gelangweilt oder geärgert habe. Vielleicht habe ich ja auch zu viel Zeit an der Uni verbracht.

Niclas
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