Kundenrezension

45 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider leider..., 28. August 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Verdi (Audio CD)
Eigentlich gefällt mir die Stimme der Netrebko und ich orden sie unter den derzeit aktiven ziemlich hoch oben ein. Denn auch ohne Marketing ist die Stimme nicht schlecht. Ich habe mich also auf das Debut im Spinto-Fach gefreut. Doch leider ist das hier ziemlich enttäuschend. Vor allem die Studio Aufnahme macht ihre (technischen) Probleme noch bemerkbarer als sie es wahrscheinlich live sind.
Es gibt Sängerinnen, wie z.B. die Gheorghiu, die (bewusst) Studioaufnahmen mancher Werke machen, die sie sich auf der Bühne nicht (zu)trauen, doch das Ergebnis ist im Vergleich ein völlig anderes (Gheorghius Verdi CD kann wirklich mit den grossen der Geschichte mithalten).
Doch nun zu den einzelnen Titeln:
1. Macbeth: Das gesprochene Italienisch ist blamabel schlecht (mit Russen-Akzent), oft liegt sie bei den höheren Tönen zu tief, die Koloraturen stimmen grösstenteils überhaupt nicht. Frau Guleghina wurde stark kritisiert für ihr Lady Macbeth aufgrund etwas hölzerner Koloraturen und manchmal zu tief angelegter Töne, doch das hier ist noch viel schlechter. Die Mittellage ist gerade noch ok, die tiefe schwach. Zumindest ist sie um die Interpretation bemüht. Am besten gelingt die Nachtwandelszene (mit einem flackerndem hohen D).
2. Giovanna: Leider kenne ich diese Oper kaum, jedoch dürfte sie unter dieser Auswahl das beste sein, was hier angeboten wird.
3. Vespri siciliani: Der Bolero ist wohl der Tiefpunkt der CD. Die Koloraturen einfach schlecht (obwohl ie es diesmal sogar geschafft hat, ein paar Triller einzulegen). Das kurzatmige Luftschnappen nervt. Aber ganz schlimm sind die letzten 20 Sekunden - da läuft fast alles schief was schief laufen kann... Erinnert an eine total misslungene Vorstellung der Fleming (auf youtube unter "poor Renee" zu hören). Man höre hier im Vergleich wieder die Gheorghiu auf der Verdi Cd.
4. Don Carlo: passt zur Stimme perfekt, doch diesmal ist es Langweile pur. Auch hier hat sie von ihrem angeblichen Vorbild Mirella Freni wenig vorzuweisen.
5. Trovatore: das sang sie schon mal live bei einem Konzert und da war sie weitaus besser. "D' amor sull..." ist verwackelt, die Piano-Spitzentöne flackern, Kurzatmigkeit macht sich wieder bemerkbar. Am Ende Koloraturen, die da so nicht hingehören. Das Miserere ok, die Cabaletta zeigt wieder die grausam schlechten Koloraturen.
Entweder schmeichelt das Mikro nicht oder die Stimme ist verbraucht. Schön (und vor allem technisch richtig) ist das alles nicht.
Aber die meisten kaufen die CD trotzdem da Netrebko draufsteht. Soweit ich gesehen habe ist die CD Nr.1 der Österr. Albumcharts. Das zeigt auch wie viel Leute von Oper verstehen denn eine andere Aufnahme von einem anderen Künstler hätte dies nie geschafft.
Letztendlich wundere ich mich das Frau Netrebko dies hat veröffentlichen lassen und das die Plattengesellschaft so etwas vermarktet. Es sieht alle wie ein grosses Geschäftsmodell aus, immer neue und immer mehr Rollen, denn Rollen von vor 2-3 Jahren kann/will sie nicht mehr singen.
Schade um eine wirklich gute Künstlerin unserer Zeit.
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1-2 von 2 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 15.09.2013 23:40:26 GMT+02:00
Der Wanderer meint:
Danke für die detaillierte Rezension. Der selbsternannte oder wie auch immer gekrönte "Stimmpapst" Kesting lobt in der Septemberausgabe der Opernwelt die CD über alle Maßen - sponsert bei DG? Da folge ich lieber ihrer Beschreibung. Und nach Anja Harteros Elisabetta (München im Juli 2013 erlebt, Salzburg 2013) ist die schöne Anna eh keine Wahl für diese Rolle. Und eine Lady Macbeth wird sie wohl auch nimmer.

Veröffentlicht am 05.08.2014 21:32:02 GMT+02:00
Danke für ihre Rezension, Sie sprechen mir aus der Seele. Ich habe die CD heute gekauft und war entsetzt. Das grenzt schon fast an Ruf(selbst)mord - ich bin sprachlos wie man so etwas veröffentlichen kann.
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