Kundenrezension

22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schön und komplex aber nichts für Ungeduldige, 11. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Grace for Drowning (Audio CD)
Steven Wilsons zweites Soloalbum unter eigenem Namen >Grace for Drowning< klettert mit großartiger Cover- und Bookletgestaltung im üblichen Glover/Hoile Stil aus dem Briefkasten, sehr ästhetisch wenn auch Geschmackssache. Schon hier zeigt sich ein starker Zusammenhang zu Insurgentes, Wilsons 2009 erschienenem ersten Soloalbum.

Der erste Höreindruck war zunächst unübersichtlich, für ein Werk Steven Wilsons erscheint Grace for Drowning auf den ersten Blick ungewöhnlich unstrukturiert, wenn auch auf der intuitiven Ebene sehr schön und emotional sehr ansprechend. Stilistisch fusionieren die Jazz-Einflüsse des frühen Prog (hier zeigt sich jahrelanges King Crimson remixen) mit neo-romantischen Chor-Arrangements, filigranen Art-Rock Passagen und der Faszination mit Industrial und Noise die sich schon auf The Incident und Insurgentes zeigt. Einige instrumentale Teile erinnern an Vertreter der klassischen Minimal Music wie Arvo Pärt und Philip Glass.

Nach mehrmaligem Hören erschließt sich mir die Platte besser und besser. Wilsons Talent für lange, flache Spannungsbögen scheint mit seiner Vorliebe für kontrastreiche Strukturen und gigantischen Dynamikumfang in Konflikt, verbindet sich aber auf diesem Album ungewöhnlich gut. Das Ergebnis klingt gerade bei allem Genre-Widerspruch eben doch nach einer künstlerischen Einheit und, vor allem was die Schönheit der Melodien und Soundscapes angeht, unmisverständlich nach Steven Wilson. Die Kohärenz des Albums ergibt sich in erster Linie aus der Tongestaltung, den Texturen und der für Wilson typischen Verarbeitung von Stimmen und Gitarren.

Textlich ist Grace for Drowning Welten entfernt von der intuitiven Gestaltung von Insurgentes (und wie ich finde überlegen) aber dennoch nicht so konkret wie man es von Porcupine Tree gewöhnt ist.

Trotz der Gemeinsamkeiten mit anderen SW-Projekten ist Grace for Drowning ein selbstständiges Werk. Das Album erfordert Arbeit und Hartnäckigkeit vom Zuhörer und wird sich sicher nicht jedem eingefleischten Fan erschließen, es ist den Aufwand aber in jedem Fall wert. Um das Album in den Kontext zu rücken, empfiehlt sich eine Gegenüberstellung mit Opeth's Heritage.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein

[Kommentar hinzufügen]
Kommentar posten
Verwenden Sie zum Einfügen eines Produktlinks dieses Format: [[ASIN:ASIN Produkt-Name]] (Was ist das?)
Amazon wird diesen Namen mit allen Ihren Beiträgen, einschließlich Rezensionen und Diskussion-Postings, anzeigen. (Weitere Informationen)
Name:
Badge:
Dieses Abzeichen wird Ihnen zugeordnet und erscheint zusammen mit Ihrem Namen.
There was an error. Please try again.
">Hier finden Sie die kompletten Richtlinien.

Offizieller Kommentar

Als Vertreter dieses Produkt können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
Der folgende Name und das Abzeichen werden mit diesem Kommentar angezeigt:
Nach dem Anklicken der Schaltfläche "Übermitteln" werden Sie aufgefordert, Ihren öffentlichen Namen zu erstellen, der mit allen Ihren Beiträgen angezeigt wird.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.  Weitere Informationen
Ansonsten können Sie immer noch einen regulären Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen.

Ist dies Ihr Produkt?

Wenn Sie der Autor, Künstler, Hersteller oder ein offizieller Vertreter dieses Produktes sind, können Sie einen offiziellen Kommentar zu dieser Rezension veröffentlichen. Er wird unmittelbar unterhalb der Rezension angezeigt, wo immer diese angezeigt wird.   Weitere Informationen
 
Timeout des Systems

Wir waren konnten nicht überprüfen, ob Sie ein Repräsentant des Produkts sind. Bitte versuchen Sie es später erneut, oder versuchen Sie es jetzt erneut. Ansonsten können Sie einen regulären Kommentar veröffentlichen.

Da Sie zuvor einen offiziellen Kommentar veröffentlicht haben, wird dieser Kommentar im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt. Sie haben auch die Möglichkeit, Ihren offiziellen Kommentar zu bearbeiten.   Weitere Informationen
Die maximale Anzahl offizieller Kommentare wurde veröffentlicht. Dieser Kommentar wird im nachstehenden Kommentarbereich angezeigt.   Weitere Informationen
Eingabe des Log-ins
 

Kommentare


Sortieren: Ältester zuerst | Neuester zuerst
1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 26.10.2011 18:15:49 GMT+02:00
"Um das Album in den Kontext zu rücken, empfiehlt sich eine Gegenüberstellung mit Opeth's Heritage."
...dem "Grace for Drowning" haushoch überlegen ist. Ohne das Opeth Album schlecht machen zu wollen, meiner Meinung nach fängt dieses spätestens ab dem 5. Song an zu plätschern - sprich ich habe nach dem 10. Durchhören immer noch lediglich den Opener auf Abruf parat, von Song 2 - 4 Teile bzw welches Arrangement benutzt wurde (Titel 4 z.B. hat einen kürzer phrasierten Drumrhythmus) - doch danach bleibt mir nichts hängen. Bei Wilsons Album im Gegensatz konnte ich mich nach dem ersten Durchhören an mehrere Stücke - wie das sehr prägnante "Deform to Form a Star" oder "Index" - erinnern, nach dem 3. Durchhören hatte sich mir auch "Raider II" erschlossen.
Es mag an mir liegen, aber Opeth - sich meiner Meinung nach klar auf dem richtigen Weg befindend - können (noch) nicht mit Wilson mithalten. Gespannt bleibe ich trotzdem auf die Kollaboration zwischen Wilson und Akerfeldt.
‹ Zurück 1 Weiter ›

Details

Artikel

Rezensentin / Rezensent


Top-Rezensenten Rang: 2.814.760