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Kundenrezension

102 von 113 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Momentaufnahmen einer Suche, 26. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Memento (2 DVDs) (DVD)
"Memento" ist schon ein schwieriger Film. Seine Handlung ist schwierig, seine Erzählweise ist schwierig, denn er wird rückwärts erzählt, seine Themen sind schwierig. Ungeachtet dessen lohnt es sich, "Memento" Aufmerksamkeit zu zollen, mehr noch, als bei einem normal erzählten Film mit normalen Themen nötig wäre.
Leonard hat seine Frau verloren, und das ausgerechnet an einen Vergewaltiger, der ihm selbst auch noch das Kurzzeitgedächtnis geraubt hat: Leonard ist unfähig, sich Dinge mehr als ein paar Minuten lang zu merken, abgesehen von denen, die er schon vor dem Unfall seiner Frau und seiner selbst gespeichert hatte. Leonard ist auf der Suche nach dem Vergewaltiger, angewiesen auf seine Notizen, Tättowierungen und Polaroid-Photos, die er braucht, um sich Ergebnisse seiner Suche merken zu können. Begleitet wird er auf seiner Suche von Teddy und Natalie, deren Rollen in der ganzen Sache noch nicht einmal Leonard selbst klar sind.
Das ist die eigentlich recht simple Geschichte, die "Memento" zugrundeliegt. Gewiss ergeben sich hier einige Unklarheiten: Warum Leonard trotz seines mitunter brutalen Vorgehens und seines "Zustands" frei herumlaufen darf, zum Beispiel. Das Interessante ist aber, dass solche Fragen den Film gar nicht interessieren: "Memento" geht es um zweierlei: Einerseits die Klarheit des Drehbuchs, die absolut logische Verzahnung von Ursache und Wirkung, andererseits um die gut durchdachte philosophische Metaebene des Films, die sich besonders im allerletzten (bzw. allerersten) Dialog mit Teddy eröffnet: Da Leonards gesamte gegenwärtige Identität nur auf ein paar Zetteln und Polaroids zu finden ist, ist er manipulierbar, und zwar durch sich selbst und durch andere: Andere können ihm seine Zettel stehlen, ihm falsche Ratschläge geben, die er sich dann aufschreibt und zu Dogmen erhebt. Er selbst, der keine Vergangenheit kennt, ist anfällig eben für diese Zettelchen und Hinweise, hinter denen die eigentliche Aufgabe, der er sich stellen möchte, verschwindet: So wenig wie er selbst mehr eine Identität besitzt, besitzt sie für Leonard sein gesuchter Vergewaltiger, denn im Grunde ist es ganz beliebig, wen er umbringt; wenn er sich den Mord nicht aufschreibt, vergisst er ihn ja sogar.
Und genau auf dieser Ebene völligen Identitäts- und Klarheitsabsenz funktioniert "Memento" bestens: Er offenbar viele Möglichkeiten, aber keine Lösungen, er öffenbart viele Taten, aber keine absolut gültigen Motive: Die Suche Leonards nach einem Vergewaltiger ist im Grunde ebenso motivlos wie der Gesuchte identitäslos ist; zumindest für Leonard. Das alles ist verpackt in eine brilliant erzählte Geschichte, in der die Spannung nicht das "wie geht es weiter?" ausmacht, sondern das "wie ist es dazu gekommen?". Die Rückwärtserzählung entlarvt Leonards anfangs sehr gerichtet erscheinende Suche als eine Suche ohne Ziel, als eine Suche um des Suchens Willen. Guy Pearce schafft es dabei, den Mann, der sich alle paar Minuten selbst neu erfinden muss, mit einer unglaublichen Präsenz und Echtheit zu spielen, dass sich "Memento" allein schon deshalb lohnt.
Inmitten des Films stellt sich Leonard die Frage, ob die Welt, wenn er die Augen schließt, immer noch da ist. Diese Gewissheit braucht er, damit seine Suche überhaupt einen Sinn macht. Und genau dazu hält "Memento" uns alle an: Die Augen zu schließen und uns zu fragen, wie unsere Position in dieser Welt ist und ob unsere Suche Sinn macht, egal wonach wir suchen. Denn auf der Suche sind wir alle. Ob nun mit - oder ohne Identität.
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1-1 von 1 Diskussionsbeiträgen
Ersteintrag: 20.11.2015 23:45:50 GMT+01:00
Bernd meint:
schön geschrieben :)
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