Kundenrezension

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gemischte Gefühle bei einer guten Trilogie, 13. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Prince of Persia Trilogy 3D [Classics HD] (Videospiel)
Kurz zu mir: Ich habe alle drei Spiele sowohl am PC als auch an der PS3 durchgespielt. T2T sogar nahezu parallel (ein Abschnitt PC, danach sofort den Abschnitt an der PS3). Deshalb kann ich gut auf die Unterschiede eingehen. Zu den Spielen ansich, für Prince of Persia-Neulinge, weiter runter scrollen.

Ich konnte mich nicht auf eine Version festlegen, weshalb ich alle Spiele zweimal gespielt habe. Erst PC, dann PS3. Denn es gibt Sachen, die macht die PC-Version besser oder "anders". Und es gibt Dinge, die gefallen mir in der PS3 ganz gut.

Fangen wir mit dem GAMEPLAY an. Das ist nahezu identisch mit der PC-Version. Allerdings ist die The Two Thrones-Version dieser Trilogie UNCUT. Genau. Sandmonster, und nur diese, lassen sich in gewohnter Warrior Within-Manier zerteilen. Auf der EU-PC-Version gibt es keine solche Effekte. Die Monster fliegen einfach um. Gerade wer kurz zuvor Warrior Within gespielt hat, wird über das Treffer-Feedback etwas verwundert sein, wenn der Prinz die gleiche Animation wie im Vorgänger durchführt und die Schwerter am Hals des Monsters zusammenführt und dieses einfach umkippt. Auf der PS3-Version findet das glücklicherweise nach wie vor statt. Außerdem werden die Controller am PC nicht zu 100% unterstützt, weshalb es dort KEINE Vibrationsfunktion gibt. Diese ist auf der PS3-Version zwar minimal, aber jegliches zusätzliche Feedback ist sehr angenehm. Springt der Held und landet er, blockt er oder wird getroffen, meldet sich der Controller genau das zurück. Ein leichter aber wirklich angenehmer Effekt. Auf dem PC kann es dann einem vorkommen, als "fehle etwas". Auch hier geht wieder Feedback verloren.

Kommen wir zum SOUND. Dieser ist in der HD-Auflage ziemlich schlecht abgemischt. Zwar nicht durchgehend aber oft klingt dieser blechernd und mit einem DEUTLICHEM Hall-Effekt. Ansonsten sind alle Effekte vorhanden, Soundaussetzer (z.B. bei Warrior Within) sind bekannte Spiele-Bugs, die sich vor allem auch in der PC-Version wiederfinden. Hier kann man höchstens ankreiden, dass sich Ubisoft nicht die Mühe gemacht hat alle Glitches und Bugs seit Release auszubügeln (vor allem Warrior Within hat davon einige, zwar keine Game-Breaking Bugs, aber manchmal trotzdem von der nervigen Sorte).

Die GRAFIK bietet wohl die deutlichsten Unterschiede. Auf der PS3 sind die Texturen leicht höher aufgelöster und damit schärfer, daran lässt sich an der PC-Version leider auch nichts ändern. Selbst bei Auflösungen bis zu 1620p, die ich erfolgreich ausprobieren konnte. Dank Downsampling und einer Modifikation namens "SweetFX" lässt sich das Bild leicht schärfen. Allerdings ist damit kein natives Anti-Aliasing wie Multisampling oder Supersampling möglich, was das Bild dann also nicht ganz so ruhig erscheinen lässt. Es ist eben ein Kompromiss. Auf der PS3 haben wir eine native Auflösung von 1280x720p und eine leichte Anti-Aliasing-Methode, die die Kanten weicher macht und damit die Treppenbildung verhindert. Dadurch geht die Schärfe an den Kanten minimal verloren. Texturen usowie Shader werden von dieser Methode allerdings NICHT erfasst (das kann auch das klassische MSAA am PC nicht, dass ist nur dem SSAA vorbehalten), weshalb es hin und wieder, gerade bei langsamen Kamera-Bewegungen ein leichtes Texturenflimmern ensteht. Nicht stark, aber trotzdem noch sichtbar. Immerhin ist die PS3 in der Lage, das Spiel mit konstanten 60 Bildern pro Sekunde darzustellen, was doch für ein deutlich flüssigeres und ruhigeres Bild sorgt als bei den meisten PS3-Spielen. Verschwunden ist bei der PS3 ebenfalls der leichte Hitzeschleier, der das Bild auf dem PC in einem leichtem rot-gelb-Schleier tauchte. Die übertriebenen Bloom-Effekte der PC sind ebenfalls verschwunden. Dafür aber nahezu komplett! Wo vorher am PC Licht in einem grellen Kegel durch ein Fenster scheinte, können wir nun durch das Fenster hindurch sehen. Hier wurde von ein Extrem in ein anderes gegangen. Kein guter Kompromis. Gar keiner, sozusagen. Dieser Beschneidung fielen auch die Tätowierungen des Prinzen zum Opfer. Diese sind beim dunklen Prinzen komplett weiß gehalten und NICHT in den Sandfarben. Die Tätowierungen seines guten Alter Egos sind hingegen von anfang leuchtend sichtbar, obwohl diese in der PC-Version erst mit Zunahme der Maximal-Energie zunehmend erscheinen. Das sieht zwar auch nicht schlecht aus, Original-Puristen werden hier aber berechtigt die Nase rümpfen. Die eigentlichen Meshes bzw. Modelle und deren Polygon-Anzahl sind NICHT betroffen. Diese erfuhren kein Updapte. Personen und Objekte sind genauso kantig und grob dargestellt wie auf dem PC. Dagegen kann man leider nichts gegen machen, auch nicht auf dem PC. Architektur und Landschaften sehen in der PS3-Version durch leichte Farbkorrekturen etwas räumlicher aus, Kontrastübergänge sind weicher, so dass Objekte nicht so stark aus der Umgebung hervorheben (vielleicht ansatzweise zu vergleichen mit SSAO/HBAO; dieses Feature gibt es aber natürlich nicht in PoP). Dafür wirken die Gesichter in der PC-Version weicher, organischer.

Einen großen Unterschied beim Aussehen des Prinzen gibt es in Warrior Within. Auf der PS3 ist dieses deutlich höher aufgelöst und auch von den Polygonen her überarbeitet. Auf der PC-Version ist das Gesicht weicher. Es gehen Details verloren, dafür wirkt es organischer und weniger künstlich. Hier also reine Geschmackssache.

Kurz zusammengefasst kann man also sagen: Die PS3 bietet insgesamt ein etwas besseres Gameplay-Vergnügen aufgrund des 100 prozentigen Controller-Support und Vibrationsfunktion. Die Texturen sind einen Tick knackiger, der Farbschleicher verschwunden, damit aber auch einige nette Bloom-Effekte. Der Sound ist merkbar schlechter. Die T2T-Version der PS3 ist ungeschnitten. Sie läuft mit 60 FPS, dafür nur mit 1280 x 720 Pixel-Abmessungen. Die PC-Version lässt diverese treiber-seitige Grafikeinstellungen wie Anti-Aliasing zu, was das Bild deutlich ruhiger und angenehmer erscheinen lässt, die Gesichter wirken etwas organischer, der Sound ist je nach Soundkarte und Ausgabegerät einfach super. Die Speicher- und Ladezeiten kürzer. Und vor allem lässt die PC-Version die Grafik in 1080p oder gar 1620p rendern (von mir getestet). Allerdings haben die ersten beiden Teile KEINEN nativen Widescreen-Support und müssen extra gepatcht werden. Dank SweetFX sind allerdings umfangreiche Änderungen an der Darstellung möglich. So lässt sich auch der Farbschleier entfernen. Das erfordert jedoch Einarbeitunszeit.

Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich die Texturschärfe und Farben der PS3-Version verwenden, den Sound und die Gesichter der PC-Version, das ganze auf 1080p mit 60 FPS rendern und mit Vibrationsunterstützung spielen. So sind jedoch beide Version nur Kompromisse und DIE perfekte Version gibt es nicht.

Also kaufen oder nicht? Schwierig! Wer es bisher noch nicht hat und lieber auf der Konsole spielt: unbedingt! Wer die PC-Version hat: nur als Fan. Es gibt keinen echten Mehrwert (außer vielleicht die 3D-Funktion, die ich nicht testen konnte). Wer die alten PS2-Versionen besitzt sollte schon zugreifen, da die Grafik hier doch eine DEUTLICHE Aufwertung erhält. Wer sich als Neuling überlegt, ob er die PC- oder PS3-Version holt hat es am schwierigsten. Legt man Wert auf Cut/Uncut (hier von ist eh nur Teil 3 betroffen)? Legt man Wert auf Widescreen-Support und/oder möchte man an diversen PC-Einstellungen rumschrauben? Ich kann es nicht beantworten, ich hadere selbst mit mir, weshalb ich alle Versionen gespielt habe.

Jetzt noch kurz zu den Spielen ansich, für ausführliche Rezensionen einfach entsprechende Spiele aufrufen oder Googeln.

The Sands of Time: Großartig erzählt, der Prinz tritt hier als tatsächlicher Sprecher auf und am Ende offenbart sich auch warum. Sehr clever gemacht. Die Interaktion mit Farah ist auch nett und unterhält auch zwischen den Kämpfen und Kletter-Partien. Die Kämpfe werden jedoch schnell eintönig aufgrund mangelnder Kombinationen. Erst recht, wenn man Warrior Within erkennt. Dafür sind die Animationen auch heute noch schön anzuschauen. Die Musik ist auch erste klasse, orientalisch mit leichten bis mäßigen Rock-Einflüssen.

Warrior Within: Szenario-bedingt extremes Level-Recycling. Wird jedoch trotzdem nicht langweilig und es erscheinen immer neue Wege auf clevere Art und Weise. Erzählerisch nicht so gut wie SoT und vom Art-Design her ein sehr krasser Bruch. Ist Geschmackssache, mir gefällt es. Der Sound wurde verschärft richtung Rock geschoben, die orientalischen Einflüsse gehen jedoch noch komplett verloren. Insgesamt weniger märchenhafter als SoT. Dafür sehr clever: Durch die Zeitreisen sieht sich der Prinz tatsächlich selbst! Das Kampfsystem wurde DEUTLICH verbessert und lässt dem Prinzen alle möglichen Kampf-Kombinationen anwenden.

The Two Thrones: Erzählerisch wieder nah an SoT. Dieses Mal ist Kaileena der Erzähler und nicht der Prinz. Die Autoren schreiben hier aber nicht so gut wie in SoT. Vielleicht liegt es auch an der Übersetzung. Aber insgesamt qualitativ etwas unter SoT. Es ist befremdlich, wenn eine dritte Person über die Gefühle des Prinzen redet, anstatt dieser sie zeigt oder selbst erzählt. Stellenweise kommt auch etwas Humor und der Sarkasmus des Prinzen zurück, dass deutlich an SoT erinnert. Das fehlte in Warrior Within komplett. Das liegt zum größten Teil an der Interaktion mit den Charakteren, denn in T2T gibt es ein für den Spieler schönes Wiedersehen. Die Level-Architektur ist umso beeindruckend. Die war zwar auch in den Vorgängern abwechslungsreich, aber subtiler. In T2T fangen wir in einem chaotischen Babylon an, kämpfen und klettern durch Straßen, über Dächer und kommen später in düstere Tempel, Gemäuer, Gärten und Katakomben. Das Kampfsystem wurde im Vergleich zu Warrior Within leicht beschnitten. So ist es z.B. nicht mehr möglich sich von Gegner, abzustoßen (Überspringen ist nach wie vor möglich) oder dieses zu erwürgen. Auch das Gegeneinanderwerfen von Gegnern klappt nicht mehr so gut. Dafür sind die Kämpfe etwas anspruchsvoller geworden, da die Gegner DEUTLICH mehr blocken und jetzt auch Angriffe im Repertoir haben, die NICHT geblockt werden können.

Insgesamt eine großartige Trilogie, bei der alle Spiele viel Spaß machen und auch heute noch eine schöne Grafik bieten, wenn man von den Charakter-Modellen absieht.
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