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Rezension bezieht sich auf: Adam Hundesohn (Taschenbuch)
Adam Stein, König der Irren, Hund der Menschen, Clown der Hoffnungslosen, Heiland der Verlorenen und Täuschender der Geblendeten wohnt in einer Hightech-Heilanstalt inmitten der israelischen Wüste. Einst Hund unter Lagerkommandant Klein (später Dr. Weis, dann Naftali Klein) verbringt er seine Zeit gemeinsam mit weiteren Holocaust-Überlenden, deren Charaktere von Kaniuk dermaßen schillernd und überzeugend gezeichnet wurden, sodass ich mich sofort an die Protagonisten in den Romanen von John Irving, die ich in meiner Jugend gerne las, erinnerte, im Institut für Frieden und Therapie, gleichsam einem Repräsentant der gesellschaftlichen Verantwortung im Umgang mit der Zeitgeschichte. Die Geschichte des Adam Stein wird dabei zur Geschichte der Juden, der Gesichte des Staates Israel und der Geschichte des Antisemitismus, des Leidens und Grauens und schließlich der Genesung in Form der Restitution und Anerkennung. Die Offenbarung menschlicher Abgründe, deren schlimmste Dimension jene des sozialen ideologischen Kontexts darstellt, wird vor einer isolierten Kulisse am deutlichsten dargelegt. Entgegen andernorts geäußerter Kritik hat mir der Autor kein Gelächter abgetrotzt. Doch weiß die Geschichte mit ihren vielen detaillierten Facetten, Nebenhandlungen und Schauplätzen insgesamt als große Einheit, als Spielplatz der Heiligen und Verrückten, zu überzeugen. Ein solches Bekenntnis zur individuellen Verantwortung ist besonders wertvoll in dieser Zeit, in der Theorien, welche Individualität und Verantwortungsgefühl wegzuerklären versuchen, hohe Konjunktur haben.
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Gebraucht & neu ab: EUR 47,49
Rezensentin / Rezensent
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